Lokalsport

Rekordhatz in der City

936 Teilnehmer absolvieren beim Kirchheimer Sponsorenlauf 10 975 Runden

Die „Fuzo“ fest in Läuferhand? Und wie: 936 Teilnehmer haben bei der dritten Auflage des Kirchheimer Sponsorenlaufs am frühen Mittwochabend 10 975 Euro für den guten Zweck gesammelt – der veranstaltende AKB war so begeistert, dass er die Veranstaltung künftig jedes Jahr durchziehen will.

Los geht‘s: Punkt 18.30 Uhr setzten sich die 936 Sponsorenlaufteilnehmer am Mittwoch in Bewegung und verwandelten die Fußgängerz
Los geht‘s: Punkt 18.30 Uhr setzten sich die 936 Sponsorenlaufteilnehmer am Mittwoch in Bewegung und verwandelten die Fußgängerzone in ein Läufermeer. Fotos: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Erfolg verpflichtet. Kaum waren die letzten Teilnehmer nach einer Stunde Dauerlauf vom Schweiße durchnässt mit einem Lachen im Ziel, waren sich die Macher des Sponsorenlaufs einig: „Die Veranstaltung muss es jetzt jedes Jahr geben“, frohlockte Jürgen Hahn (auf dem nebenstehenden Foto am Mikro), der in Diensten des AKB zum dritten Mal für das Laufevent mitverantwortlich zeichnete. Soll heißen: Der bei der Premiere 2012 angedachte Zweijahresrhythmus ist angesichts der rekordverdächtigen Nachfrage nicht aufrechtzuerhalten.

Anzeige

Hatten sich bei den ersten beiden Auflagen noch ein wenig mehr als 600 Menschen für die Idee begeistern können, eine Stunde lang für den guten Zweck durch die Fußgängerzone zu laufen, waren es vorgestern Abend sage und schreibe 936, die der AKB gemeinsam mit dem Mehrgenerationenhaus Linde anlockte. „Damit sind wir die größte Sportveranstaltung in Kirchheim“, jubelte Hahn der Läuferschar kurz vor dem Start in seiner Funktion als Streckensprecher via Mikrofon zu. Das bunt gemischte Teilnehmerfeld, in dem die Fußballjugend des VfL Kirchheim mit 77 Läufern die mit Abstand größte Gruppe stellte, ließ sich daraufhin nicht lumpen und nahm die Beine in die Hand.

Und wie: Nach einer Stunde hatten die Veranstaltungsstatistiker auf der 800 Meter langen Strecke 10 975 Runden gezählt, was einer Gesamtkilometerzahl von 8 780 entspricht. Die meisten gingen auf das Konto der VfL-Nachwuchskicker (760), gefolgt vom Kirchheimer Lauftreff (288) und der Naberner Firma Dialog Semiconductor (287). Die besten Läufer stellte indes der TV Neidlingen, dessen drei Vertreter jeweils 17 Runden absolvierten – angesichts des stellenweise zäh fließenden Laufverkehrs, der ambitioniertere Teilnehmer öfters zum Bremsen und Kurvenlaufen zwang, keine Selbstverständlichkeit.

Doch egal, wie oft man zwischen 18.30 und 19.30 Uhr am Marktbrunnen vorbeirannte: Die Atmosphäre entlang der Strecke haben alle mit Begeisterung aufgesogen. Vor allem an den Stellen, an denen das Mehrgenerationenhaus Linde die musikalische Unterhaltung organisiert hatte. Während die Gruppe „Soundcheck“ den Teilnehmern am Rathaus mit rockigen Evergreens Beine machte, schickte die Trommelgruppe der Kirchheim Knights die Läufer an der Maf wieder die „Fuzo“ hinab. Zwischendrin lockerten Danny Hughes und Johannes Hopf am Schlossplatz mit Swingklängen sowie Karl Kraft an der Bücherei per Akustikgitarre die Stimmung auf.

Dass die trotz der Menschenmassen auf und neben der Strecke jederzeit bestens war, lag auch an der akribischen Vorarbeit. So hatte AKB-Mitorganisator Hans Brückner in den vergangenen Wochen rund 400 Briefe an Innenstadtanwohner und Gewerbetreibende verteilt und für Verständnis geworben.

Mit Erfolg: Nicht zuletzt wegen der unkomplizierten Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten die Teilnehmer derart problemlos für die gute Sache übers Kopfsteinpflaster eilen. Dass so 10 975 Euro zusammenkamen, die sich AKB und Linde teilen, war am Ende eines rekordverdächtigen Tages das Sahnehäubchen.

„Eine coole Einheit mit vielen Leuten“

Mit Spaß dabei: Frank Zeller, Albrecht Blessing, Michaela Blessimg, Alexander Rehm und Sandra Langguth (v.l.n.r.) waren fünf von
Mit Spaß dabei: Frank Zeller, Albrecht Blessing, Michaela Blessimg, Alexander Rehm und Sandra Langguth (v.l.n.r.) waren fünf von 936 begeisterten Sponsorenlaufteilnehmern. Fotos: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Von den Tischtennisplatten in Ohmden aufs Kopfsteinpflaster in Kirchheim: Frank Zeller war am Mittwoch mit einer gemischten fünfköpfigen Gruppe des TSVO, für den er in der Kreisklasse dem Zelluloidball nachjagt, und seines Arbeitgebers, der Kreissparkasse, am Start. „Zehn Runden sind mein Ziel“, verriet der 32-Jährige, der regelmäßig das Sportabzeichen ablegt, kurz vor seinem ersten Start beim Kirchheimer Sponsorenlauf.

Als willkommene Trainingseinheit diente der Rundlauf durch die City Albrecht Blessing. Der 49-jährige Kirchheimer ist aktiver Triathlet im Wernauer Verein „Trias“, stellt sich in dessen Dress am kommenden Sonntag dem Ostalb-Sportacus in Abtsgmünd, wo 22,5 Kilometer Inlineskaten, 26 Kilometer Mountainbiken und 13 Kilometer Laufen auf dem Programm stehen – eine Stunde für die gute Sache durch die Heimatstadt zu rennen, ist da ein Klacks. „Der Spaß steht im Vordergrund“, lachte er.

Ins selbe Horn stieß seine Frau, Michaela Blessing, die – anders als ihr Gatte – zum ersten Mal beim Sponsorenlauf dabei war. „Letztes Jahr konnte ich leider nicht, darum lasse ich es jetzt mal einfach auf mich zukommen“, sagte die 48-Jährige, die in zwei Wochen beim Megathlon in Radolfzell Schwimmen, Rennradfahren, Inlinern, Mountainbiken und Laufen will. Ihre Ambitionen für den Sponsorenlauf? „Just for fun für die gute Sache mitlaufen, AKB und Linde sind für mich als Kirchheimerin seit Jahren ein Begriff.“

So viele Runden wie möglich wollte Alexander Rehm absolvieren – nicht allein, sondern mit insgesamt 33 Mitgliedern des Kirchheimer Lauftreffs, dessen Leiter der 40-Jährige vom Schafhof seit drei Jahren ist. „Wir haben einfach unseren Mittwochstermin um 18.30 Uhr vom Wasserturm in die Fußgängerzone verlegt“, verriet Rehm, „als Lauftreff wollen wir für die gute Tat natürlich unseren Beitrag leisten.“ Das gelang eindrucksvoll: Die 33 Lauftreffler haben 396 Runden geschafft – genau zwölf pro Teilnehmer. „So viele hatte ich mir auch zum Ziel gesetzt“, lachte Rehm.

Zwei mehr bilanzierte Sandra Langguth aus Jesingen, die direkt von der Arbeit in Böblingen zum Start am Marktbrunnen gehetzt war. „Ich wäre heute sowieso laufen gegangen“, verriet die 35-Jährige, „aber als ich von der Veranstaltung erfuhr, war klar, dass ich mitmache.“ Im Pulk durch die Innenstadt zu rennen, war ganz nach dem Geschmack der passionierten Ausdauersportlerin, die übernächstes Wochenende beim Halbmarathon in Füssen starten will. „Ehrlich gesagt habe ich da gerade ein bisschen Motivationsmangel. Darum ist das heute genau das Richtige: eine coole Einheit mit vielen Leuten.“

Fotos: Jean-Luc Jacques