Lokalsport

Spannung und Anspannung sind zurück

Fußball Dem VfL winkt drei Spieltage vor Saisonende der Bezirksliga wieder Rang zwei

Torgefahr ist alles: David Srsa (re.) und die VfL-Kicker wollen am Sonntag in Neckartailfingen bestehen. Foto: Mirko Lehnen
Torgefahr ist alles: David Srsa (re.) und die VfL-Kicker wollen am Sonntag in Neckartailfingen bestehen. Foto: Mirko Lehnen

Kirchheim. Über fehlende Abwechslung muss sich Kirchheims Spielertrainer Markus Schweizer wirklich nicht beklagen. Seit der Winterpause ändern sich praktisch wöchentlich die Aussichten im Kampf um einen besseren Tabellenplatz, speziell um den mit der Nummer zwei.

Dass nach der Sensationspleite der SGM T/T Göppingen am vergangenen Sonntag gegen den TSV Neckartailfingen (3:4) und eigenem Sieg gegen den TSV RSK Esslingen (2:1) dieser Relegationsplatz urplötzlich wieder in Schlagweite ist, überrascht selbst Routinier Schweizer: „Der Neckartailfinger Erfolg ist umso höher zu beurteilen, weil es für die Göppinger erst die zweite Saison-Heimniederlage auf ihrem gewohnten Kunstrasen war.“

Die Spannung und Anspannung sind zurück. Nun bekommen die Kirchheimer am Sonntag allerdings genau diesen hochgelobten TSV Neckartailfingen vorgesetzt, der laut VfL-Coach „eine robuste und schwer zu bespielende Mannschaft“ ist. Trainiert vom Ex-SGEH-Übungsleiter Georgios Karatailidis (hat seinen Vertrag bereits verlängert), könnten die Kicker aus der rund 4 000-Einwohner-Gemeinde im Südwesten des Landkreises per Heimsieg den Ligaverbleib übermorgen hundertprozentig fixieren. „Wenn wir unsere Minimalchance auf den Relegationsplatz erhalten wollen, müssen wir alle drei restlichen Partien gewinnen“, betont Markus Schweizer.

Kummer bereitet den VfL-Prota­gonisten noch die Tatsache, dass Allrounder Simon Herthneck unter der Woche wegen Leistenbeschwerden nicht ausreichend trainieren konnte. „Simon ist wegen seiner Vielseitigkeit sehr wichtig für uns, er könnte wahrscheinlich sogar als Torwart spielen und würde dies wohl auch noch gut machen“, scherzt Schweizer.

Beim VfL, zweitbestes Rückrundenteam nach dem FC Frickenhausen, werden sich am Sonntag auch genügend Daumendrücker für den FV Plochingen finden. Der als Absteiger bereits feststehende Tabellenletzte gastiert bei der SGM T/T Göppingen. Ob die von allen Zwängen befreiten Plochinger es den Neckartailfingern gleichtun und die SGM schlagen?

Die Sportgemeinschaft Erkenbrechtsweiler-Hochwang kassierte zuletzt bei der 1:3-Niederlage beim Fast-Meister Frickenhausen viel Lob, aber keine Punkte. Aktuell ist die SGEH trotzdem noch deutlich über dem Strich. „Mit einem Sieg gegen den TSV Obere Fils könnten wir den vielleicht entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt machen“, frohlockt Trainer Dieter Hiller, „es ist eine absolut richtungsweisende Partie.“ Fast schon Endspielcharakter also im Hardtwaldstadion angesichts der Situation mit einer SGEH als Tabellenneunte (36 Zähler) und den Wiesensteigern auf dem aktuell ersten Abstiegsrelegationsplatz (Dreizehnter, 31).

SGEH-Kapitän Marc Weger wird wegen einer Schulterverletzung auch übermorgen zum Zuschauer, im schlechtesten Fall droht dies auch Toptorjäger Marc-Kevin Theimer (20 Treffer). Im Dienstagstraining bekam der künftige Weilheimer einen Schlag auf den rechten Knöchel. „Wir müssen abwarten, wie sich die Sache entwickelt“, gibt sich Dieter Hiller vorsichtig.

Der Gegner weiß ebenso, um was es am Sonntag geht. „Wir müssen nach dem 4:2 gegen Denkendorf nun auch gegen die SGEH punkten“, unterstreicht Markus Eggstein, Spielleiter des TSV Obere Fils. „Als wir nach sieben Spieltagen als Neuling erst einen Punkt hatten, waren wir praktisch tot. Umso schöner ist es, dass wir jetzt noch den Klassenerhalt schaffen können.“

Am schönsten haben es jedoch übermorgen vermutlich die Fußballer des FC Frickenhausen: Ein Punktgewinn beim TSV Deizisau reicht bereits, um das Landesliga-Comeback vorzeitig perfekt zu machen.Reimund Elbe

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