Lokalsport

Super Sonntag für Kölle & Co.

Kreisligaszene Der TV Neidlingen profitiert in der A2 vom Dettinger Ausrutscher gegen Schlaitdorf – In der B6 hat die TG Kirchheim die Meisterschaft noch nicht abgeschrieben. Von Klaus Schlütter

Alles Kopfsache: Heiko Kölle (links) und die Neidlinger können sich mental schon mal auf die Bezirksliga einstellen. Foto: Marku
Alles Kopfsache: Heiko Kölle (links) und die Neidlinger können sich mental schon mal auf die Bezirksliga einstellen. Foto: Markus Brändli

Das war ein Schlag in die Magengrube“. So drastisch formulierte Dettingens Spielleiter Thomas Beller die Enttäuschung über das 1:1 auf eigenem Platz gegen Abstiegskandidat Schlaitdorf. Weil sich der TV Neidlingen in Jesingen etwas glücklich mit 2:0 aus der Affaire zog, ist Dettingens Rückstand auf den Spitzenreiter der Kreisliga A auf gewaltige, fast uneinholbare acht Punkte angewachsen.

Zu viel, meint Beller, und schreibt die Meisterschaft vorzeitig ab. „Wir gratulieren Neidlingen und schauen jetzt, dass wir den zweiten Platz absichern können. Vielleicht klappt es ja dann mit dem Aufstieg.“ Es wäre ein neuer Anlauf über die Relegation, nachdem die Kicker aus der Schlossberggemeinde in der vergangenen Saison am FV Plochingen (0:3) gescheitert waren.

Die Sportfreunde Dettingen verpassten es in der starken Anfangsphase, in Führung zu gehen. Tim Lämmle, der sonst mit geschlossenen Augen trifft, vergab zwei sogenannte Hundertprozentige. Dann wurden die Gäste immer aufmüpfiger. Sahen nach einem Elfmetertor in der 84. Minute, als die Hausherren nach dem Platzverweis für Philipp Wohlfarth in Unterzahl spielten, sogar schon fast wie die Sieger aus. Wenigstens rettete Pechvogel Lämmle in der heißen Endphase mit dem Ausgleichstor noch einen Punkt. Bellers bitteres Fazit: „Der Gegner wurde wohl zu leicht genommen. Der Trainer hatte davor gewarnt, stieß aber offensichtlich auf taube Ohren.“

Beim TV Neidlingen kam der Ausrutscher des Verfolgers natürlich gut an. Abteilungsleiter Marlon Lamour strahlte: „Selber gewonnen. Den Vorsprung ausgedehnt. Ein super Sonntag für uns.“ Und das, obwohl beim eigenen 2:0-Erfolg in Jesingen nicht alles rund lief. „Wir haben uns schwer getan. Ein 0:0 wäre gerecht gewesen“, so Lamour. Aber Patrick Kölle mit seinem 21. Saisontor und Lukas Pflüger im Gegenzug nach einer Mega-Parade von Thorben Mende hatten Besseres im Sinn. Heimtrainer Harry Wolter trauerte mindestens einem Punkt nach, war jedoch mit Moral und Einstellung seiner Mannschaft zufrieden: „Das macht mich zuversichtlich, dass wir mit dem Abstieg nichts zu tun haben werden.“

Luft nach hinten verschaffte sich der AC Catania Kirchheim mit dem überzeugenden 4:0 in Neckartenzlingen. Abstieg - nun fast schon ein Fremdwort für die Forzano-Truppe. Dagegen müssen der SV Nabern und Weilheim II nach ihrer Nullnummer weiter zittern. „Wir haben ein echt gutes Spiel gemacht, waren klar besser, aber leider nur Pfosten und Latte getroffen“, lobte Sportchef Axel Maier die Spielweise seiner Naberner Jungs.

In der Kreisliga B, Staffel 6, ist Tabellenführer TV Unterlenningen trotz des 14. Sieges hinterein-ander noch längst nicht auf der sicheren Seite. Zu wackelig war der Auftritt beim mühsamen 3:2 in Schlierbach. Dessen Coach Cesaro D‘Agostino ist überzeugt: „Wenn wir in der ersten Halbzeit unsere Chancen rein machen, geht das Spiel anders aus.“ Den Lenningern dicht auf den Fersen bleibt die TG Kirchheim. Die Elf der Gambier bot im Ötlinger Rübholz eine tadellose Leistung. Ihr neuer Trainer Tiago Santos Araujo war begeistert: „Ötlingen wollte mitspielen, hat sich nicht hinten rein gestellt. Das gab Platz für uns, den unsere schnellen Spieler genutzt haben.“

Selbstbewusst wirft Araujo nun den Lenningern den Fehdehandschuh hin: „Ich rechne immer noch mit Meisterschaft und Aufstieg.“ Das Duell könnte sich am drittletzten Spieltag entscheiden. Am 21. Mai kreuzt der Primus bei der Turngemeinde an der Jesinger Straße in Kirchheim auf.

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