Lokalsport

Spielgemeinschaft hat zwei Pfeile im Köcher

Volleyball In der Landesliga der Männer ist die SG Neckar-Teck mit zwei Teams am Start.

SG-Kapitän Michael Melzer peilt Platz drei an. Foto: Markus Brändli
SG-Kapitän Michael Melzer peilt Platz drei an. Foto: Markus Brändli

Dettingen. Wenn am kommenden Samstag in der Volleyball-Landesliga Süd die neue Saison beginnt, hat, die SG Neckar-Teck gleich zwei Pfeile im Köcher - wegen einer besonderen Vorgeschichte. Als am 12. März der Volleyball-Landesverband Württemberg (VLW) virusbedingt die Saison beendete und wenige Wochen später nach Quotientenregel wertete, erwiesen sich die Folgen des Beschlusses für die SG Volley Neckar-Teck als niederschmetternd. Weil die Relegationsspiele gestrichen wurden, bedeutete der drittletzte Oberliga-Tabellenplatz für die Spielgemeinschaft den Abstieg. Eine Etage tiefer sorgte der Abbruch ebenso nicht für La-Ola-Wellen zwischen Neckar und Teck. Neuling SG II brachte der dritte Landesliga-Tabellenplatz außer Komplimenten nichts von Belang.

Dass diese indirekten Coronafolgen beide Teams nun in derselben Klasse und hier gleich am ersten Spieltag zusammenführt, macht die Geschichte gleichermaßen kurios wie reizvoll. Zu Gast bei Freunden heißt es somit am Samstag ab 14.30 Uhr, wenn die SG II in der Wendlinger Sporthalle im Grund auf die SG I trifft - ein Duell, das erste Antworten zur jeweiligen Teamstärke liefern dürfte.

Nachdem über ein halbes Jahr seit dem Sport-Lockdown verstrichen ist, haben die Verantwortlichen der Spielgemeinschaft aus TV Unterboihingen, TTV Dettingen und TG Nürtingen die Weichen gestellt. „Es war keine einfache Phase in diesen Corona-Zeiten“, sagt beispielsweise Clarissa Preuß, Volleyball-Abteilungsleiterin des TTV Dettingen. In bis zu dreistündigen Videokonferenzen wurde getagt.

Über die Besetzung der Trainerposition zum Beispiel. Steven Simon heißt der Nachfolger von Lyubka Rund. Der C-Schein-Inhaber ist 30 Jahre alt und nach eigenen Angaben jemand, der nun „als Trainer den nächsten Schritt“ gehen möchte. Aus der Stralsunder Gegend stammend, wohnt der Neue seit acht Jahren im Württembergischen. So etablierte Simon bei seinem bisherigen Klub in Westerheim mit einigen Kumpels den Volleyballsport und war im Verein zudem Abteilungsleiter.

Simon spricht aktuell von einer „Findungsphase“ des Teams nach der langen Zwangspause, zumal die Vorbereitungszeit, auch wegen eines Coronafalls im Teamumfeld sowie Hallenschließungen und wenig Testpartien, alles andere als stringent gewesen sei. Das Kader-Durchschnittsalter der SG-Ersten: rund 28 Jahre. Michael Melzer bleibt derweil Kapitän und ordnet das Saisonziel („Wir peilen einen der ersten drei Ränge an“) ein. Aus der „Zweiten“ rücken Libero Daniel Trabandt, Außenspieler Jonas Herbstmann und Mitteakteur Jascha Hommel auf.

„Einerseits ist diese Entwicklung sehr erfreulich, aber leider hinterlassen die drei auch ein großes Loch im Team“, hat deshalb SG II-Trainer Andreas Ratzkowski eine Träne im Knopfloch, muss er in der Runde doch ohne Neuzugänge sowie einem Zehn-Mann-Kader auskommen. Ratzkowski geht in seine dritte Saison als Coach und hat gleich zwei Zielvorgaben für die neue Runde im Gepäck. „Nichtabstieg und ein guter Mittelfeldplatz“, sollen es denn sein, der 41-Jährige setzt dabei auf die Routine des Teams. Schwer wiegt, dass Diagonalangreifer Timo Mergenthaler wegen eines Knorpelschadens im Knie aufhören musste. Kapitän bleibt Jens Mäbert.

Clarissa Preuß sieht der neuen Landesliga-Saison unter diesen Vorzeichen genauso positiv wie pragmatisch entgegen. „Mit zwei Teams ist die Wahrscheinlichkeit auf jeden Fall schon mal größer, einen der vorderen Plätze zu belegen“, sagt die Abteilungsleiterin. Reimund Elbe

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