Lokalsport

Spektakel vor der Meisterfeier

Basketball: VfL gewinnt letztes Heimspiel 91:63

Mit elf Dreiern und einigen Dunks haben die VfL-Basketballer die rund 100 Fans beim letzten Heimspiel der Oberliga verwöhnt – und mit dem 91:63-Sieg gegen den SV 03 Tübingen II.

Kirchheim. Überschattet wurde die Veranstaltung von dem Anfang der Woche bekannt gewordenen Abschied von Erfolgstrainer Bekim Kukiqi, der sichtbar auf die Stimmung drückte. Das Team ließ sich zumindest auf dem Feld davon aber so gut wie nichts anmerken. Dennoch gab es in den letzten 40 Heimminuten auch einige Durchhänger-Phasen, doch insgesamt war das weit mehr als ein schnöde abgewickelter Pflicht-Termin. Die Spielfreude war allen Kirchheimern deutlich anzumerken, und viel klappte auch.

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Die Eigengewächse Akant Sengül und Tim Auerbach (per Dreier) sorgten für das schnelle 7:0, die Amerikaner Desmond Strickland (vier Dreier) und Devontee Lawson mit einigen spektakulären Alley-Oops für viele Highlights im weiteren Verlauf. Aber auch die extrem jungen Tübinger um die Ex-Kirchheimer Yannick Abele und Marco Bjelosevic zeigten nach dem aus ihrer Sicht missratenen Start – 22:4 führte der VfL nach sieben Minuten –, dass sie in die Oberliga gehören. Wie der gerade erst 15 Jahre alt gewordene Matti Sorgius – Tübingen braucht sich um seine Zukunft sicher keine Sorgen machen.

Doch Kirchheim gehört in die Regionalliga, und dieser Klassenunterschied war auch allermeistens gut zu erkennen. Kukiqi wechselte in seinem letzten Heimspiel von Anfang an munter durch, nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Playmaker Arber Shabani (verstauchte rechte Hand) betraute er zum Beispiel dessen Böblinger Kollegen Raffa Pas­cucci gleich zu Beginn mit der Spielorganisation – mit Erfolg.

Trotz der vielen Wechsel blieb der VfL drei Viertel lang auf Kurs 100 (75:41), doch eine Punkteflaute in den ersten fünf Minuten des Schlussabschnitts, als lediglich vier Zähler gelangen, verhinderten das dreistellige Ergebnis. Was allerdings kaum jemand wirklich betrübte.

Ebenfalls nicht wirklich traurig war Leo Lawson, der Vater von Forward DeVontee. Ausgerechnet er, mit Familie zu Besuch in Kirchheim, wurde in der Halbzeitpause von Losfee Sabrina Maibauer für den „500-Euro-Schuss“ aus den 28 Bewerbern he­rausgepickt. Sein Wurf von der Mittellinie war nicht schlecht, aber klar vorbei, sein anschließender Trost-Dreier ging dagegen nur hauchdünn daneben.

Sohn Devontee wurde dann von Moderator Uli Tangl aufgefordert, für seinen Vater zu treffen, doch auch er konnte sich die spontan ausgelobten 50 Euro nicht verdienen. So warten die VfL-Basketballer seit den Achtzigerjahren auf den ersten Glückspilz, der sie in die Verlegenheit bringt, die 500 Euro tatsächlich zu spendieren.

Nach dem Spiel wurde in der Sporthalle Stadtmitte noch lange gefeiert, vom obligatorischen Freibier blieb fast nichts übrig. Nur Bekim Kukiqi blieb nicht allzu lange – was allerdings auch jeder verstand.ut

VfL Kirchheim: Auerbach 6/2), Bekteshi (7/1), Gibbs (12/2), Kraft, Lawson (14), Pas­cucci (7/1), Scott (3), A. Sengül (17), E. Sengül (5/1), Strickland (18/4), Wanzke (2)

SV 03 Tübingen II: Abele (7), Bjelosevic (7), Borras Crusado (6), Bristina (14/2), Franic (1), Konrad (2), Sorgius (6), Thieme (20/2)