Lokalsport

Ricko Meckes wird neben den Giganten DM-Zehnter

Leichtathletik Der Weilheimer verpasst vor 30 000 Zuschauern in Berlin das Finale im Speerwerfen, freut sich aber dennoch über einen „coolen Wettkampf“. Von Martin Moll

Der Speer von Ricko Meckes segelte in Berlin auf 69.13 Meter, was nicht zum Einzug in den Endkampf reichte. Foto: Ralf Görlitz
Der Speer von Ricko Meckes segelte in Berlin auf 69.13 Meter, was nicht zum Einzug in den Endkampf reichte. Foto: Ralf Görlitz

Für Ricko Meckes von der LG Teck waren die Deutschen Leichtathletikmeisterschaften im Berliner Olympiastadion das größte sportliche Ereignis seiner bisherigen Sportlerlaufbahn. Auch wenn der 26-jährige Weilheimer mit dem zehnten Platz im Speerwerfen nicht ganz zufrieden war, überwogen nach kurzer Enttäuschung die Freude und Emotionen über einen „coolen Wettkampf“ vor 30 000 begeisterten Zuschauern.

In kaum einer anderen Disziplin ist das Niveau in Deutschland so hoch wie im Speerwurf der Männer. „Deshalb macht es mich schon ein wenig stolz, in einem so tollen Stadion neben Speerwurf-Giganten im Blickpunkt stehen zu dürfen“, sagte Meckes, der nach dem Wettkampf in der Public-Zone vor dem Stadioneingang von vielen Leichtathletik-Fans umlagert wurde und fleißig Autogramme schrieb - wann bekommt man schon die Chance, gegen Olympiasieger und Europameister Thomas Röhler (LC Jena) oder dem Vize-Europameister und Titelverteidiger Andreas Hofmann (MTG Mannheim), deren Bestleistungen jenseits der 90 Meter liegen, antreten zu können.

Ricko Meckes hatte ein realistisches Ziel vor Augen: Mit seiner Bestleistung von 74,25 Metern, die ihn vor der DM auf den achten Platz der aktuellen deutschen Rangliste gebracht hatte, in den Endkampf der besten Acht zu kommen. An diesem Abend hätte diese Weite sogar für den sechsten Platz gereicht. Dass dieses Vorhaben schließlich nach drei Versuchen mit ordentlichen 69,13 Meter scheiterte, lag an kleinen technischen Fehlern, wie LG-Teck-Coach Ralf Mutschler hinterher analysierte.

Aber auch die übermächtige Konkurrenz, für die es noch um die vier Startplätze für die WM in Doha ging, kam nur schwer in die Gänge. So fielen die besten zwei Weiten des Wettbewerbs erst im letzten Durchgang, als Andreas Hofmann mit 87,07 Metern vorlegte und gleich darauf Shooting-Star Julian Weber (USC Mainz) mit 86,60 Metern konterte. Röhler wurde mit 82,70 Metern Dritter.

Uni-Abschluss steht an

Für Ricko Meckes geht es bereits in wenigen Tagen zurück nach Übersee, wo er im US-Bundesstaat North Carolina an der Uni von Charlotte seinen Abschluss zum Master of Business Administration ablegte und nun noch einige Monate dranhängen will.

Corucle verpasst Sprintfinale

Über 100 Meter startete der ehemalige VfL-Sprinter Philipp Corucle (VfB Stuttgart), der sich in 10,61 Sekunden nicht für das Finale qualifizieren konnte. Dafür hätte der jüngste Sohn von Landes-Sprinttrainer Micky Corucle aus Köngen, dessen Bestzeit bei 10,45 Sekunden steht, 10,38 Sekunden schnell sein müssen. Deutscher Meister wurde überraschend Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar) in 10,27 Sekunden vor Vereinskollege Kevin Franz (10,29) und dem eigentlichen Favoriten Julian Reus (LAC Erfurt/10,30).

Im Kugelstoßen der Frauen waren mit Katharina Maisch aus Bempflingen (TuS Metzingen) und Lea Riedel aus Wäldenbronn (VfL Sindelfingen) zwei weitere Athletinnen aus dem Kreisgebiet am Start. Während Maisch mit 17,16 Metern (Bestleistung 17,93) Fünfte wurde, lief der Wettkampf für Riedel, die erst vor Kurzen beim Abendsportfest in Köngen mit 16,55 Metern ihre Bestleistung deutlich gesteigert hatte, mit 14,84 Metern und Platz neun eher enttäuschend. Den Titel sicherte sich Christina Schwanitz vom LV Erzgebirge mit 18,84 Metern vor Sara Gambetta vom SV Halle, die auf 17,95 kam.

Ein Student aus Esslingen holt Gold mit der Kugel

Simon Bayer vom VfL Sindelfingen, der seit 2017 Wirtschaftsinformatik an der Hochschule in Esslingen studiert, hat in Berlin DM-Gold im Kugelstoßen gewonnen.

1995 in den USA geboren und in Oberbayern aufgewachsen, zeigte Simon Bayer früh eine große Begeisterung für den Sport. Schon bevor er mit 18 Jahren seine Leidenschaft für das Kugelstoßen entdeckte, betrieb er Leichtathletik: „Ich bin schon immer ein Kraft-Typ gewesen“, erklärt er, „bis ich 16 war habe ich regelmäßig Zehnkampf betrieben.“ 2011 zog Bayer nach Stuttgart, um dort am Olympiastützpunkt trainieren zu können.

Das Ziel des 24-Jährigen ist klar definiert „Ich bin fest davon überzeugt, mich noch dieses Jahr oder im nächsten Frühling für die Olympischen Spiele 2020 zu qualifizieren und ins Finale zu kommen. Allein die Teilnahme ist ein absolutes Highlight.“

Um das Ticket für die Spiele in Tokio zu lösen, muss Bayer mindestens 21,10 Meter erreichen. Seine Bestmarke liegt aktuell bei 20,26 Metern, aufgestellt bei der DM in Berlin.pm

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