Lokalsport

Spannende Luftrennen über Kirchheim

Segelfliegen Am Samstag beginnt die 51. Auflage des international renommierten Hahnweidewettbewerbs, der heuer insgesamt 122 Piloten anlockt. Von Lars Reinhold

Los geht‘s: Am Samstag werden sich die Segelflieger zum Auftakt des Hahnweidewettbewerbs in die Lüfte erheben. Foto: Markus Brän
Los geht‘s: Am Samstag werden sich die Segelflieger zum Auftakt des Hahnweidewettbewerbs in die Lüfte erheben. Foto: Markus Brändli

Wenn Wettbewerbsleiter Reinhard Diez am Samstagvormittag den Start freigibt und die Schleppmaschine das erste Segelflugzeug in den Himmel zieht, haben sich die wochenlangen Vorbereitungen der Fliegergruppe Wolf Hirth wieder einmal gelohnt. Zum 51. Mal richtet der Verein den Hahnweide-Wettbewerb aus, der jährlich Segelflieger aus ganz Deutschland und Europa auf die Hahnweide lockt.

Mit der Teilnehmerzahl können Diez und seine Mitstreiter zufrieden sein. „Insgesamt gehen 122 Flugzeuge an den Start, damit liegen wir auf dem Niveau der Vorjahre“, sagt der Wettbewerbsleiter.

Unter den Teilnehmern finden sich auch in diesem Jahr wieder große Namen des Segelflugsports, darunter die amtierenden Weltmeister Russell Cheetham aus Großbritannien und Kilian Walbrou aus Frankreich sowie mehrere Ex-Weltmeister und Deutsche Meister. Aber auch die lokalen Vereine sind gut vertreten; allein für die Fliegergruppe Wolf Hirth gehen drei Ein- und fünf Doppelsitzer in die Luft, weiterhin schicken die Vereine aus Stuttgart, Nürtingen, Dettingen, Nellingen, Esslingen und Köngen Teilnehmer ins Rennen - wie weit die Faszination des Hahnweide-Wettbewerbs reicht, zeigen Teilnehmer, die mehr als 10 000 Kilometer anreisen: Adam Woolley und Matthew Scutter starten für Australien, Laurens Goudriaan für Südafrika.

Die Wettbewerbsaufgaben werden täglich anhand der Wetterlage ausgeschrieben. In den vergangenen Jahren mussten die Teilnehmer je nach Klasse Strecken zwischen 150 und 520 Kilometer absolvieren, die sie mitunter bis weit in den Schwarzwald und nach Oberbayern führten. Das Wetter ist aber wie so oft die eine wirklich unberechenbare Komponente. Wenngleich die Vorhersagen bis Mitte der Woche zumindest keinen Regen melden, müssen die Organisatoren mitunter kurzfristig auf Wetterumschwünge reagieren.

Während sich die Piloten auf ihre Aufgaben konzentrieren, arbeiten im Hintergrund viele Mitglieder der Fliegergruppe Wolf Hirth für den Erfolg der Veranstaltung. Allein 13 Personen sind in die unmittelbare Wettbewerbsorganisation involviert, dazu kommen bis zu 20 Helfer täglich, um den Kantinenbetrieb zu stemmen. „Das funktioniert wirklich nur, wenn alle an einem Strang ziehen“, sagt Gunther Sill, Vorsitzender Fliegergruppe Wolf Hirth. „Da packt jeder mit an, so gut er kann.“

Fünf Wettbewerbsklassen und jede Menge Hingucker

Gestartet wird beim Hahnweidewettbewerb in fünf Klassen: In der Standardklasse sind Einsitzer mit maximal 15 Metern Spannweite erlaubt, die keine Auftriebshilfen besitzen dürfen. Ähnliche Einsitzer mit auftriebserhöhenden Klappen starten in der 15-Meter-Klasse. In der 18-Meter-Klasse sind alle Einsitzer mit maximal 18 Metern Spannweite erlaubt, in der offenen Klasse gibt es bis auf das maximale Abfluggewicht von 850 Kilogramm keine Beschränkungen, hier sind sowohl ein- als auch doppelsitzige Segler erlaubt. Schließlich gibt es die Doppelsitzerklasse, in der Flugzeuge mit Zweimann-Cockpit und maximal 20 Metern Spannweite starten dürfen.

Für Aufsehen dürften in diesem Jahr die „eta“ und die „Nimeta“ sorgen - beide mit knapp 31 Metern Spannweite derzeit die größten Wettbewerbs-Segelflugzeuge der Welt.lr

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