Lokalsport

Sie will Weltbeste werden

Die Kirchheimerin Anna Gabric ist Hoffnungsträgerin des Tennis-Bundesligisten TEC Waldau Stuttgart

Tennis-Bundesligist TEC Waldau Stuttgart muss morgen zu Hause gegen TC Moers gewinnen, um in der Liga zu bleiben. Stütze im Existenzkampf: Anna Gabric aus Kirchheim.

Muss morgen punkten: Für Anna Gabric und den TEC Waldau geht es um den Klassenerhalt.Pressefoto
Muss morgen punkten: Für Anna Gabric und den TEC Waldau geht es um den Klassenerhalt.Pressefoto

Kirchheim. Der letzte Heimsieg in Degerloch datiert vom 9. Mai 2014. Es folgten vier unglückliche 4:5-Niederlagen gegen Aachen und Berlin sowie in diesem Jahr gegen Regensburg und Hannover. „Es wird Zeit, dass wir wieder etwas Glück auf der Waldau haben“, stöhnt Thomas Bürkle. Für dieses Alles- oder Nichts-Spiel versucht der umtriebige TEC-Manager das junge deutsche Team mit zwei Ausländerinnen zu verstärken. Die 18-jährige Anna Gabric ist als Nummer sechs gesetzt.

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Anna wurde in Kirchheim geboren und ist unter der Teck aufgewachsen. Das Tennisspielen hat sie bei Papa Zoran gelernt, der als Trainer auch den TCK-Spitzenspieler Tony Holzinger formte. Mit elf wechselte Anna mit ihrem Vater – die Eltern leben getrennt – nach Kreuzlingen in die Schweiz. Sie verbesserte sich kontinuierlich, eilte von Erfolg zu Erfolg. Sie wurde 2012 Schweizer Jugendmeisterin, holte mit Vivian Wolff Silber im Doppel bei den European Youth Olympics in Utrecht und Bronze mit dem Junior Fedcup-Team. Mit 14 überraschte sie in Ludwigshafen als Deutsche Jugendmeisterin: „Mein schönster Titel. Er kam quasi aus dem Nichts, weil mich keiner kannte“.

Seit 2014 lebt Anna wieder im Ländle. Sie wohnt bei ihrer Mutter in Kirchheim. Trifft sich an den Wochenenden gerne mal zum Spielen mit Tony Holzinger („wir haben unheimlich viel Spaß miteinander“). Geht in Stuttgart auf die Cotta-Sport-Eliteschule, wo sie nächstes Jahr ihr Abitur macht. Unter der Woche schläft sie im Olympiastützpunkt Stuttgart und trainiert im Leistungszentrum des WTB in Stammheim bei drei verschiedenen Trainern (Chris Singer, Torsten Popp, Albert Ender). Schließlich hat sie Großes im Sinn.

„Mein Ziel ist es, die beste Tennisspielerin der Welt zu werden“, hat sie ihre Homepage im Internet überschrieben. Noch ein weiter Weg. Momentan ist sie die Nummer vier der deutschen U18-Rangliste, die 47. bei den DTB-Damen und die 936. In der ATP-Welt.

Seit dieser Saison verstärkt die mittlerweile 18-Jährige das Bundesligateam des TEC Waldau. Ihre Auftritte waren ein Spiegelbild der bisher unglücklich verlaufenen Saison. Anna kam im Einzel vier Mal zum Einsatz. Erreichte jedes Mal Satzgleichstand, aber unterlag immer im Match-Tiebreak. Die Rechtshänderin mit Vorhandstärke übt Selbstkritik: „Ich bin oft noch zu ungeduldig.“ Das soll sich morgen ändern, ab 11 Uhr in Degerloch. „Wir sind heiß auf Moers und guter Dinge, dass wir den Klassenerhalt schaffen“.

Wird sie in Zukunft mit Profitennis ihr Geld verdienen? Darüber hat sie sich konkret noch keine Gedanken gemacht. Nur so viel: „Auf jeden Fall werde ich nach dem Abi ein Studium beginnen. Ich möchte nicht ohne Nichts dastehen, wenn eine Verletzung dazwischenkommt“.