Lokalsport

Rücktrittswelle am Sonntag

Fussballbezirk: Drei Jugendfunktionäre weg

Dem Fußballbezirk Neckar/Fils sind drei wichtige Köpfe im Jugendbereich weggebrochen: Nach einem internen Zerwürfnis haben Bezirksjugendleiter Fabian Karg (Hattenhofen), dessen Stellvertreter Dieter Maier (Altenriet) sowie der Turnier-Beauftragte Klaus Metzler (Bezgenriet) ihre Ämter mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

Kirchheim. Es gibt schönere Sonntage als den vorgestrigen: Gleich drei Rücktritt-E-Mails gingen da nachmittags binnen weniger Stunden beim Bezirksvorsitzenden Karl Stradinger ein. Sowohl Neckar/Fils-Jugendleiter Fabian Karg als auch dessen Stellvertreter Dieter Maier sowie mit Klaus Metzler der frühere Jugendchef quittierten unwiderruflich ihre Dienste – es ging Schlag auf Schlag. Nach dem ersten Schock tat Stradinger dann das, was angesichts des großvolumig aufgebrochenen Personal-Lochs dringend erforderlich war: sich schleunigst auf Nachfolgesuche zu begeben. Knapp 24 Stunden später meldete er einen ersten Zwischenerfolg. „Mit zwei Kandidaten für das Bezirksjugendleiteramt bin ich im Gespräch. Beide haben sich Bedenkzeit erbeten“, erklärte Stradinger gestern Nachmittag.

Dass der Bezirksboss aus Rechberghausen jetzt ein akutes Personalproblem zu lösen hat, kommt nicht von ungefähr. Schon seit Wochen kochte ein persönlicher Streit zwischen dem Sportgerichts-Vorsitzenden Siegfried Bippus und Bezirksjugendleiter Fabian Karg hoch, der darin gipfelte, dass Bippus ankündigte, zum Jugendstaffeltag am 21. Juli in Reichenbach wegen „ehrverletzender schriftlicher Äußerungen“ seines Widersachers im Vorfeld gar nicht erst zu erscheinen. Unzeitgemäße Umgangsformen waren es derweil, die Karg aufgebracht hatten: unnötige Einmischung in innere Jugendangelegenheiten warf er Bippus vor.

Nachdem sich Karl Stradinger nach einem misslungenen Schlichtungsgespräch demonstrativ hinter seinen langjährigen Mitarbeiter Bippus gestellt hatte („Siggi arbeitet nur nach den vorgeschriebenen Regeln“), war für Karg das Fass voll. Frustriert quittierte er nach nur viermonatiger Amtszeit zusammen mit zwei solidarischen Weggenossen seinen Job.

Karg, ein Polizeibeamter, der fünf Jahre lang unter Klaus Metzler Vize-Jugendleiter im Bezirk gewesen war, hatte nach seiner Wahl im März den Jugendspielbetrieb auf manchen Ebenen flexibilisieren und verbessern wollen. Doch seine angedachten Reformen stießen deshalb auf wenig Gegenliebe, weil sie „nicht kompatibel mit der WFV-Rechtssprechung“ waren, wie Karl Stradinger formulierte. Für den Bezirkschef war schnell klar, hinter wen er sich nach Aufarbeitung des Streitfalls zu stellen hat: hinter seinen Sportgerichts-Chef.

Umgekehrt machte auch der langjährige Bezirks-Mitarbeiter Klaus Metzler keinen Hehl daraus, wen er im Machtkampf Bippus/Karg als Sieger vorgezogen hätte. „Seit einiger Zeit werden Mitarbeiter der Bezirksjugend Neckar/Fils von Seiten des Bezirkssportgerichts-Vorsitzenden auf eine Art und Weise gemaßregelt, die nicht mehr akzeptabel ist“, erklärte Metzler in seinem Kündigungsschreiben, in dem auch Karl Stradinger sein Fett weg bekam: „Dies alles geschieht mit Billigung und großer Unterstützung des Bezirksvorstandes“.

Starker Tobak. Im Fußballbezirk gärt es in diesen Tagen – spätestens so lange, bis der Nachfolger Kargs gefunden ist.

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