Lokalsport

Späte Genugtuung

Auch eine späte Genugtuung tut gut – so wie gestern geschehen in Esslingen-Zell. Beteiligt: die Bezirksligisten VfB Oberesslingen/Zell und VfL Kirchheim.

Beschäftigungslos: Catanese Giuseppe Forzano.Foto: Genio Silviani
Beschäftigungslos: Catanese Giuseppe Forzano.Foto: Genio Silviani

Kirchheim. Rückblende: 21. Juni 2015 in Weilheim. Eine 1:3-Niederlage im Relegationsspiel um den Verbleib in der Bezirksliga beschrieb den aktuellen Tiefpunkt im Niedergang des VfL Kirchheim. Gegner damals: der VfB Oberesslingen/Zell. 14 Monate später machte der wiedererstarkte VfL im Bezirksligamatch kurzen Prozess mit den Esslinger Vorstädtern und landete einen 9:0-Sieg. Spielleiter Wolfgang Mutzbauer: „Besonders freut mich, dass unsere Youngster Dominik Cseri und David Srsa von Beginn an aufliefen und ein gutes Spiel machten.“

Mit dem Ergebnis, nicht aber mit dem Spiel, war Dieter Hiller zufrieden. Der Neu-Trainer der SGEH sah beim 2:1-Sieg seiner Truppe beim TSV Denkendorf Probleme auf dem Flügel: „Wir haben über die Außenbahnen zu wenig Druck gemacht.“ Lockerer sah es Abteilungsleiter Sven Laderer: „Wir machen so weiter, wie wir zum Ende der Rückrunde der letzten Saison aufgehört haben – erfolgreich.“

Eine Klasse tiefer gab es ein Novum: Der AC Catania Kirchheim musste am Freitagabend wegen Spielermangels die für gestern angesetzte Partie gegen den TSV Jesingen absagen. Catania-Urgestein Giuseppe „Pippo“ Forzano und Sohn und Trainer Michel Forzano waren untröstlich: „Wir mussten noch nie ein Spiel der ersten Mannschaft aus personellen Gründen absagen, aber wir hätten nur neun Spieler zur Verfügung gehabt.“ Forzano senior selbst wollte notfalls mit seinen 57 Lenzen noch einmal die Kickstiefel schnüren, doch hätte auch dies wenig Sinn gemacht. Da es auch noch einen der beiden ersten Spieltage betraf, und Matches zu diesem frühen Saisonzeitpunkt nicht verlegt werden dürfen, wird das Spiel nicht nur 0:3 zu Ungunsten der Catanesi gewertet. Auch eine Geldstrafe wird noch auf Forzano und Co. zukommen. Jesingens Trainer Klaus Müller sah es mit einem weinenden und einem lachenden Auge: „Wir wären gerne im Spielrhythmus geblieben. Die drei Punkte nehmen wir natürlich gerne mit.“

Erfolgreich war auch der SV Nabern – im Allgemeinen durch ein 0:0 beim TSV Grötzingen und im Besonderen durch Goalie Marcel Geismann, der gleich zwei Foulelfmeter hielt und damit zum Punktegarant avancierte. Weniger gut ging es Lars Wiest. Der Akteur des TSV Weilheim II wurde nach einem Zusammenprall mit Verdacht auf Gehirnerschütterung von Vater und Berichterstatter Joachim Wiest ins Krankenhaus gebracht, braucht nun Ruhe und bekam so die Niederlage seines Teams beim FC 73 Nürtingen nicht mehr mit.

Ruhe herrscht seit Beginn dieser Saison auch bei der TG Kirchheim. Nach dem Abstieg aus der Kreisliga A wollten die TG-Funktionäre alte Zöpfe abschneiden und verzichten künftig auf Musik und Stadionsprecher Claus „Yeti“ Stepan. Der sieht‘s positiv: „Jetzt kann ich wenigstens mit den Kumpels zusammen das Spiel verfolgen.“ Eigentlich schade.

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