Lokalsport

Tag der Einheit

Fußball-Szene Der TV Neidlingen verlegt den Feiertag kurzerhand vor und trifft den VfL ins Herz.

Kirchheim. Bezirksligist TV Neidlingen hat den großen Nachbarn VfL Kirchheim ins Tal der Tränen gestürzt. Das 5:1 im Derby sorgte bei Neidlingens Fußball-Abteilungsleiter Marlon Lamour verständlicherweise für prächtige Stimmung. „Für uns war dieses Spiel gegen den VfL sowieso schon ein Feiertag“, meint er. „Dass wir dann auch noch einen solchen Sieg einfahren, ist die Krönung dieses schönen Tages.“ Die Neidlinger gerieten nicht nur ob des Resultats ins Schwärmen. Nahezu 400 Zuschauer schauten sich das Duell an, auch nach dem Spiel hockten noch etliche Umsatzankurbler auf dem Vereinsgelände beisammen. Die Neidlinger Mannschaft ließ den Tag bei einem Essen und Kaltgetränken ausklingen.

Und beim VfL? Viel Frust. Den Ausfall der Torjäger Dominik Cseri und Benedikt Petzet konnte das Team von Markus Schweizer nicht kompensieren. „Der Stachel sitzt tief“, musste Schweizer. zugeben „Uns wurden heute unsere Grenzen aufgezeigt.“ Was das heißt? „Das ist für uns ein klares Signal, dass es so nicht weitergehen kann.“ Nicht nur für den VfL setzte es gestern die zweite Saisonniederlage, auch für die Sportgemeinschaft Erkenbrechtsweiler/Hochwang. Was sich dabei kurz nach der Pause im Hardtwaldstadion beim Stande von 0:1 ereignete, war für die Gastgeber besonders bitter: Mittelfeldakteur Ingo Schäfer scheiterte mit einem Foulelfmeter am gegnerischen Torwart Emre Tekin, fast im Gegenzug erhielt die SGM T/T Göppingen ebenso einen Strafstoß zugesprochen. Und jenen verwandelte Liridon Elizaj. „Dies war ein Knackpunkt“, sagte SGEH-Trainer Dieter Hiller. Ärgerlich war die Niederlage zudem, weil die Sportgemeinschaft ihr Chancenplus nicht ausreichend in Tore ummünzte.

Szenenwechsel: Ein Lennart Zaglauer kennt keinen Schmerz. Am Samstagnachmittag wickelte der Weilheimer Offensivakteur in der Kabine tapfer ein Sporttapeband um den rechten Fuß, stabilisierte damit bestmöglichst den von einem Bänderriss betroffenen Bereich. Doch damit nicht genug. Kaum fünf Minuten nach dem Anpfiff durch Schiedsrichter Richard Milz zeichnete ausgerechnet der angeschlagene Zaglauer für das 1:0 gegen den TSV Blaustein verantwortlich. Es sollte das einzige Tor des Spiels bleiben. „Dieser frühe Treffer war wichtig, denn die Blausteiner waren auch wegen ihrer körperlichen Überlegenheit ein schwierig zu bespielender Gegner“, resümierte Coach Christopher Eisenhardt nach dem Match. Froh über den Sieg war er auch deshalb, weil die Platzbedingungen im Robert-Epple-Stadion alles andere als der Güteklasse A entsprachen. „Der Boden war uneben, der Rasen nicht gemäht, an ein effektives Kurzpassspiel war nicht zu denken“, bilanzierte der TSVW-Trainer.

Und es gab noch einen dritten Grund, warum der einstige Oberliga-Fußballer die Punkte aus Blaustein besonders gerne mitnahm. „Ich hatte mit Marc-Kevin Theimer und Deniz Emini praktisch nur zwei hundertprozentig fitte Feldspieler auf den Bank, umso wichtiger ist unter diesen Voraussetzungen solch ein Auswärtssieg.“ Praktisch für den TSV Weilheim war am Wochenende auch, dass die Konkurrenten an der Spitze, TSGV Waldstetten und FC Heiningen, gestern nur 0:0 spielten. Dadurch steht Weilheim wieder auf Platz eins. „Wichtiger ist, dass wir 16 von 21 möglichen Punkten aus den ersten sieben Partien geholt haben, obwohl wir doch das eine oder andere personelle Problem hatten“, meint Eisenhardt.

Eine Schrecksekunde erlebten die Fußballerinnen des Verbandsligisten TSV Wendlingen beim gestrigen WFV-Pokalspiel gegen den Regionalligisten TSV Crailsheim (1:7). Torhüterin Alin Kurutz musst nach einem Zweikampf per Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden - es bestand der Verdacht auf einen Knöchelbruch. „Im Bereich des Knöchels waren die tiefen Abdrücke von vier Stollen zu sehen“, sagte Teamkoordinator Uwe Starz. Im Laufe des Abends kam Teilentwarnung: Vermutlich handelt es sich um eine schwere Prellung. Aushilfskeeperin Lisa Wager, von der Torfrau einst zur Stürmerin umfunktioniert, wird wohl in den nächsten Wochen wieder auf ihre einstige Stammposition zurückkehren müssen.Reimund Elbe

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