Lokalsport

Schwäbische Solidarität

Was die Gebrüder Grimm wohl aus Corona gemacht hätten? Der von Deutschlands bekanntesten Märchenonkeln vor rund 200 Jahren adaptierte Schwank der „Sieben Schwaben“ hätte in Pandemiezeiten komplett umgeschrieben werden müssen - zumindest aus lokalsportlicher Sicht: Rund um die Teck hatten sieben Fußballfunktionäre im Frühjahr mal eben den kompletten Gegenentwurf zum tölpelhaft beschriebenen Auftritt der Literaturgestalten geliefert und mir mit einer wahren Heldentat ganz nebenbei das persönliche Sport-Highlight des Jahres beschert.

Als bereits Mitte April abzusehen war, dass der TSV Ötlingen im Zuge der ersten Coronawelle um die Austragung des Teckbotenpokals im August gebracht werden dürfte, erklärten sich die nachfolgenden Ausrichtervereine kurzerhand solidarisch: In Holzmaden, Jesingen, Kirchheim, Notzingen, Dettingen, Weilheim und Neidlingen sagten die Fußballverantwortlichen ohne Zögern zu, jeweils ein Jahr nach hinten zu rutschen, damit die Ötlinger 2021 zum Zuge kommen können - als Initiator der vorangegangenen Telefonumfrage war ich dabei von dem spontanen Schulterschluss ebenso beeindruckt, wie die Funktionäre des TSVÖ: Der überschwängliche Dank des fast schon zu Tränen gerührten Ötlinger Turnierorganisators Hans Rietheimer hallt knapp acht Monate später noch genauso nach wie das von den sieben (Vereins-)Schwaben durch die Bank beschworene Motto: „Das ist doch eine Selbstverständlichkeit.“ Stark!


Die Highlights der Sportredaktion

Rückschau halten ist im Corona-Jahr aus sportlicher Sicht alles andere als einfach - trotz Absagen, Ausfällen und Abbrüchen gab es für die Lokalsportredakteure des Teckboten und die freien Mitarbeiter 2020 auf lokaler und überregionaler Bühne genügend Highlights, an die wir bis Ende des Jahres jeden Tag erinnern.

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