Lokalsport

Schwarzer Tag für die Schwaben

Mountainbike Beim Weltcup in Les Gets verpassen Manuel Fumic und Luca Schwarzbauer ihre Ziele. Auch Pirmin Sigel und Kira Böhm fahren hinterher. Von Armin Küstenbrück

Manuel Fumic ist in der Schlammschlacht von Les Gets nicht über den 49. Platz hinausgekommen.
Manuel Fumic ist in der Schlammschlacht von Les Gets nicht über den 49. Platz hinausgekommen.

Es war nicht der Tag der schwäbischen Mountainbiker beim Regen-Weltcup im französischen Les Gets. Lediglich der Reuderner Luca Schwarzbauer vom Team Lexware konnte als 24. und damit bester Deutscher seine Leistungen aus dem Frühjahr bestätigen, war aber letztlich mit dem Ergebnis auch nicht zufrieden. Manuel Fumic aus Kirchheim (Cannondale Factory Racing) belegte nach einem verheißungsvollen Start gerade einmal den 49. Platz, Kira Böhm (Weilheim/Walcher XC Team) verlor viel Zeit bei einem Sturz in der ersten Runde und kämpfte sich mit einem verbogenen Schaltwerk auf Rang 46. Und Pirmin Sigel (Weilheim) musste das Rennen mit Atemproblemen gleich in der ersten Runde komplett aufgeben.

Heftiger Regen machte den Weltcup im Skiort Les Gets in den Savoyer Alpen zu einer Rutschpartie. „Die Strecke hat sich jede Runde verändert“, berichtete Manuel Fumic nach dem Rennen: „Wenn du aber nicht exakt die Spur getroffen hast, dann ist entweder dein Vorderrad oder dein Hinterrad weggerutscht.“ Dabei kam der ehemalige U23-Weltmeister, der seinen Titel 2004 eben dort gewonnen hatte, mit den Abfahrten noch sehr gut zurecht. Probleme bereiteten dem 39-Jährigen eher die Anstiege nach dem harten Trainingsblock - Fumic hatte schon vor dem Rennen angekündigt, dass er eventuell müde und nicht genug erholt in den Wettkampf gehen würde, weil der Fokus der Vorbereitung auf das olympische Rennen in Tokio am 26. Juli ausgerichtet sei.

„Was ich Positives aus Frank- reich mitnehmen kann, ist der Start: ich habe gezeigt, dass ich aus der dritten, vierten Startreihe nach vorne fahren kann, so wie es auch in Tokio sein wird.“ Als 16. kam Fumic denn auch aus der ers- ten Runde, fiel dann aber in den kommenden vier Runden bis auf Platz 51 zurück, wo er sich dann stabil halten konnte und letztlich als 49. das Rennen beendete.

Auch Luca Schwarzbauer zeigte eine starke erste Runde und profitierte dabei von der Kollision einiger Fahrer in der Startphase: „Ich war zwar auch involviert, kam aber schnell wieder aufs Rad und konnte so sogar einige Plätze gutmachen“,, berichtete Schwarzbauer. Er hielt sich fortan in den Top 25. Zur Rennhälfte war er kurzfristig sogar auf dem 17. Platz, wurde dann aber von einem Konkurrenten in einer Abfahrt behindert und rutschte den Abhang hinunter zurück auf Platz 22. „Da ist mir dann physisch und psychisch die Energie ausgegangen: Im Ziel war ich komplett leer, ich hatte wirklich alles gegeben.“ So hatte er nach 1.31,46 Stunden Fahrzeit nicht mehr genug Power, um sich im Zielsprint um Platz 22 gegen den Franzosen Victor Koretzky und Pierre de Froidmont aus Belgien durchzusetzen. Sein Ziel, einmal unter die Top 15 zu kommen, verpasste Schwarzbauer um ziemlich exakt eine Minute: „Das ist eigentlich nicht so viel“, konstatierte Schwarzbauer. „Ich brauche einen Tag, wo alles gut zusammenläuft, dann ist das realistisch.“

Die Tagessiege gingen an den Schweizer Weltcup-Führenden Mathias Flückiger und die Französin Loana Lecomte. Max Brandl, zweiter deutscher Starter bei Olympia, wurde nach einem Sturz 37. Bei den Frauen wurde Ronja Eibl (Alpcin-Fenix, Grosselfingen) Neunte. Elisabeth Brandau (EBE Racing, Schönaich), zweite deutsche Olympia-Nominierte, wurde mit einer Runde Rückstand aus dem Rennen genommen.

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