Lokalsport

Runderneuerung in den Lehenäckern

Kreisligaszene Der TSV Jesingen schafft Fakten: Nach der Strukturrenovierung und dem Trainerwechsel in der ersten Mannschaft bekommt nun auch die zweite Garde ein neues Gesicht. Von Helge Waider

Rot im Hintertreffen: Der TSV Weilheim II konnten den TSV Grafenberg gestern nicht aufhalten. Foto: Markus Brändli
Rot im Hintertreffen: Der TSV Weilheim II konnten den TSV Grafenberg gestern nicht aufhalten. Foto: Markus Brändli

Es klingt zunächst wie ein Anachronismus: der TSV Jesingen will der zweiten Mannschaft in der kommenden Saison ein neues Gesicht geben - und sagt erstmal die ges-trige Kreisliga-B-Partie gegen den TSV Oberlenningen mangels ausreichender Anzahl an spielberechtigten Akteuren ab.

„Wir hatten nur neun Spieler zur Verfügung“, klärt Peter Martsch, neuer Abteilungsleiter der Jesinger, auf. Es sei die Spätfolge des großen personellen Aderlasses am Ende der vergangenen Saison gewesen. Damit sich Geschichte nicht wiederholt, schneidet der Jesinger Fußballboss fleißig weiter sprichwörtliche alte Zöpfe ab. Einer der Leidtragenden: TSV II-Trainer Jörg Sauer. Der Coach, der aufgrund der vorhandenen, oder besser, bislang nicht vorhandenen Strukturen, wohl nie so richtig in Jesingen angekommen ist, muss zum Saisonende seinen Hut nehmen.

Nachfolger wird mit Alexander Schröder ein aktueller TSV-Routinier, unterstützt als Co-Trainer von Vater Andreas Schröder. „Wir erhoffen uns von dieser Maßnahme die Rückkehr des ein oder anderen abgewanderten Akteurs. Zudem ist Alex gut vernetzt und kann neue Spieler neugierig auf den TSV Jesingen machen.“ Nicht ausgeschlossen ist auch, dass Schröder aus der aktuellen ersten Mannschaft ein paar arrivierte „alte Hasen“, die aus privaten oder beruflichen Gründen kürzer treten wollen, mitbringt.

Noch nicht von Erfolg gekrönt war Martsch‘ erster Streich: die vorgezogene Inthronisierung des Trainergespanns Stefan Haußmann und Gaetano Caruana im Kreisliga-A-Team. Nach zwei Trainingseinheiten konnte die Mannschaft die neue Handschrift der Coaches noch nicht umsetzen. „Beim ersten Training am Donnerstag waren 18 Spieler da. Das gab‘s noch nie“, berichtete Abteilungsboss Martsch nicht ohne Stolz. Die Spieler seien nach der Trainingseinheit regelrecht platt gewesen - aber happy. Freilich gelten die Verträge des Trainergespanns nur für die Kreisliga A. „Wir halten die Klasse“, gibt sich Martsch selbstbewusst. Und wenn nicht? Dann, so der gelernte Schiedsrichter, gibt es eh‘ nur noch eine Mannschaft - und die trainiert dann Familie Schröder.

Für Schlagzeilen sorgten gestern auch andere Akteure. Tim Lämmle beispielsweise. Der traf gestern beim 7:0-Erfolg beim TSV Neckartenzlingen gleich fünf Mal, schraubte sein Torekonto auf 48 und humpelte aufgrund der harten Neckartenzlinger Gangart am Ende mit einer Mittelfußprellung vom Platz. Oder Frieder Geiger. Der Stürmer des TSV Grafenberg lieferte in der zweiten Halbzeit der Partie beim TSV Weilheim II einen lupenreinen Hattrick ab und hielt sein Team im Rennen um die Meisterschaft in der Kreisliga A.

Ungewöhnliches lieferte André Odehnal ab. Der Stürmer des SV Nabern schoss beim 4:0-Erfolg gegen den VfB Neuffen zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen einen Eckball direkt ins Tor. Klarer Fall: Das ist einer fürs Aktuelle Sportstudio.

Kurios wurde es in Owen. Beim 5:3-Sieg des TSV Owen II gegen den TSV Neckartailfingen III trug sich Dominic Klett zweimal in die Owener Torschützenliste ein. Soweit so gut - aber Klett ist eigentlich Bezirksligahandballer beim TSV Weilheim und spielt nur in der handballfreien Zeit Fußball - offenkundig mit Erfolg.

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