Lokalsport

Rückkehrer, Rekorde, Relegationsstress

Dramatischer Endspurt in der Fußball-Bezirksliga: Der FC Frickenhausen hat sich auf den letzten Metern die Vizemeisterschaft gesichert.

Deizisau. Lange sah es in Deizisau nach einem 0:0 aus, das Team von Trainer Tonio Pepe schien auf dem besten Weg in die Relegation – da schlug der FCF gnadenlos zu. Nach einer schnellen Gegenbewegung legte Angreifer Kevin Sen den Ball auf Routinier Stephan Rothweiler quer, jener vollendete nach einem Übersteiger zum 1:0. Das 2:0 durch Claudio Portale war die Entscheidung. „Wir sind damit in der gesamten Rückrunde ungeschlagen geblieben“, rekapitulierte ein strahlender FCF-Trainer Martin Mayer, „die Jungs haben sich mit diesem Sprung auf den Relegationsplatz selbst belohnt.“ Am Mittwoch stehen die FCF-Kicker in der ersten Relegationsrunde in Reichenbach dem FV Senden gegenüber. Pikant: Sollte der FCF die beiden Runden überstehen, käme es am 19. Juni zum bezirksinternen Showdown mit Landesligist TSV Köngen.

Nicht minder spannend war die Entscheidung im Bezirksliga-Abstiegskampf. Auf den letzten Drücker rettete sich der TSV Denkendorf, in die Relegation muss der FC Rechberghausen. Damit ist der FCR Gegner der SF Dettingen, falls die Sportfreunde ihr Relegationsduell am 12. Juni gegen den Sieger der Partie zwischen dem FTSV Kuchen und dem FV Plochingen gewinnen.

Gedämpfte Stimmung dagegen beim VfB Reichenbach. Selbst das 2:1 bei der SGEH reichte nicht zum Ligaverbleib aus. „Wir mussten damit rechnen, dass es eventuell nicht reichen wird“, so VfB-Abteilungsleiter Ersan Cengiz nach dem Abpfiff. Ihm sei trotz des Abstiegs allerdings nicht bange, denn das Gros der Mannschaft bleibe zusammen. „Ich bin guter Dinge, dass wir in der kommenden Runde eine gute Rolle spielen werden“, gibt sich der VfB-Funktionär optimistisch.

Das letzte Direktaufstiegsticket in die Bezirksliga sicherte sich nach dem VfL Kirchheim und der TSV Oberensingen gestern der TSV Obere Fils. Damit kommt es in der kommenden Saison für den Wiesensteiger Meistermacher Stefan Haußmann zum Wiedersehen mit seinem Ex-Verein VfL Kirchheim. Der in Jesingen lebende Trainer krönte die Saison mit dem 5:1 seines Teams über die SGM Jebenhausen/Bezgenriet.

Mit salbungsvollen Worten verabschiedet wurden im Anschluss der Partie gegen den VfB Reichenbach der scheidende SGEH-Trainer Georgios Karatailidis zusammen mit Co-Trainer Ferdi Turan (beide zum TSV Neckartailfingen). Ebenfalls zu Karatailidis‘ neuer Wirkungsstätte wechseln Torjäger Cosimo Attorre und Tim Müller. Berufs- und studienbedingt hören die SGEH-Torhüter Giancarlo della Malva und Gunnar Hekel auf. „Wir werden auch in der kommenden Runde eine konkurrenzfähige Mannschaft auf die Beine stellen“, beruhigt SGEH-Abteilungsleiter Sven Laderer die eigene Anhängerschaft. Die Abteilungsleitung sei in Sachen der Verpflichtung neuer Spieler schon sehr weit, in wenigen Tagen könne in einigen Fällen wohl schon Vollzug gemeldet werden. „Wir haben hier auf der Alb nicht nur eine gesunde Luft, sondern auch einen guten Teamgeist“, sagt Laderer augenzwinkernd.

In der Kreisliga A2 hatten die Dettinger Sportfreunde sieben Tage vor dem ersten Relegationsmatch bereits das erste von womöglich zwei Entscheidungsspielen im Sinn. „Wir haben in der zweiten Halbzeit bewusst einige Spieler geschont und einiges umgestellt“, betonte SFD-Trainer Heiko Blumauer nach dem spektakulären 5:6 gegen den TSV Jesingen, deshalb sei die Niederlage „nicht sonderlich schlimm.“ Die Geschichte des Spieltags schrieb derweil Torjäger Tim Lämmle. Punktgenau schoss der Stürmer gestern drei Tore, schraubte seine Bilanz auf (bisher in der Liga nie erreichte) 44 Treffer. Die bisherige Bestmarke hatte der Dettinger selbst gehalten: 43 Tore in der Saison 2013/2014.

Der TSV Neckartenzlingen hat sich als B4-Meister nach dem VfB Neuffen und dem AC Catania Kirchheim das Direktticket für die Kreisliga A2 gesichert. In der Relegation bekommt es folglich der TSV Ötlingen II (Freilos in der ersten Runde) am kommenden Samstag in Frickenhausen mit dem Sieger der Partie TSV Weilheim II/TSV Neckartailfingen II (B4-Vizemeister) zu tun. Die Ötlinger um Dominik Lepadusch (Foto: Markus Brändli) arbeiteten die Aufgabe der SpV 05 Nürtingen kompromisslos ab. Selbst 30 Minuten Zwangs pause wegen eines Gewitters brachte das Team von Dirk Heinemann nicht aus der Ruhe.

Noch zwei weitere Geschichten zum Saisonkehraus: Verbandsligist SV Göppingen um den Ex-Kirchheimer Nebih Kadrija geht zum dritten Mal in Serie in die Aufstiegsrelegation – das gab es noch nie auf dieser Ebene. Das entscheidende Match um den Titel verlor das Team von Gianni Coveli am Samstag bei der Neckarsulmer SU vor 1 500 Zuschauern mit 1:4. „Wir müssen uns nun gegen die TSG Weinheim erheblich steigern“, appelliert der Coach an seine Mannen vor den Aufstiegsspielen.

Dass es noch tiefer gehen kann als beim VfL Kirchheim, hatte der ehemalige Regionalliga-Konkurrent TSF Ditzingen in den vergangenen Jahren bewiesen. Der Ex-Verein von Fredi Bobic war sogar bis in die Kreisliga B abgestürzt. Gestern glückte die Wende: Mit einem 5:2 beim Lokalrivalen Gehenbühl gelang der Aufstieg in die Kreisliga A. Gefeiert wurde anschließend in der Ditzinger Lehmgrube wie einst zu besten Regionalliga-Zeiten.

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