Lokalsport

Schrumpft der Vierkampf zum Duell?

Handball Aufsteiger TSV Owen überrascht in der Bezirksliga. Wegweisendes Derby gegen die SG Lenningen.

Owen. Das offensivstärkste Kollektiv der Liga gegen den Rekord-Torjäger im gelben Jersey. Der siebte Spieltag am 29. Oktober in der Handball-Bezirksliga hat es in sich. Dank 53 Treffern von Bastian Klett – davon alleine 20 vergangene Woche im Spiel gegen Schlusslicht TV Altbach – gilt Bezirksliga-Aufsteiger TSV Owen als die Überraschung der noch jungen Saison. Platz drei für die Gelben nach nur einer knappen Niederlage in vier Spielen. Die gab es gegen den Topfavoriten TSV Köngen.

Lokalrivale SG Lenningen hat eine noch bessere Bilanz vorzuweisen. Zwar hat auch der Landesliga-Absteiger gegen Spitzenreiter Köngen die ersten Federn gelassen, doch die Mannschaft von Trainer Bruno Rieke steht nach vier Siegen und 149 Treffern, so viel wie keine andere Mannschaft bisher, auf Platz zwei. Lenningen überzeugt durch Torgefahr von fast allen Positionen, Owen vor allem durch den reichen Erfahrungsschatz Württembergliga-erprobter Spieler wie die beiden Klett-Brüder oder Kapitän Raphael Schmid.

Was im direkten Vergleich schwerer wiegt, ist die spannende Frage vor dem Derby in gut einer Woche. Einem von vielen in diesem Jahr und doch, so scheint es zumindest im Moment, dem womöglich entscheidenden im Rennen um einen der Spitzenplätze. Ein Urteil käme viel zu früh, doch was beide Gegner verbindet, spricht Bände. Wie überraschend klar die Kräfte rund um die Teck in dieser Saison verteilt sein könnten, bekam vergangenes Wochenende der TSV Weilheim zu spüren. Von vielen als einer der Mitfavoriten gehandelt, gingen die Limburgstädter beim 20:35 am Sonntag in der Teckhalle regelrecht unter. Die Lenninger sorgten vor zwei Wochen in der Lindachsporthalle für ähnlich klare Verhältnisse: 32:22 stand es am Ende gegen das Team von Neu-Trainer Martin Weiss.

Von einem Gleichgewicht der Kräfte, von knisternder Spannung im Revierkampf bisher keine Spur, nachdem auch der VfL Kirchheim gleich am ersten Spieltag mit einem 22:30 in der Owener Teckhalle für die erste Überraschung sorgte. Schrumpft der Vierkampf zum Duell? Die Mannschaft von Engelbert Eisenbeil, im Vorjahr erst in der Relegation am Aufstieg gescheitert, hat nach erst drei absolvierten Begegnungen und Platz vier immerhin noch keinen Grund für schlaflose Nächte.

Das gelbe Trikot tragen die Owener schon jetzt. Ob sich die Farbenlehre aus dem Radsport auch auf Handball übertragen lässt? „Wir wissen, dass wir es können“, sagt Spielertrainer Steffen Klett. „Jeder kennt seine Aufgabe und setzt das sehr gut um.“ Besonders deutlich wurde das in Köngen und zuletzt daheim gegen Weilheim, als beide Gegner versuchten, mit doppelter Manndeckung gegen die Klett-Brüder die Schaltzentrale im Angriff lahm zu legen. Der Versuch scheiterte, weil andere die sich bietenden Lücken nutzten.

Mehr als eine Momentaufnahme ist das für den Trainer nicht. Er weiß: Das Spiel gegen Tabellenschlusslicht Altbach war lange offen, und auch gegen Weilheim steckte mehr Arbeit drin, als das klare Ergebnis ausdrückt. Die Ausfälle von Tobias Bäuchle (Bruch der Wurfhand) und Sebastian Kerner (Bänderverletzung) zeigen zudem, wie schnell Probleme entstehen können. Er selbst hat den Weg zurück geschafft. Früher als erwartet nach seiner schweren Knieverletzung. Dass vieles noch nicht rund läuft nach eineinhalb Jahren Pause muss er akzeptieren. „Ich bin nicht der Alte“, sagt Steffen Klett. „Aber ich bin dankbar, dass ich überhaupt noch einmal auf dem Spielfeld stehen kann.“Bernd Köble

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