Lokalsport

Ticketausgabe in Kirchheim: Wer fährt zum Bodensee?

Turnen In der 3. Bundesliga kommt es zum entscheidenden Duell um die Aufstiegsrunden-Teilnahme. Die VfL-Riege trifft auf die punktgleicheTG Hanauerland. Von Thomas Pfeiffer

Gewappnet für die entscheidende Kraftprobe: VfL-Turner Marcus Bay am Seitpferd.Foto: Markus Brändli
Gewappnet für die entscheidende Kraftprobe: VfL-Turner Marcus Bay am Seitpferd.Foto: Markus Brändli

Spannung liegt in der Luft – Hochspannung sogar: Wer das Drittliga-Spitzenduell VfL Kirchheim gegen TG Hanauerland am Samstag in der Raunersporthalle (ab 18 Uhr) gewinnt, klopft am 26. November in Singen am Hohentwiel an die Tür zur 2. Bundesliga. „Unsere Riege ist 60:40-Favorit“, sagt VfL-Betreuer Mathias Pohl, nach den Gewinnchancen befragt. Der Gegner widerspricht dieser Einschätzung nicht, will aber nichts verschenken. „Kirchheim sehe ich in dieser Begegnung als leichten Favoriten. Doch meine Mannschaft turnt sicherlich nicht, um zu verlieren. Wir wollen die Chance auf den Aufstiegskampf wahrnehmen“, sagt TG-Mannschaftsbetreuer Sven Urban.

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Der Übungsleiter, selbst Turner und Spezialist an Ringen und Barren, gibt sich optimistisch. „Unser belgischer Nationalturner Maxime Gentges ist megaheiß auf einen Erfolg“, sagt er. Der TG-Teamstar ist 21, Student und „ein Punktegarant an allen Geräten“, wie Urban sagt. Kürzlich hat er den Vertrag mit der TG verlängert – die seit 1984 existierende Trainingsgemeinschaft mit acht Lokalvereinen rund um Kehl hat ihre Galionsfigur drei weitere Jahre sicher. Was alle frenetisch beklatschten im Hanauerland: Gentges (21) lockt zu Heimkämpfen regelmäßig bis zu 300 Zuschauer an. „Wir sind eine Turner-Hochburg“, freut sich Sven Urban.

Drei Hundertschaften bekommen die Kirchheimer morgen nicht, denn Coach Pohl und Mistreiter verfolgen in der VfL-Turnabteilung seit Jahren, mangels Großsponsor, eine alternative Philosophie: Sie setzen auf Eigengewächse. Mit denen soll jetzt wie 2014 die Relegationsteilnahme gesichert werden – es wäre der größte Saisonerfolg.

Die Chancen dazu stehen nicht schlecht: Alle VfL-Turner sind einsatzbereit. Nur Simon Paul laboriert weiter an seiner Daumenverletzung – für‘s Pauschenpferd ist er noch keine Option. „Aber wir haben an diesem Gerät gute personelle Alternativen“, sagt Mathias Pohl.

Beide Riegen können in Bestbesetzung antreten: Die Raunersporthalle, wo zwischen 100 und 150 Besucher erwartet werden, erlebt bestes Drittliga-Niveau. Gewinnen die Teckstädter, fahren sie eine Woche später nach Singen, wo am 26. November gegen den Nord-Zweiten KTV Ries die nächste nicht ganz leichte Herausforderung wartet. „Gegen diesen Gegner wären wir klarer Außenseiter. Ries turnt im Durchschnitt immer um die 15 Punkte mehr als wir“, weiß Pohl, der sich nichts vormacht: Ein Aufstieg der VfL-Männermannschaft in die 2. Bundesliga käme einer ausgewachsenen Sensation gleich.