Lokalsport

Schläger zertrümmert, Gegner besiegt

Tennis Der TC Kirchheim dreht einen 2:4-Rückstand gegen Herrenberg und wahrt damit die Chance auf den Aufstieg in die Württemberg-Liga. Von Klaus Schlütter

Haderte mit seiner Leistung im Einzel: Kirchheims Tony Holzinger. Foto: Markus Brändli
Haderte mit seiner Leistung im Einzel: Kirchheims Tony Holzinger. Foto: Markus Brändli

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Der scherzhafte Ausspruch des Dichters Wilhelm Busch kam manchem Zuschauer in den Sinn, als die Tennisspieler des TC Kirchheim ein scheinbar verlorenes Oberligaspiel gegen den TC Herrenberg noch aus dem Feuer rissen: 2:4 stand es nach den sechs Einzeln, unerwartet für die favorisierte Heimmannschaft. „Da geht nichts mehr“, sagten viele enttäuschte Fans und machten sich vorzeitig auf den Heimweg. Eine Fehlentscheidung. Denn sie verpassten das Beste - drei spannende Doppel und die Wende.

Tony Holzinger und der Tscheche Tomas Jecminek schossen Schmidt/Bartsch 6:0, 6:1 ab. Der Spanier Alejandro Serrano Osoba und Tim Bühler rangen Marquardt/Mayer 6:3, 7:5 nieder. Das Tüpfelchen auf das i setzten Benjamin Dröge und Lasse Pörtner mit einem überraschenden 6:3, 4:6 und 10:5 im Match-Tiebreak. Entscheidend für den dritten Kirchheimer Erfolg in Serie war die Moral gegen die Gäste mit drei Spielern der Leistungsklasse 1. „Trotz des Rückstands hat keiner den Kopf hängen lassen“, freute sich TCKChef Benni Dröge.

Verflogen war der Frust nach den Einzeln. Besonders der emotionale Tony Holzinger hatte da mit seiner Leistung gehadert. Bis er gegen den famosen Linkshänder Jan Lucca Marquardt ins Spiel kam, lag er schon 0:4 zurück und hatte vor Wut seinen Schläger zertrümmert. Der Satz ging nach spektakulären Ballwechseln mit 3:6 verloren. Der zweite Durchgang gehörte dem Kirchheimer (6:3), doch den Match-Tiebreak dominierte wieder die Herrenberger Nummer eins mit 10:5.

Auf dem Platz nebenan gab Holzingers „Ziehsohn“ Lasse Pörtner die Punkte ab (3:6, 1:6), ebenso wie Tim Bühler (6:0, 5:7, 4:10) und Lukas Fauser (3:6, 0:6). Dagegen unterstrich Tomas Jecminek mit 6:1, 6:1 gegen Widmayer seine Überlegenheit. Der TCK braucht am Sonntag noch einen Sieg beim TC Weissenhof, um sicher aufzusteigen. Dann hieße es: „Württemberg-Liga, wir kommen.“

Ötlinger Sonntagsausflug

Die Herren 40 des TSV Ötlingen wahrten ihre zugegeben minimale Aufstiegschance von der Verbands- in die Oberligastaffel mit einem Kantersieg in Neufra. Die Fahrt ins Blautal gestaltete sich zu einem lockeren Sonntagsausflug für das Quartett aus dem Rübholz. Frank-Michael Lutz, Jacek Lorkiewicz, Markus Benz und Jochen Klein ließen in keiner Phase Zweifel aufkommen, wer den Platz als Sieger verlassen würde. Das drückte sich auch in den Zahlen aus: 6:0 Siege, 12:0 Sätze, 73:32 Spiele standen am Ende für den TSVÖ zu Buche.

Jesingen vor dem Tigersprung

Eine Etage tiefer setzen die Herren 30 des TSV Jesingen zum Tigersprung in die Bezirksliga an. Der dritte Sieg im dritten Spiel der Bezirksklasse war allerdings hart erkämpft. Mit 3:3 durch Christopher Gneiting, Bastian Beutel und Holger Radewagen ging es in die Pause. Frisch gestärkt fuhren die beiden Doppel Baur/Beutel und Gneiting/Radewagen mit ihren Zwei-Satz-Siegen zum 5:4 die Ernte ein.

Von ihren Senioren können die jüngeren Jesinger noch einiges lernen. Bei der 1:8-Schlappe gegen Bad Boll hatte nur Cedric Taake Grund zum Jubeln. Der TC Kirchheim II ging gegen Engstingen leer aus (0:9). Beim Bissinger 1:8 in Baltmannsweiler ließ Tom Köpf mit einem 10:6-Erfolg im Match-Tiebreak sein Talent aufblitzen.

Anzeige