Lokalsport

Rumpftruppe sticht

Basketball: Knights bezwingen Köln zu siebt

Mit 88:75 haben die Kirchheim Knights gestern Abend die Rhein Stars aus Köln besiegt. Mit nur sechs Stammkräften angetreten, lieferten die Ritter eine famose Leistung ab. Angeführt von Kapitän Richie Williams, der mit elf Punkten und elf Assists ein Double-Double ablieferte, rangen die Ritter die Kölner nieder und verbesserten sich in der Tabelle auf Platz drei.

Durchgebissen: Besnik Bekteshi und die Knights haben allen Personalsorgen zum Trotz gegen Köln gewonnen. Foto: Ralf Just
Durchgebissen: Besnik Bekteshi und die Knights haben allen Personalsorgen zum Trotz gegen Köln gewonnen. Foto: Ralf Just

Kirchheim. Über 1 100 Zuschauer in der Sporthalle Stadtmitte werden den Heimspielauftakt im Jahr 2016 so schnell nicht vergessen. Mit einer beeindruckenden Leistung bezwangen die Kirchheimer Zweitligabasketballer den Gast aus Köln. „Das war eine großartige Leistung. Die Spieler sind alle an ihre Leistungs- und vor allem an ihre Schmerzgrenze gegangen. Das war ein Sieg des Willens. In dieser Mannschaft steckt ein unglaublicher Charakter“, lobte Trainer Michael Mai seine Spieler.

Anzeige

Dennis Nawrocki, Richie Williams, Besnik Bekteshi, Andreas Kronhardt, Dennis Tinnon und Keith Rendleman als Stammkräfte, dazu Jugendspieler Akant Sengül, stellten sich der Herausforderung gegen den Tabellensechsten aus Köln. „Eigentlich könnte man jeden Spieler herausheben. Jeder hat heute eine tolle Leistung gebracht, die zum Mannschaftserfolg beigetragen hat,“ so Mai.

Die Ritter legten los wie die Feuerwehr, erspielten sich eine schnelle 12:3-Führung. Besonders Center Andreas Kronhardt war von Beginn an hellwach und erzielte sieben der ersten zwölf Punkte. Doch Köln reagierte. Nach einer Auszeit übernahm Aufbauspieler David Downs und erzielte zwei Dreier in Folge. Die Rhein Stars waren im Spiel angekommen und verteidigten knallhart. Erste Zweifel, ob es an diesem Abend zu einem Sieg reichen könnte, schlichen sich ein. Beide Mannschaften schenkten sich nichts, und es entwickelte sich ein spannender Kampf. Auf einen Kirchheimer Run folgte sofort die Kölner Antwort. In die Halbzeit ging es beim Stand von 39:38.

Doch wer geglaubt hatte, die konditionellen Vorteile der Rhein Stars würden nun überwiegen, der sah sich schnell getäuscht. Wieder erwischten die Kirchheimer den besseren Start. Besnik Bekteshi übernahm in der Offensive das Kommando. Mit 21 Punkten lieferte auch er – direkt nach einer auskurierten Fußverletzung – eine starke Leistung ab.

Nur einer erzielte noch mehr Punkte an diesem Abend: Center Dennis Tinnon, der aufgrund des Fehlens von Tim Koch, Johannes Joos, Tim Burnette, Shkelzen Bekteshi (der nach seinen fünf Einsätzen für die Knights nicht mehr spielberechtigt ist) sowie Forward Jordan Wild auf den Positionen drei, vier und fünf agieren musste. Auch er holte sich ein Sonderlob ab. „Dennis hat seine Sache heute extrem gut gemacht. Besonders auf der für ihn ungewohnten Flügelposition hat er einen sehr guten Job erledigt“, sagte Michael Mai nach Spielende. Mit 22 Punkten und 12 Rebounds erzielte auch er ein Double-Double.

Doch das Spiel sollte nochmals eng werden. Bis Mitte des vierten Viertels hielten die Kirchheimer ihren Vorsprung konstant zwischen acht und zwölf Punkten. Die bis dato nahezu komplett abgemeldeten Kölner Lakeem Jackson, der von Guard Dennis Nawrocki herausragend verteidigt wurde, und Aaron Jones brachten ihre Mannschaft wieder auf fünf Punkte heran. „Am Ende wurde es nochmals eng. Wir wurden langsam müde. Das war eine kritische Phase“, beschreibt Trainer Mai die Schlussminuten, in denen nun Kapitän Richie Williams, der mit einer Leistenverletzung angeschlagen ins Spiel gegangen war und gegen Ende des Spiels nahezu auf dem Zahnfleisch daher kam, das Spielgeschehen übernahm, die Angriffe der Knights neu strukturierte und immer wieder gefährlich in die Kölner Zone zog.

Ein Dreier von Bekteshi, vorbereitet von Williams, erhöhte dann die Führung nochmals – der entscheidende Schlag, von dem sich die Gäste nicht mehr erholten. „Das Einzige, das man heute kritisch sehen muss, war unsere Wurfquote von der Dreierlinie: drei von 17. Dass dann der entscheidende Korb ein Dreier ist, macht diesen Sport einfach aus,“ resümierte Coach Mai. „Ich hoffe, wir können den Schwung jetzt mitnehmen. Trotzdem wäre es nicht schlecht, wenn wir am kommenden Samstag mit mehr Spielern antreten könnten.“

Das nächste Heimspiel findet bereits am kommenden Samstag statt. Mit den ETB Wohnbau Baskets aus Essen empfangen die Teckstädter einen langjährigen Rivalen, gegen den sie in der Vorrunde per Buzzer-Beater eine empfindliche Niederlage einstecken mussten. Spielbeginn ist am Samstag um 19.30 Uhr in der Sporthalle Stadtmitte.cs