Lokalsport

Schaulaufen für die neue Saison

Fußball-Landesligist TSV Weilheim morgen beim abstiegsgefährdeten TSV Köngen

Das Rennen um Tabellenplatz drei ist eröffnet: Fußball-Landesligist TSV Weilheim hat dabei die zweitbesten Karten. Morgen Abend muss der TSVW ab 19.30 Uhr in Köngen ran.

Sich zeigen: Die Weilheimer wollen die restliche Runde nutzen, um sich für die kommende Spielzeit zu empfehlen. Foto: Bächle
Sich zeigen: Die Weilheimer wollen die restliche Runde nutzen, um sich für die kommende Spielzeit zu empfehlen. Foto: Bächle

Weilheim. Titel? Abgehakt. Aufstiegsrelegation? Nur noch durch ein Wunder möglich. Die Zeichen der Zeit beim einstigen Titel-Mitfavoriten TSV Weilheim sind eindeutig. Dessen künftiger Chefcoach Christopher Eisenhardt sieht freilich alles andere als Langeweile unter der Limburg aufkommen. Zum einen ist das Erreichen des Saisonziels noch ganz im Fokus. „Wir hatten ja Platz eins bis fünf vor der Runde als Zielbereich genannt“, beschreibt der einstige Defensivakteur die Vorgabe.

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Des Weiteren sieht Eisenhardt nicht nur das Rennen um Platz drei eröffnet – auch das Empfehlen für die neue Saison. „Wir schauen schon jetzt im Training ganz genau hin, welche Spieler sich in dieser Situation voll reinhängen und welche nicht“, betont der „Co“ des scheidenden Trainers Alexander Hübbe. Leitsatz: Wer sich jetzt empfehle, habe auch in der kommenden Saison gute Karten, unter der Limburg seinem Fußball-Hobby auf Landesliga-Niveau zu frönen. Ehrgeiz und Ehre sind Eisenhardts Argumente gegen Langeweile. „Wir stehen bereits in Köngen vor einem heißen Spiel bei einer abstiegsgefährdeten Mannschaft“, prophezeit der einstige VfL-Kapitän, der eine hohe Lauf -und Kampfbereitschaft seiner Kicker in der Fuchsgrube sehen möchte.

Hinter den Kulissen laufen derweil die Vorbereitungen für die nächste Saison. Mit möglichen Neuzugängen sind die TSVW-Koordinatoren bereits im Gespräch, zudem sollen auch wieder talentierte A-Junioren nachrücken. Noch sei aber nichts spruchreif, bis Ende April, Anfang Mai soll der neue Kader jedoch stehen.

Für das morgige Spiel müssen Hübbe und Co. auf jeden Fall Mittelfeldakteur Emrah Polat von der Einsatzliste streichen. Die schmerzhafte Prellung aus dem Spiel gegen Waldstetten, resultierend aus einer Attacke im gegnerischen Strafraum, machte ein Training in dieser Woche erneut nicht möglich. Weitere kurzfristige Ausfaller sind Martin Kirschmann (Grippe), Can Kanarya (Zerrung), Marvin Heth (unter der Woche auf Seminar) und Servet Isik (Knieprobleme) – die Langzeitverletzten Ferdi Er, Lukasz Majowski, Michele Latte, Salvatore de Rosa und Alper Varay mitgerechnet, fehlt dem TSVW bis auf einen Mann eine komplette Elf.

Für den morgigen TSVW-Gegner wird die Lage nach drei Niederlagen in Serie langsam ungemütlich. Köngen steht als Tabellenviertletzter auf einem Abstiegsplatz. Bemerkenswert, dass diese Niederlagen allesamt von knapper Natur (2:3 in Nürtingen, 0:1 gegen Blaustein, 0:1 in Waldstetten) waren. „Ganz bitter“ empfindet dies Köngens scheidender Trainer Ralf Rueff, der in seiner letzten TSVK-Saison den sportliche Gau unbedingt vermeiden will. Mit mindestens 300 Zuschauern rechnen die Gastgeber beim Lokalkampf, falls sich die Wetterprognosen für den morgigen Freitag (bewölkt, kein Regen) bestätigen.

Im schlimmsten Fall könnte Köngen am Wochenende sogar bis auf den vorletzten Tabellenplatz abstürzen – Siege der hinter dem TSVK platzierten SC Stammheim (gegen Spitzenreiter SV Ebersbach) und TSV Buch (SF Dorfmerkingen) sowie eine Niederlage des Fuchsgrube-Teams vorausgesetzt.

Etwas entspannter kann Aufsteiger FV 09 Nürtingen den Rest der Runde in Angriff nehmen. Teufels Mannen gastieren am Sonntag beim Tabellenzweiten in Boll. Verzichten müssen die Nürtinger auf den rot-gesperrten Abwehrakteur Patrick Siegert. Dafür ist Torjäger David Coconcelli nach abgesessener Rotsperre wieder an Bord. Im Hinspiel siegte der Neuling 2:0. Eine Wiederholung dieses Resultats würde dem Bestreben der Weilheimer im Kampf um Platz drei entgegenkommen.

Kommando zurück: Hans-Peter Bauer bleibt Abteilungsleiter

Überraschende Wende bei den Weilheimer Fußballern: Allen Unkenrufen zum Trotz hängt Hans-Peter Bauer (57) ein drittes Jahr als Abteilungsleiter an. Damit ist die größte Hürde vor der heutigen Hauptversammlung (ab 20 Uhr, Gaststätte Dolce Vita) genommen. Bis Wochenbeginn waren Weilheimer Fußball-Kreise davon ausgegangen, dass Hans-Peter „Pit“ Bauer wegen persönlicher Arbeitsüberlastung seinen Rücktritt verkünden und dem Verein damit einen schwerwiegenden Problemfall hinterlassen wird. Trotz monatelanger interner Fahndung hatte sich kein geeigneter Nachfolger gefunden. Seit der Ausschusssitzung am Montag ist das Weilheimer Personalprob­lem jedoch vom Tisch: Da hatte Bauer zugesagt, ein drittes Amtsjahr dann anzuhängen, falls gewisse zeitintensive Zusatz-Jobs wie Festorganisationen künftig für ihn wegfallen würden. Das Gremium willigte ein – und kann bei der heutigen Abteilungsversammlung) den Wunschkandidaten präsentieren. Bauers Wiederwahl gilt als Formsache. Mit seinem Jawort ebnet Bauer den Weg dafür, dass der TSVW mit der bisherigen Führungsmannschaft in die kommende Spielzeit gehen wird. Denn neben Spielleiter Günther Friess stellt sich auch Kassier Manfred Herrmann zur Wiederwahl – eine etwaige Abdankung war für die beiden TSVW-Veteranen naturgemäß kein Thema. Hinter der ersten Funktionärsreihe sollen zwei oder drei neu zu wählende Leute in den Ressorts Wirtschaft und Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt werden. Was auch zum Ziel hat, dass die Vorstandschaft entlastet und das gesamte Organisationsteam vergrößert wird.top