Lokalsport

Stuppia im Glück – VfL im Abseits

Dicke Luft im Nachwuchsbereich bei den VfL-Fußballern: Sandro Stuppia, der in der neuen Saison hätte als U19-Trainer in der Verbandsstaffel auf der Bank sitzen sollen, wechselt mit sofortiger Wirkung zum Drittligisten VfR Aalen.

Kirchheim. Für die einen ein Ärgernis, für den anderen die große Chance: Seit Ende Juni besitzt Sandro Stuppia eine A-Lizenz als Trainer. Während seiner Ausbildung wurde der VfR Aalen auf den talentierten Nachwuchscoach aufmerksam. Der schwäbische Drittligist legte dem 28-Jährigen nun ein Angebot vor, dem der nicht widerstehen konnte: Stuppia soll Cheftrainer der Aalener U19 in der Oberliga werden und gleichzeitig die Leitung der VfR-Fußballschule übernehmen. Ein Vollzeit-Job in Festanstellung. Genau das, wovon man als Trainer-Neuling träumt.

Beim VfL teilt man diese Freude nicht. Abteilungsleiter Oliver Kling­ler, der die U19 bis zuletzt trainiert und geglaubt hatte, mit Stuppia eine längerfristige Lösung für die Nachfolge gefunden zu haben, hat den sprichwörtlich dicken Hals. „Für uns ist das der Super-GAU“, sagt Klingler. Zumal man nach der Zusage Stuppias, der im Frühjahr mit der U17 aus der Verbandsstaffel abgestiegen war, Verhandlungen mit anderen aussichtsreichen Kandidaten abgebrochen habe. Beim heutigen Blitzturnier der U19 in Oberlenningen wird Klingler nun erneut selbst als Coach auf der Bank sitzen. Vermutlich ein letztes Mal, denn ein Nachfolger scheint bereits gefunden: Isidro Garcia, bisher Trainer beim Kreisliga-A-Vertreter SF Dettingen, wird das Juniorenteam in der kommenden Saison übernehmen – Verlängerung nicht ausgeschlossen.

Also alles halb so schlimm? Klingler moniert, dass Stuppia den VfL vor zwei Jahren schon einmal überraschend im Stich gelassen habe. Damals wechselte er nach sieben Spieltagen mit der U17 als Jugendkoordinator nach Dessau. Nachfolger wurde Antonio Ferrazzano. Stuppia, der sich gestern auf den Weg nach Aalen machte, um letzte Vertragsdetails zu regeln, kontert: „Ich bin niemand, der leichtfertig sein Wort bricht“, meint er. „Für den VfL tut es mir leid, aber so ein Angebot kann man nicht einfach ausschlagen.“

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