Lokalsport

Stadion-Einweihung: Kirchheim-Blau ist das neue Rot

Sportstätte Im Rahmen einer kleinen Feierstunde ist das teilsanierte Kirchheimer Stadion eingeweiht worden. Es gilt als Musterstück für gelungene Sanierung. Von Tim Trento

Im Rahmen der offiziellen Einweihung gab es auch die Möglichkeit zum sportlichen Wettstreit auf der blauen Bahn. Foto: Markus Brändli

Kirchheim ist „in“ – der in den 1980er Jahren zu Marketingzwecken verwendete Slogan feiert derzeit fröhliche Urständ’. Grund ist das teilsanierte Stadion an der Jesinger Straße. Rund ein Jahr nach dem per Spatenstich eingeleiteten Beginn der Bauarbeiten, in deren Rahmen nicht nur der Rasenplatz eine Kompletterneuerung erfuhr, strahlen vor allem die Kunststoff-Laufbahn und die leichtathletischen Anlagen in neuem, blauen Glanz – quasi ein „Kirchheim-Blau“. Es gilt als Musterstück für eine gelungene Sanierung und ist eine Art neuer Prominenz, die offenbar ankommt und sich herumspricht. Derzeit stehen Sportausrüster und Modelabels regelrecht Schlange, um die neue Arena für Foto-Shootings zu mieten.

 

So gut wie die Bahn aussieht, müssen hier Rekorde fallen.
Pascal Bader Der Oberbürgermeister zur neuen Optik der Kirchheimer Vorzeige-Sportstätte

„Blau passt zu uns“, sagte Oberbürgermeister Dr. Pascal Bader anlässlich der Einweihungsfeier mit Vertretern aus Verwaltung, Sport und Schulen am Freitag – schließlich trägt das Kirchheimer Stadtwappen die Farbe ebenso in sich, wie auch die Fahnen der vor Ort verankerten Vereine VfL und AC Catania. 14.000 Quadratmeter Fläche seien im Stadion, so das Stadt­oberhaupt weiter, seit Mai 2023 neu gestaltet worden. Zwar liege noch keine Schlussrechnung vor, dennoch sei er optimistisch, dass die kalkulierten Gesamtkosten eingehalten werden können. Veranschlagt waren seinerzeit 1,58 Millionen Euro „plus zehn bis zwölf Prozent Kostensteigerung“. Insofern bewegen sich die von Christoph Kerner, Abteilungsleiter Technische Infrastruktur bei der Stadt Kirchheim, genannten „knapp 1,8 Millionen Euro“ durchaus im Rahmen. Der Landeszuschuss für das Projekt betrug 187.000 Euro.

Liegen die Finanzen im Plan, so gab es zeitlich doch deutliche Verzögerungen. „Das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Ende fehlte uns eine Woche“, erklärte Patrick Harder vom Augsburger Architekturbüro Eger & Partner, das mit der Planung beauftragt war. Der Einbau des Kunststoffes war eigentlich für Oktober geplant, der sich jedoch witterungsbedingt eher feucht präsentierte. Da es für die Arbeiten aber trocken sein muss, verzögerte sich die Fertigstellung und die Abnahme bis April. Dafür gab es als Gastgeschenk eine mobile Zeitmessungsanlage, die Peter Eberhardt von dem für den Kunststoffbelag verantwortlichen Unternehmen Polytan GmbH überreichte.

Zufrieden zeigte sich auch VfL-Leichtathletik-Abteilungsleiter und Geschäftsführer Moritz Hönig. Zufrieden deshalb, weil die neue Laufbahn nun wettbewerbsgerecht ist. Die alte Tartanbahn war in Richtung Schlossgymnasium leicht abschüssig und somit für die Ausrichtung offizieller Events tabu. Ein Manko, dass nun beseitigt wurde und quasi grünes Licht für höherklassige Wettkämpfe bedeutet – oder wie Pascal Bader sagt: „So gut, wie die Bahn aussieht, müssen hier Rekorde fallen.“

Den Anfang machten die Gäste, die von der Stadt mit dem Hinweis eingeladen worden waren, in Sportkleidung zu erscheinen. Schließlich ergab sich spontan die Gelegenheit, die neue Bahn zu testen und Teile des Sportabzeichens abzulegen, ein Wettrennen gegen VfL-Athleten zu bestreiten und die Kirchheimer Verwaltungsspitze in Sportkleidung zu erleben.

Am Rande der Einweihungsfeierlichkeiten bestätigte Oberbürgermeister Bader, dass das für die Umsetzung als Generalunternehmer fungierende Unternehmen Sportstättenbau Garten-Moser aus Essingen in Kürze wieder für die Stadt tätig werde. Die Sanierung des Kunstrasens jenseits der Lindach stehe an und das Feld solle noch 2024 – also noch vor dem Wintertrainingseinsatz – wieder bespielt werden können.

Schüler messen im Oktober ihre Kräfte

Der erste Wettkampf im sanierten Stadion ist bereits terminiert: Am Samstag, 5. Oktober, findet an der Jesinger Allee der Vergleichswettkampf für Schülerinnen und Schüler aus den Leichtathletikkreisen Esslingen, Baden-Baden/Rastatt/Bühl und Südpfalz statt. Die Veranstaltung wird seit 1996 immer im Wechsel ausgetragen, für den Kreis Esslingen war die LG Teck bereits mehrfach Ausrichter im Weilheimer Lindachstadion.
In Kirchheim haben seit über 20 Jahren keine (offiziellen) Wettkämpfe mehr stattgefunden. Letzte Fixtermine waren die Stadtmeisterschaften und der Winfried Segebrecht Gedächtnis-Lauf. pet