Lokalsport

Selbstbewusst ins letzten Rennen

Mountainbike Beim Weltcup-Finale in Val di Sole will Manuel Fumic an die guten Leistungen vom Rennen in Mont Sainte Anne anknüpfen. Von Erhard Goller

Ins Rollen gekommen: Nach Platz sechs beim Weltcup-Rennen in Kanada peilt Manuel Fumic in Italien nun eine ähnliche gute Platzie
Ins Rollen gekommen: Nach Platz sechs beim Weltcup-Rennen in Kanada peilt Manuel Fumic in Italien nun eine ähnliche gute Platzierung an. Foto: Andreas Dobslaff

Wer’s mit deutscher Brille gesehen hat, dem wird’s in Erinnerung bleiben: das Weltcup-Rennen im kanadischen Mont Sainte Anne vor drei Wochen. Grund: Manuel Fumic spielte zwei Runden lang eine (Führungs-)Rolle, die deutschen Cross-Country-Männern über viele Jahre verwehrt geblieben war. Die Reaktionen aus Kollegenkreisen auf den sechsten Platz des Kirchheimers klangen dann in der Mehrheit so, wie die des zweifachen Marathonmeisters Karl Platt: „Super gefahren, das gibt Selbstvertrauen.“

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Manuel Fumic selbst hat sich gefreut über „extrem viel Feedback“, und das Rennen dann zügig abgehakt. „Ich habe es mir nicht mal auf Video angeguckt. Wir wissen auch so, wo wir stehen, und wollen daran weiter arbeiten“, lässt Fumic aus Kroatien wissen.

Dort hat er, wie bereits vor der deutschen Meisterschaft, gemeinsam mit seinem britischen Coach Phil Dixon und Teamkollegin Helen Grobert für zehn Tage Quartier bezogen, um sich auf die beiden letzten Saisonhöhepunkte vorzubereiten. „Das Training hier lief gut, aber es war vor dem Weltcup-Finale und vor der WM auch noch mal wichtig, mental zu entspannen. Die nächsten Wochen werden anstrengend genug“, erklärt Fumic. „Ich hoffe, dass ich am Sonntag noch mal in die Regionen hineinkomme wie in Mont Sainte Anne. Ich will einfach nur zeigen, dass ich vorne mitfahren kann.“

Für sein Team Cannondale Factory Racing gibt es am Sonntag (14.45 Uhr) noch zwei konkrete Ziele. Der Franzose Maxime Marotte will seinen zweiten Rang in der Gesamtwertung verteidigen, was für die Crew von Team-Manager Daniel Hespeler das beste Resultat unter seiner Regie wäre. Und dann haben sie auch noch die Team-Wertung im Fokus, wo sie nur sieben Punkte hinter Scott-Sram um Olympiasieger Nino Schurter liegen.

Fumic selbst hat als derzeit Neunter kaum noch Chancen auf ein Top-Fünf-Gesamtergebnis, doch in der Weltrangliste hat er sich inzwischen wieder an die fünfte Position geschoben - die zu verteidigen, würde bei den Weltmeisterschaften in Australien (6. bis 9. September) einen Start aus der ersten Reihe bedeuten.

Pfäffle will Form bestätigen

Für Christian Pfäffle (Möbel Märki) stellt sich in Val di Sole die Aufgabe, aus einer ungünstigen Position einen möglichst guten Start hinzulegen. „So richtig Freund war ich mit der Strecke dort noch nie“, gesteht er, „warum, das weiß ich eigentlich auch nicht.“ Aber er erinnert sich daran, dass er dort „immer einen schlechten Start“ hatte. Der Kurs ist mit steilen Rampen sehr fordernd.

Mit der Entwicklung seiner Form ist der Neuffener indes zufrieden. „Die letzten Rennen haben gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich denke, dass ich das auch in ein gutes Ergebnis ummünzen kann“, meint Pfäffle. „Und ich will das Beste draus machen. So viele gute Weltcup-Ergebnisse hatte ich dieses Jahr ja noch nicht.“

Dass er vergangenen Sonntag beim Swiss Bike Cup in Muttenz in den ersten Runden seine Probleme hatte, führt er auf den Trainingsblock zurück, den er in den Tagen zuvor absolviert hatte.

Dort hat Luca Schwarzbauer im U23-Rennen als Vierter bekanntlich ein Erfolgserlebnis verbucht. Dennoch versucht er, den Ball flachzuhalten, vor dem Weltcup-Finale seine eigene Euphorie zu bremsen. „Für mich gilt es in erster Linie, nichts zu überstürzen. Ich hatte jetzt zwei, drei gute Rennen, aber das heißt noch lange nicht, dass plötzlich alles läuft“, sagt er fast skeptisch.

Vor allem mental sucht er nach der richtigen Einstellung für das letzte U23-Weltcup-Rennen, das bereits um 10.15 Uhr beginnt und gleichzeitig das letzte große seiner Saison ist. „Ich werde positiv ins Rennen gehen, aber nicht übermotiviert“, sagt er.