Lokalsport

Team „Gerschdaklopfer“ setzt auf Technik und Zähigkeit

Hindernislauf Vier Kicker aus Jesingen wollen beim Mudiator-Run in Ulm nur eines: gesund im Ziel ankommen.

Noch lachend und trocken: Die „Gerschdaklopfer“ beim Training für den Mudiator-Run, ein Hindernislauf mit „Schlammgarantie“.Foto
Noch lachend und trocken: Die „Gerschdaklopfer“ beim Training für den Mudiator-Run, ein Hindernislauf mit „Schlammgarantie“.Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Am vergangenen Dienstag zum Trainingsauftakt der Jesinger Fußballer sahen sie alle noch ganz zuversichtlich und locker aus. Jetzt, wo der Starttermin Samstag, 10 Uhr, für Dirk Augustin, Alexander Schroeder, Oliver Dudium und Nico Büttner immer näher rückt, wird wohl das ein oder andere Magengrummeln bei den künftigen „Mudiatoren“ zu spüren sein.

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Alexander Schroeder war es, der die Idee zur Teilnahme an dem Hindernislauf in Markbronn, einem Teilort von Blaustein hatte: „Ich habe einige Bekannte, die schon mehrfach dort mitgemacht haben und begeistert waren.“ Für den ehemaligen Spielertrainer der Jesinger Reserve ist es der erste Härtetest nach überstandenem Kreuzbandriss. „Ich hatte mir vorgenommen, nach exakt einem Jahr - also im Juni dieses Jahres - wieder mit dem Training zu beginnen und dann auf den Lauf hinzuarbeiten“, klärt Alexander Schroeder auf. Seine Mitstreiter seien gleich von der Idee begeistert gewesen. Schwäbisch sparsam meldete Dirk Augustin, der deshalb auch als Teamkapitän fungiert, die Jungs schon im Dezember mit 50-prozentigem Frühbucherrabatt online an. Dennoch kostet die Teilnahme jeden der vier rund 40 Euro.

Der Teamname war schnell gefunden: „Gerschdaklopfer“ wollten sie heißen. Ganz so, wie es in Jesingen Tradition ist und wie auch der VfB-Fanclub heißt, in dem sie Mitglieder sind. Keiner der vier Sportler weiß wirklich, was sie erwartet. Alle kennen den Ablauf nur von den Meldedokumenten und von Erzählungen - obwohl es im Internet einige Videos gibt. Nico Büttner augenzwinkernd: „Wir haben die Videos mit Absicht nicht angeschaut. Sonst hätten wir vielleicht noch Bedenken bekommen.“

In der Tat könnte man beim Studium der Ausschreibung und erst recht bei den auf Youtube veröffentlichen Aufnahmen schon leichte Gänsehaut bekommen. Gestartet wird auf dem Gelände des SV Markbronn in zwei Klassen: Die breitensportorientierten „Legionäre“ laufen eine acht Kilometer lange Runde mit mindestens 25 Hindernissen. Die anspruchsvolleren Sportler mit höherer Kraft- und Ausdauerqualität laufen unter der Bezeichnung „Herkules“ die gleiche Strecke zweimal - und haben dann mindestens 50 Hindernisse zu überwinden. Keine Frage, dass die Jesinger das Profipaket gewählt haben.

Neben dem reinen Ausdauerlauf warten auf die Teilnehmer, deren Zeiten mittels Transponder gestoppt werden, Hindernisse mit seltsam bis martialisch anmutenden Namen wie Vertical Limit, Waterworld, Eisbad oder Elektrovorhang. Die haben es durchaus in sich und veranlassen den Veranstalter auch dazu, ernst zu nehmende Warnungen vor Verletzungen auszusprechen. So geht es durch enge Rohre oder Autoreifen, glatte Holzwände wollen nur mit einem Seil bezwungen werden, es muss mit nassen und schmutzigen Schuhen über einen Schwebebalken balanciert werden oder die Sportler müssen in tiefster Gangart unter einem Gitter hindurch durch den Schlamm robben. Da, wo noch kein Dreck ist, sorgt im Übrigen der Veranstalter mit dem Wasserschlauch für Abhilfe.

Das Gelände rund um Markbronn ist zudem hügelig und damit läuferisch durchaus anspruchsvoll. Zwischen Start und Ziel auf dem höher liegenden Sportgelände geht es über Waldboden, Wiesen, Sand und Schlamm, durch eiskaltes Wasser bis hinunter ins Blautal. Streckenposten, „Gladiatoren“ genannt, sorgen dafür, dass niemand schummelt, und überwachen, dass alle Teilnehmer die Hindernisse angehen oder ersatzweise eine festgelegte Anzahl Liegestütze machen.

Im Mittelpunkt, da sind sich die Jesinger „Mudiatoren“ einig, soll der Spaß stehen - und dass alle vier miteinander als Mannschaft ankommen. „Der Ehrgeiz ist allerdings in uns geweckt, dass wir die 16 Kilometer in weniger als der vorgeschriebenen Zeit von vier Stunden schaffen“, gibt sich Alexander Schroeder kämpferisch. Bleibt abzuwarten, wie viel Zentimeter die Dreckkruste auf dem Team „Gerschdaklopfer“ misst, wenn das obligatorische Zielbier des Veranstaltungssponsors gereicht wird.Helge Waider

4. Ulmer Mudiator-Run

Hindernis- und Ausdauerlauf in Blaustein-Markbronn. Start ist auf dem Sportgelände des SV Markbronn. Parkplätze stehen dort ausreichend zur Verfügung. Der Eintritt für Zuschauer ist frei. Im Start- und Zielbereich findet eine Bewirtung statt. Die Jesinger Gruppe „Gerschdaklopfer“ startet um 10 Uhr.

1 www.mudiator.de