Lokalsport

Ritter im Ruhestand

Ex-Knight Ben Beran hängt aus privaten Gründen die Basketballschuhe an den Nagel

Kirchheims ehemaliger Zweitligabasketballer Ben Beran hat mit nur 30 Jahren überraschend das Ende seiner sportlichen Laufbahn bekannt gegeben. Der 2,01 Meter große Power Forward, der die vergangenen beiden Saisons unter der Teck zum Publikumsliebling avanciert war, wird künftig einem geregelten Job in der Kunst­dünger-Industrie seines ­Heimatlandes USA nachgehen.

„Es tut sehr weh, diesem Spiel den Rücken zu kehren“: Ben Beran hat seine Basketballkarriere beendet.Foto: Zink
„Es tut sehr weh, diesem Spiel den Rücken zu kehren“: Ben Beran hat seine Basketballkarriere beendet.Foto: Zink

Kirchheim. Als Grund für die Entscheidung gegen eine Fortsetzung der Basketball-Karriere führte Beran an, Sicherheit für sich und seine Familie – Ehefrau Jessica und Tochter Corrie – gewährleisten zu wollen. Auf seinem offiziellen Facebook-­Account verabschiedete sich Beran mit bewegenden Worten. „Es tut sehr weh, diesem Spiel, das ich so liebe und für das ich so hart gekämpft und so viel geopfert habe, den Rücken zu kehren“, schreibt der 30-Jährige Ich wollte Profi-Basketballer werden, seit ich als Kind auf die Spielzeugkörbe in unserem Kinderzimmer geworfen habe. Mein Traum war die NBA, doch obwohl ich niemals so weit gekommen bin, hat mir Basketball ein Leben beschert, von dem ich sonst nur hätte träumen können.“

Nach seinem Abschluss an der South Dakota State University 2008 hatte für Beran die siebenjährige Basketball-Odyssee rund um den Globus begonnen. Beim deutschen Pro A-Basketball-Club Heidelberg Academics fand der wurfstarke Big Man im August 2008 seine erste sportliche Heimat. Nach nur einer Saison zog es den Allrounder allerdings ans andere Ende der Welt – in die australische Profi-Liga zu Lakeside Lightning. Drei Saisons verbrachte Beran „Down Under“, ehe sich die Kirchheim Knights im August 2013 die Dienste des ­Power Forwards sicherten.

Unter der Teck blühte Beran auf, avancierte in der Saison 2013/14 mit 14,4 Punkten, knapp sechs Rebounds (Top-20 der Pro A-Effizienz-Wertung) und über 30 Minuten pro Partie zum unverzichtbaren Leistungsträger für die Ritter. Auch ohne Qualifikation für die Play-offs hielt Beran den VfL Kirchheim Knights die Treue und startete mit dem Team in der Saison 2014/15 den erneuten Angriff auf die 2. Basketball-Bundesliga.

Seine Vielseitigkeit machte den US-Forward erneut zur Speerspitze des Teams von Coach Michael Mai, das das Ziel Klassenerhalt abermals souverän erreichte. Die Top-Werte seines ersten Jahres als Ritter hielt Beran mit 15 Punkten, sechs Rebounds, einem Effizienz-Koeffizienten von 15 bei knapp 30 Minuten Spielzeit problemlos. Beran bestritt sämtliche 60 Pflichtspiele während seiner Zeit im Trikot der Knights, bestach neben seiner spielerischen Klasse vor allem durch seine menschliche Wärme, seine Führungsqualitäten sowie den stets respektvollen Umgang mit Mitspielern, Gegnern, Fans und Offiziellen.

Knights-Geschäftsführer Christoph Schmidt zeigte sich betroffen vom frühen Karriereende seines einstigen Top-Spielers: „Es ist natürlich schade, dass ein außergewöhnlicher Basketballer wie Ben seine Karriere beendet, allerdings kann ich diesen Schritt absolut nachvollziehen.“

Auch Knights-Trainer Michael Mai lobt sein Zugpferd der vergangenen Saison überschwänglich: „Ben hat Basketball gelebt, geatmet und stets mit vorbildlicher Einstellung und starken Leistungen überzeugt. Einen Spieler wie ihn gibt es nicht allzu häufig und ich fühle mich privilegiert, mit ihm gearbeitet zu haben.“

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