Lokalsport

Ritterschlag am elften Spieltag

Basketball Nach dem Gala-Auftritt in Heidelberg sind Kirchheims Zweitliga-Basketballer ihren Ruf als Überraschungsmannschaft endgültig los. Von Bernd Köble

Die Party geht weiter: Der starke Auftritt in Heidelberg macht den Knights Hoffnung mit Blick auf das knüppelharte Programm bis
Die Party geht weiter: Der starke Auftritt in Heidelberg macht den Knights Hoffnung mit Blick auf das knüppelharte Programm bis Weihnachten.Foto: Tanja Spindler

Es ist eine magische Marke, die jeder Trainer vor Saisonbeginn im Blick hat. Zehn Siege, danach kann in der Regel nicht mehr allzu viel passieren. Ob Lebensversicherung oder Durchgangsstation, das hängt von den Zielen ab. „Seit Sonntag wissen wir, dass der Abstieg für uns vermutlich kein Thema mehr sein wird“, meint Michael Mai nach dem famosen Auftritt seiner Mannschaft beim Tabellenvierten in Heidelberg.

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Seit Sonntag weiß er vermutlich auch, dass ihn mit solchen Sätzen niemand mehr ernst nehmen wird. Muss man auch nicht. Wer nach elf Spieltagen zehn Siege auf dem Konto hat, kann mit Understatement allenfalls noch kokettieren. Es ist der Zeitpunkt, wenn aus Überraschungsteams Favoriten werden. Er hoffe, dass seine Mannschaft begriffen habe, dass sie die Außenseiterrolle endgültig los ist, sagt Kirchheims Coach und hofft damit auf jenes Selbstvertrauen, das man braucht, um das Programm bis Weihnachten ohne größeren Schaden zu überstehen. Trier, MBC, Hanau, Crailsheim – vier Gegner, vier direkte Konkurrenten an der Spitze. Härter geht es nicht. Sieger-Mentalität, das ist es, was Mai von seiner Mannschaft nun fordert. „Es darf keinen Unterschied mehr machen, wo oder gegen wen wir spielen.“

Damit ist nicht etwa das nächste Gipfeltreffen gemeint, sondern der Gegner, der kommenden Samstag in die Sporthalle Stadtmitte kommt. Der Tabellenelfte aus Baunach ist der eigentliche Prüfstein nach Wochen wie im Rausch. Ein unangenehmer Gegner, weil nur schwer berechenbar. Beim Bamberger Farmteam wechseln sich Überraschungserfolge und verheerende Niederlagen in schöner Regelmäßigkeit ab.

Bisher haben die Ritter für fast jedes Problem die passende Lösung gefunden. Das galt zuletzt auch für den Ausfall von Tim Koch. In Heidelberg waren es neben Preston Medlin auch die beiden Nachwuchskräfte Niclas Sperber und Justin Hedley, die unterstrichen, dass das Kollektiv funktioniert. „Jeder von uns ist in der Lage, das Heft in die Hand zu nehmen, aber das Eis, auf dem wir stehen, ist dünn,“ gibt Michael Mai zu bedenken. „Jeder Mannschaftsteil hat Qualität. Der Haken: Wir haben zu wenig Teile.“