Lokalsport

Taktik geht nicht auf

Mountainbike: Manuel Fumic verpasst Podiumsplatz in Lenzerheide

Knapp daneben ist auch vorbei: Mit Platz sechs hat Manuel Fumic beim dritten Montainbike-Weltcup im schweizerischen Lenzerheide sein Ziel, aufs Podium zu fahren, um fünf Sekunden verfehlt. Christian Pfäffle landete im U23-Rennen nur auf Platz 26.

Führungsarbeit verpufft: Manuel Fumic hat sich in Lenzerheide im Kampf ums Podium umsonst aufgerieben. Foto: Küstenbrück
Führungsarbeit verpufft: Manuel Fumic hat sich in Lenzerheide im Kampf ums Podium umsonst aufgerieben. Foto: Küstenbrück

Lenzerheide. Taktisch ungünstig gelaufen – man könnte es auch unklug nennen, aber Bundestrainer Peter Schaupp wollte Manuel Fumic nicht kritisieren. „Ihm blieb nichts anderes übrig, als Druck zu machen, wenn die anderen nicht fahren“, so Schaupp.

Das bezog sich auf die Rennsituation, die in der fünften von acht Runden entstanden war. Nach einem weniger guten Start verlor Fumic gleich den Kontakt zur Spitze mit Jaroslav Kulhavy, Julien Absalon und Nino Schurter. „Das war vielleicht gar nicht so schlecht. So habe ich bei der Hitze wenigstens nicht überzogen“, meinte Fumic dazu.

Unter den Verfolgern gab es auf dem fahrtechnisch anspruchsvollen Terrain immer wieder einen „Ziehharmonika-Effekt“. So konnte der Kirchheimer die Lücke zu Platz fünf schließen, und nachdem Weltmeister Absalon in der sechsten Runde per Defekt zurückgefallen war, kämpfte Fumic hinter dem Tschechen Ondrej Cink, sowie Schurter und Kulhavy um Platz vier. Das tat er allerdings mit den gerade eingeholten Maxime Marotte (Frankreich) und Mathias Flückiger (Schweiz) im Schlepptau.

Dieses Duo beteiligte sich nicht an der Führungsarbeit. „Ich habe dann halt die Initiative ergriffen und am Ende war es vermutlich zu viel“, konstatierte Fumic. Der Abstand zu Cink reduzierte sich zwar mal von 30 auf 20 Sekunden, doch die Lücke zum U23-Weltmeister von 2012 konnte der 33-Jährige nicht schließen.

So ging es zum achten und letzten Mal in den langen Asphalt-Anstieg hinein und Marotte und Flückiger attackierten. Fumic verlor sechs, sieben Sekunden, doch er gab noch nicht auf. „Ich bin in der letzten technischen Passage noch mal bis auf zehn Meter herangekommen, doch auf der Zielgerade war das zu viel Abstand“, erklärte Fumic enttäuscht. Kein Wunder, zu gerne wäre er in Lenzerheide erstmals in diesem Jahr auf dem Podium gestanden. „Schade, dass es wieder nicht geklappt hat. Heute wäre es drin gewesen, ich habe mich gut gefühlt“, meinte er. 1,56 Minuten Rückstand auf Sieger Jaroslav Kulhavy (1.29,00 Stunden) wurden gemessen, aber nur fünf Sekunden auf Marotte, der Fünfter wurde und sieben Sekunden auf Mathias Flückiger. Auch Ondrej Cink war zum Schluss nur neun Sekunden entfernt.

Die in der Aufzählung fehlende Position besetzte Nino Schurter, der zum dritten Mal in Folge Zweiter wurde. Der Schweizer erlitt in der sechsten Runde einen Defekt und verlor den Kontakt zu Kulhavy, der auch die Führung im Gesamtweltcup von Absalon (9.) übernahm. Fumic ist weiterhin Sechster.

Auch der Neuffener Christian Pfäffle vom MTB Teck machte im Ziel von Lenzerheide keinen besonders glücklichen Eindruck. Platz 26, das war nicht das, was er sich erhofft hatte. Das U23-Rennen war am Morgen noch nicht alt, als Pfäffle sich mit einem Konkurrenten bei dessen Überholvorgang verhakte und sowohl Positionen als auch den Rhythmus verlor. „Das hat mich so geärgert, dass ich drei Runden lang nur rumgegurkt bin“, erzählte Pfäffle genervt. Gleichzeitig wusste er, dass er sich damit mental selbst eine Art Falle gestellt hatte. In den letzten drei von sieben Runden kam er dann in Schwung. „Da hatte ich endlich mal wieder etwas, das sich anfühlte wie Rennen fahren. Schade, dass das nicht die ganze Zeit so war“, sagte er.

Am Ende stand der 26. Platz in der Ergebnisliste, 5,51 Minuten hinter dem Sieger Lars Forster (1.18,14). Bester Deutscher war der Essener Ben Zwiehoff auf Platz neun vor Pfäffles Lexware-Teamkollege Georg Egger (Obergessertshausen), der Zehnter wurde.

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