Lokalsport

Schwarzbauers Husarenritt in Schweden

MTB-Teck-Mountainbiker Luca Schwarzbauer hat bei den U23-Europameisterschaften als Neunter einen prächtigen Eindruck hinterlassen.

Jönköping. „Das ist unglaublich. Heute lief es super. Meine Vorbereitung hat optimal gepasst.“ Luca Schwarzbauer konnte es selber kaum glauben, welcher Husarenritt ihm bei der EM im schwedischen Jönköping gelungen war. Der Nürtinger war von Position 51 gestartet und hatte sich auf dem extrem harten 4,1-Kilometer-Kurs Runde um Runde weiter nach vorne gekämpft. 25, 20, 17, 14 – zwischendurch wurden immer kleinere Zahlen für Schwarzbauer gemeldet. Dabei musste man bei den heißen Temperaturen und mörderischen Anstiegen auch ein wenig Angst haben, dass der 19-Jährige sich kräftemäßig nicht überfordert.

Schwarzbauer überzog nicht. „Ich habe mich heute nicht mega-spritzig gefühlt, aber das war auf diesem Kurs nicht schlimm. Ich hatte immer einen guten Speed und habe mich auch in den Abfahrten gut gefühlt“, sagte er.

Als er zwischenzeitlich die Nachricht bekam, dass er schneller unterwegs sei als sein alter Konkurrent, der Junioren-Weltmeister Simon Andreassen (5.) aus Dänemark, da motivierte ihn das noch mehr. Der Nürtinger erreichte in der vorletzten von sechs Runden die neunte Position und hatte es dort mit dem Tschechen Matek Prudek zu tun. Der rutschte in einer Kurve kurz weg, sodass Schwarzbauer vorbeifahren konnte. Doch es sollte bis zur letzten Kurve ein Duell um diesen neunten Platz bleiben.

„Ich wollte ihn einen Kilometer vor dem Ziel eigentlich vorbei lassen, damit ich von hinten angreifen kann, doch er wollte nicht“, berichtete Schwarzbauer über den Duell-Verlauf. Also habe er selber die Initiative ergriffen. Er jagte eine kurze Rampe hinauf, holte zwei, drei Sekunden heraus und verteidigte die bis zur Ziellinie. Schwarzbauer, zweitbester Deutscher hinter dem viertplatzierten Ben Zwiehoff (Essen/+3:59), kam mit 5,21 Minuten Rückstand auf den Sieger ins Ziel. Die Medaillen gingen an die beiden Franzosen Victory Koretzky und Titouan Carod sowie den Schweizer Marcel Guerrini.

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