Lokalsport

Ritter beenden Fluch in der Römerstadt

Basketball Die Knights schlagen Trier im sechsten Anlauf und wecken beim knappen 74:72-Auswärtserfolg Lust auf die im April beginnende Finalrunde.

Wer hätt‘s gedacht? Brian Wenzel (hinten) und Knights-Kapitän Andreas Kronhardt feiern den knappen Sieg in Trier nach einem kapi
Wer hätt‘s gedacht? Brian Wenzel (hinten) und Knights-Kapitän Andreas Kronhardt feiern den knappen Sieg in Trier nach einem kapitalen Fehlstart.Foto: Tanja Spindler

Trier ist schlagbar. Das ist die wichtigste Erkenntnis der Kirchheimer Basketballer nach ihrem knappen 74:72 (36:30)-Auswärtserfolg am 27. Spieltag in der Pro A. Die Kirchheimer Fans mussten dabei allerdings wieder durch ein Wechselbad der Gefühle. In einem Spiel, das nach einem Fehlstart, einer fulminanten Aufholjagd über einen Kampf mit offenem Visier bis hin zu einer dramatischen Schlussphase alles zu bieten hatte.

Das Team um Kapitän Andreas Kronhardt sah sich in den ersten Minuten mit einem bestens eingestellten Gastgeber konfrontiert. Schnell, druckvoll und kompromisslos legten die Trierer los und ließen den Knights keinen Zentimeter Luft zum Atmen. Die Fehlerquote bei den Kirchheimern war entsprechend hoch. Nach dreieinhalb Minuten Spielzeit stand es 9:0. Nur mühsam fanden die Knights ins Spiel. Der Gastgeber entschied das erste Viertel mit 22:15 für sich.

Im zweiten Durchgang wendete sich dann das Blatt: Andreas Kronhardt und Seth Hinrichs eroberten sich auf beiden Seiten die Räume unter den Körben. Während sie im Angriff punkteten und so den Rückstand sukzessive verkürzten, angelten sich die „Großen“ in der Defense nahezu jeden Rebound. Insgesamt ließ die starke Kirchheimer Defense in diesem Abschnitt nur acht Trierer Punkte zu. Kirchheim ging danach mit einer 30:36-Führung in die Kabine.

Im dritten Spielabschnitt erlebten Fans und Spieler dann einen Vorgeschmack auf das, was kommt. „Die zweite Hälfte war Play-off-Basketball pur“, bewertete Headcoach Michael Mai die Atmosphäre in der zweiten Halbzeit. Hohe Intensität und immer wieder Runs auf beiden Seiten. Das Spiel war jetzt völlig offen. Trier sorgte in den ersten Minuten für ein wahres Dreierfestival und ging mit 39:38 in Front. Kirchheim konterte durch Williams, Love und Hinrichs und holte die Führung zurück, die sie bis zum Ende des Viertels trotz eines Dreiers von Simon Schmitz in der letzten Sekunde nicht mehr hergaben (57:54).

Es wurde wieder eng. Würden sich die Kirchheimer auf ihre alte Stärke besinnen und ein knappes Spiel erneut für sich entscheiden können? Sie konnten. Obwohl Topscorer Simon Schmitz knapp vier Minuten vor dem Ende mit seinem fünften Dreier seine Mannschaft ein letztes Mal in Führung brachte, reichte es für völlig erschöpfte Ritter zum 72:74-Sieg gegen den - ehemaligen - Angstgegner.

Das unterstreicht Tim Koch: „Es hat lange gedauert, bis wir unseren Rhythmus gefunden haben. Aber am Ende haben wir Trier durch Druck mit deren eigenen Waffen geschlagen.“ Und Michael Mai stellte zufrieden fest: „Wir haben verdient gewonnen, weil wir in der entscheidenden Situation die Ruhe bewahrt haben.“ Der Coach blickt zuversichtlich aufs Restprogramm mit den Partien gegen den MBC, Ehingen und Heidelberg. Nach der zu erwartenden Niederlage der Chemnitzer gegen den MBC haben die Ritter ihren dritten Tabellenplatz gefestigt. Die Knights scheinen selbstsicher genug, um in den Play-off-Spielen ein gewichtiges Wort mitreden zu können.bs

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