Lokalsport

Streitthema Supercup

Guter Termin und Spielort gesucht – 55. Teckbotenpokal wohl ohne Frauen

Der Termin des neuntägigen 55. Teckbotenpokal-Turniers in Dettingen im Jahr 2017 steht fest: 22. bis 30. Juli. Zwei Spielplan-Fragen sind noch offen.

Dettingen. Nachdem das 23 Mann starke Teckbotenpokal-Komitee der SF Dettingen in Teilbereichen so fleißig vorgearbeitet hat, dass Fußball-Abteilungsleiter Christian Renz schon elf Monate vor dem ersten Anpfiff jubeln kann („unser Rahmenprogramm steht praktisch fest“), ist die Entscheidung darüber, ob die Fußballerinnen wie in Holzmaden ihr eigenes Turnier bekommen, noch nicht gefallen. Allerdings ist die Tendenz eindeutig: Für eine Neuauflage spricht derzeit nicht viel mehr als die Tatsache, dass der Verein mit der SGM SF Dettingen/TSV Owen sich ein eigenes Frauenteam leistet.

Für eine Nicht-Neuauflage plädiert inzwischen das Gros der Insider.

Denn das Lager derer, die nach der Brühl-Premiere Anfang August einen Amazonen-Vergleich befürworten, ist merklich geschrumpft. Selbst Thomas Kärcher, Hauptforcierer des Frauenturnieres, sieht sein „Baby“ heute nicht mehr mit dem Blick des jungen Erfinder-Vaters, sondern eher mit dem des strengen Onkels: „Ob ich das Turnier nochmals veranstalten würde, weiß ich nicht“. Nur die schnelle Rückholaktion der Spielerinnen aus Dettingen und Owen, die sich eigentlich schon in den Urlaub verabschiedet hatten, verhalf Ausrichter TSV Holzmaden in letzter Minute noch zu einer zweiten Teckmannschaft im Sechser-Feld der Frauen.

Doch auch so floppte das Turnier – besetzungstechnisch. „Wir haben in unserer Region einfach zu wenig Teck-Mannschaften, um ein Frauenturnier auszurichten“, bringt SFD-Spielleiter Thomas Beller die Misere auf den Punkt. Genau wie Renz, kann sich der frühere Catania- und VfL-Mann mit einer Übernahme der „Holzmadener“ Erfindung nicht anfreunden, auch wenn sich mit der SG Ohmden/Holzmaden gerade eine neue Mannschaft etabliert. „Wir werden das Thema Frauenturnier intern nochmals ansprechen, aber unter den gegebenen Umständen kann ich mir beim Teckbotenpokal 2017 ein Frauenturnier kaum vorstellen“, sagt Renz. Die endgültige Absage ist wahrscheinlich.

Noch längst nicht ausdiskutiert ist ein zweites Thema: das Supercup-Endspiel zwischen Teckbotenpokalsieger und Sennercupgewinner bei den Männern. Holzmaden erlebte eine halbwegs gelungene Premiere und den TSV Weilheim als Auftakt-Sieger (3:0 über die TSV Oberensingen vor 400 Besuchern), doch wie und ob überhaupt die Fortsetzung des Mini-Wettbewerbs im kommenden Jahr erfolgt, steht völlig in den Sternen. Es fehlt an einem festen Veranstalter, einem festen Sponsor und einem geeigneten Termin. Nicht nur Weilheims Trainer Chris Eisenhardt empfand die Spielansetzung vier Tage nach dem Teckbotenpokal-Endspiel und 68 Stunden vor dem Pflichtspielstart 2016/17 als lästig und eher kontraproduktiv für die Gesundheit seiner Spieler.

Dettingens Abteilungsleiter Christian Renz wäre nicht abgeneigt, neben dem Teckbotenpokal auch gleich den Supercup im nächsten Sommer mit auszurichten – das „Holzmadener“ Modell hat ihm gefallen. Fraglich allerdings, ob er für seine Überzeugung intern die Mehrheit und vor allem solch bienenfleißige Helfer findet, die nach dem Teckbotencup-Abpfiff neben den Abbauarbeiten noch eine zweite Zusatzschicht übernehmen. Inoffiziell bereits abgewunken hat der nächstjährige Sennerpokal-Ausrichter TSV Beuren. Sowohl Abteilungschef Marc Claus („wann sollen die Helfer, Spieler und Funktionäre eigentlich noch Urlaub machen“?) als auch dessen Stellvertreter Uli Döbler sind sich einig darüber, dass drei Dinge gegen eine Supercup-Durchführung im Lettenwäldle sprechen: erhöhter Personalaufwand, früher August-Termin und eine überbordende Helferbelastung. „Allerdings ist die endgültige Entscheidung in unserem Ausschuss noch nicht gefallen“, sagt Claus.

Abteilungs-Vize Döb­ler bringt derweil eine Alternative ins Spiel. „Vielleicht sollte man das Supercup-Spiel in den September verlegen. Die Ausrichtung könnte dann ein dritter Verein übernehmen“. Allerdings müsste auch der erst noch gefunden werden.

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