Lokalsport

Teuer verkauft und doch besiegt

Handball-Landesliga: SG Lenningen unterliegt Spitzenreiter mit 26:36

Keine wirkliche Sensation haben die Lenninger Landesligahandballer in ihrer Partie gegen Spitzenreiter Fridingen/Mühlheim erreichen können. Trotz der am Ende deutlichen 26:36 (13:18)-Niederlage waren Trainer und die knapp 400 Zuschauer mit dem Auftreten der SG zufrieden.

War gemeinsam mit Timo Haid, der ebenfalls sieben treffer erzielte, bester Lenninger: Robin Renz. Foto: Genio Silviani
War gemeinsam mit Timo Haid, der ebenfalls sieben treffer erzielte, bester Lenninger: Robin Renz. Foto: Genio Silviani

Lenningen. Wer in diesem Spiel einen überragend auftretenden Spitzenreiter erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Eher nach dem Motto „Mühsam nährt sich das Eichhörnchen“ stahlen sich die Gäste aus dem Donautal klammheimlich über die gesamte Spielzeit mehr und mehr davon. Getragen von einer stabilen und äußert effektiven Abwehrreihe verschaffte sich die körperlich überlegene HSG vor allem über blitzschnelle und sicher vorgetragene Konter ihren Vorsprung. Hier zeigte Linksaußen Christoph Hermann mit 13 Treffern eine beeindruckende Leistung. Beeindruckend auch deshalb, da auf der Gästebank drei Plätze frei waren.

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Während der ersten Viertelstunde entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, die von beiden Seiten konzentriert, besonnen und ohne Hektik geführt wurde. Die SG agierte im Spielaufbau variabel und war von nahezu allen Positionen erfolgreich. Pisch, Rieke, Baumann und Haid hielten die Gastgeber im Spiel. Doch dann der erste Lauf von HSG-Spieler Hermann. Vier Treffer innerhalb von sechs Minuten verschafften den Gästen einen Vier-Tore-Vorsprung. Das SG Trainergespann Hornung/Rieke reagierte prompt und nahm eine Auszeit, um das Team wieder auf Kurs zu bringen.

Sofort nach der Auszeit war die SG hellwach. Robin Renz verwandelte ein sehenswertes Anspiel von Marc Pisch zum Anschlusstreffer. In den folgenden Angriffen agierte die SG jedoch zu überhastet und etwas zu fahrig. Kleine Abschlussfehler und Fehlpässe wurden von den Gästen sofort und vor allem konsequent bestraft. Innerhalb weniger Zeigerumdrehungen erhöhten sie den Vorsprung auf sieben Tore.

SG-Coach Hornung wechselte wie gewohnt munter durch und nahm nach dem Lauf der Gäste sofort die zweite Auszeit. Diesmal mit Erfolg. Treffer von Max Bächle, Renz und Pisch hielten die SG im Spiel und verringerten den Vorsprung der Gäste zum 18:13-Halbzeitstand. Die Treffer der SG vor der Pause waren wichtig für die Moral, auch wenn bei dieser Partie die Variante mit dem siebten Feldspieler nicht fruchtete.

Die SG konnte auch in der zweiten Spielhälfte am Ball bleiben und zeigte viele sehenswerte Spielzüge. Die Achse Pisch-Renz funktionierte bestens, die Außenspieler Rieke und Dieterich konnten mit Hebern die Gästetorhüter überlisten. Besonders auf Zack in dieser Partie war Timo Haid. Ein ums anders Mal schloss er sein Einlaufen von der Rechtsaußenposition auf die Mitte mit einem knallharten Wurf ab.

Die Gäste spielten jedoch unspektakulär und effizient weiter, konnten so ihren Vorsprung nach drei Treffern in Folge knappe zwanzig Minuten vor Schluss auf neun Tore ausbauen. Die SG tat sich nun zunehmend schwerer mit dem undurchlässigen Defensivblock der Gäste und hatte wie beim Wurf von Robin Renz Pech im Abschluss.

Die Partie war zu diesem Zeitpunkt bereits entschieden, aber die SG wollte sich so teuer wie möglich verkaufen. Die aus einer Zeitstrafe mit anschließendem Gemecker resultierende Rote Karte für Chris Rieke war für dieses Ziel gleichermaßen unnötig wie kontraproduktiv. So war die SG für kurze Zeit nur mit vier Feldspielern auf dem Platz, was die Gäste ausnutzten und den Vorsprung auf zehn Tore erhöhten. Kevin Ringelspacher, Haid und Pisch konnten noch etwas Ergebniskosmetik betreiben, aber die Gäste antworteten wie in der gesamten Partie postwendend.

Alles in allem ein guter und Zuversicht machender Auftritt der SG, die mit einer derartigen Leistung Mannschaften aus der Tabellennachbarschaft nicht zu fürchten hat. Kommenden Sonntag um 18 Uhr gastieren die Lenninger beim Tabellendritten Spvgg Mössingen. Sollte dort eine ähnlich starke Leistung abgerufen werden können, ist ein Punktgewinn durchaus möglich. rs

SG Lenningen: Reichle, Carrle – Dieterich (1), Schweikert, K. Ringelspacher (1), Max Bächle (2), Rieke (2), Renz (7), Schmid, O. Ringelspacher, Austen, Baumann (2/1), Pisch (4), Haid (7)

HSG Fridingen/Mühlheim: Spiertz, Epple – M. Hipp (6), Parlak (4), F. Hipp (1), Merk (4), Fritz (1), Bechtold, Heppeler (1), D. Hipp (6/2), Hermann (13)