Lokalsport

Spitzenduell mit Glamourfaktor

Fußball-Landesliga Tabellenführer Heiningen will gegen den zweitplatzierten TSGV Waldstetten seine Position behaupten. Der FVN bangt um den Klassenerhalt. Von Reimund Elbe

Fußball
Symbolbild

Dass die Heininger Landesliga-Fußballer bei ihren Heimspielen von den Fans überrannt werden, lässt sich nicht gerade behaupten. Maximal 100, meist aber weniger FCH-Sympathisanten tummeln sich am Rande im Krautgarten. Heute Abend dürfte die Zahl der Zuseher förmlich explodieren: Das Topduell des Spitzenreiters gegen den hartnäckigen Verfolger TSGV Waldstetten sorgt für Glamour-Faktor und elektrisiert durchaus in der 5 000 Einwohner zählenden Gemeinde südlich von Göppingen.

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Für Heiningens Trainer Denis Egger dient das Top-Match auch dem Frustabbau. Die 0:4-Pleite bei der TSG Hofherrnweiler-Unterrombach am vergangenen Spieltag war eine, nach der ein Coach nicht zur Tagesordnung übergeht. „Wir vermieden es geradezu, in die Zweikämpfe zu kommen“, hadert Egger, „das war wohl unsere schlechteste Saisonleistung.“ Kurios: In der vergangenen Saison kassierten die ambitionierten Heininger bei der TSG mit 1:4 eine ähnliche Klatsche. Besonders bitter für den Coach ist, dass mit den Ex-Profis Benjamin Kern und Dominik Mader sowie Max Hölzli zudem drei Akteure verletzt von der Ostalb zurückkehrten - Einsatz heute Abend fraglich.

Gegner TSGV Waldstetten hat aktuell ebenfalls 45 Punkte, jedoch ein Match weniger als der Spitzenreiter ausgetragen. TSGV-Coach Mirko Doll harrt deshalb freudig der Dinge, die auf ihn und das Team zukommen. Der einstige Trainer des TSV Bad Boll hat in dieser Runde mehr erreicht, als kühnste Optimisten auf der Rechnung hatten.

Zu den von Heiningen und Waldstetten Abgehängten gehört der Tabellensechste TSV Weilheim, bei dem die Trainerfrage und viele weitere Personalien für die kommende Runde noch ungeklärt sind. Dass der zum TV Echterdingen abwandernde Coach Christopher Eisenhardt seine erste Cheftrainer-Station als Tabellendritter abschließen möchte, steht außer Frage. Doch selbst dieses Ziel droht aus den Augen zu geraten. Am Sonntag rückt der TSV Blaustein an, ein nicht ganz unproblematischer Gegner. Die Blausteiner bewegen sich in der Abstiegszone und werden kämpfen.

Der Tabellenviertletzte FC Germania Bargau (nun 22 Zähler) hat am Mittwochabend mit dem 4:1-Derbysieg vor rund 500 Zuschauern gegen den Tabellendrittletzten SG Bettringen die Hatz um den Ligaverbleib mit neuem Tempo versehen und den Kontakt zu den Nichtabstiegsplätzen hergestellt. Dieser Sieg traf nicht nur die Bettringer hart (nun sieben Punkte Rückstand auf den aktuellen Relegationsplatz), sondern auch die Teams aus der Nürtinger Ecke. Der FV 09 Nürtingen, mit 14 Punkten Vorletzter, hat heute Abend gegen den SV Ebersbach wohl eine der letzten Chancen auf den Ligaverbleib.

Kurz nach dem WFV-Pokal-Aus gegen den Oberligisten SGV Freiberg muss der SVE heute Abend bereits wieder ran. Schlusslicht Köngen könnte mit einem Sieg bei der SG Bettringen erstmals seit dem neunten Spieltag den letzten Tabellenplatz verlassen.

Trainerwechel mit Störgeräuschen

Mario Estasi ist nicht gerade amüsiert über sein Trainer-Aus beim Landesligisten TV Echterdingen zum Saisonende. Bekanntlich wird Christopher Eisenhardt vom TSV Weilheim als Chefcoach auf die Filder wechseln. Eine Personalie mit Störgeräuschen. „Beim TVE hat man immer große Ziele, geht es aber in einer Weise an, wie diese einfach nicht machbar sind“, hadert der gebürtige Stuttgarter mit italienischen Wurzeln. Nach zeitweiliger Sensationstabellenführung in der vorigen Saison habe „der eine oder andere den Blick für die Realitäten verloren“. Harter Tobak. Dünn aufgestellter Kader, keine personelle Verstärkungen, mangelhafte Trainingsbeteiligung, kein Gehör bei der Vereinsführung sind nur einige Punkte, die der 44-Jährige anmahnt, der trotz des aktuellen Kummers schon bald aufsteigen könnte - er wird beim Verbandsligisten Calcio Leinfelden-Echterdingen als heißer Kandidat für den Posten eines Sportdirektors gehandelt.rei