Lokalsport

Ritter strafen alle Lügen

Sensation in der Pro A: Kirchheimer 84:74-Auswärtssieg in Vechta

Unverhofft kommt oft: Überraschend hat Basketball-Zweitligist VfL Kirchheim beim Aufstiegsfavoriten Rasta Vechta mit 84:74 (42:43) gesiegt. Die personell gebeutelte Truppe lieferte vor über 3 000 Zuschauern eine außergewöhnliche Teamleistung. Richie Williams mit 26 Punkten und Tim Koch mit 23 Zählern waren die auffälligsten Gäste-Spieler.

Kampf um jeden Zentimeter: Die Kirchheimer (schwarze Trikots) schenkten Vechta nichts. Foto: Elke Schikora
Kampf um jeden Zentimeter: Die Kirchheimer (schwarze Trikots) schenkten Vechta nichts. Foto: Elke Schikora

Vechta. Nur die Mutigsten hatten auf die Kirchheimer gesetzt, doch jene sollten recht behalten. „Schon die ganze Woche über sah man, dass die letzten Niederlagen die Jungs angestachelt haben“, sagte Trainer Michael Mai hinterher. Die erste Fünf mit Besnik Bekteshi, Williams, Keith Rendleman, Andi Kronhardt und Tim Koch begann hoch konzentriert. Nach wenigen Minuten lagen die Ritter mit 12:2 in Front. Rasta-Coach Wagner reagierte schnell und nahm eine Auszeit. Diese schien sofort zu wirken. Angeführt von Carlos Medlock, der mit drei sehenswerten Würfen die Vechtaer ins Spiel brachte, erzielte Rasta schnell den Ausgleich.

Es entwickelte sich eine spannende Partie, in der Oberliga-Ausleihe Akant Sengül nicht eingesetzt werden brauchte. An beiden Enden des Feldes gaben sich die beiden Kontrahenten keinen Raum für freie Wurfgelegenheiten. Auch nach dem ersten Viertelende nahm die Partie nicht so recht an Geschwindigkeit auf. Die aggressive Defensive führte zu vielen Freiwürfen auf beiden Seiten. Konnten die Knights zum Ende des ersten Viertels noch mit einer knappen Führung in den zweiten Abschnitt gehen, mussten sie sich zur Halbzeit mit einem 1-Punkte-Rückstand begnügen (42:43). Wer nun erwartet hatte, die Ritter würden im zweiten Abschnitt aufgrund ihrer zahlenmäßigen Unterlegenheit kräftemäßig einem Nachteil unterliegen, sah sich getäuscht.

Zwei Dreier durch Tim Koch zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigten den Gastgebern sofort, dass die Ritter an diesem Tage nicht gewillt waren, auch nur einen Zentimeter zurückzuweichen. Bei Vechta setzte sich einzig Chase Griffin das ein oder andere Mal durch – er erzielte 23 Punkte. Doch auch hierfür hatten die Kirchheimer ein Gegenrezept. „Kettenhund“ Besnik Bekteshi wurde von Mai auf Griffin angesetzt und von nun an musste der ehemalige Bundesliga-Akteur für jeden Punkt hart arbeiten. „Besnik hat heute einen tollen Job gemacht“, lobte Mai.

Das dritte Viertel sollte die Vorentscheidung bringen. Angeführt von Richie Williams, drehten die Ritter nun richtig auf. Eine 1-Punkte-Führung (48:47) verwandelte sich innerhalb von wenigen Minuten in eine 15-Punkte-Führung (70:55), abgeschlossen durch einen krachenden Dunking von Center Andreas Kronhardt. Die Gastgeber sahen nun den sicher geglaubten Sieg davonschwimmen und wussten sich in der Offensive hauptsächlich durch Einzelaktionen ihrer Topstars Griffin, Medlock und Standhardinger zu helfen. Doch die Ritter hielten dagegen und setzten ihrerseits immer wieder Nadelstiche.

Ein Debut der besonderen Art zeigte dabei Dennis Tinnon. Der wochenlang verletzte Forward kehrte erst am Donnerstag ins Mannschaftstraining zurück und erzielte in 20 Minuten Spielzeit sechs Punkte und zehn Rebounds. In den letzten Minuten war es Kapitän Williams überlassen, seine Ritter ins Ziel zu bringen. Vechta musste foulen und schickte den Guard an die Freiwurflinie, der jedoch sicher verwandelte. „Das war ein toller Sieg unserer Truppe. Es wird nicht vielen Mannschaften gelingen, in Vechta zu gewinnen. Leider gibt es auch für diesen Sieg nur zwei Punkte“, sagte Geschäftsführer Christoph Schmidt.cs

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