Lokalsport

Tippelschritte Richtung Klassenerhalt

Handball: SG Lenningen rettet im Landesliga-Kellerduell gegen Herrenberg-Kuppingen glücklichen Punkt

In einer dramatischen, hektischen und am Ende glücklichen Schlussphase hat sich die SG Lenningen im Kellerduell der Handball-Landesliga mit einem 33:33 gegen die SG H2 Ku Herrenberg II einen wichtigen Punkt gesichert.

Eine Partie mit Feuer drin: SG-Trainer Markus Hornung (rechts) im Clinch mit dem Schiedsrichter.Foto: Genio Silviani
Eine Partie mit Feuer drin: SG-Trainer Markus Hornung (rechts) im Clinch mit dem Schiedsrichter.Foto: Genio Silviani

Lenningen. Was dieser letztlich glückliche Punktgewinn wert sein wird, auf diese Antwort wird man bei der SG noch eine Weile warten müssen. Trotz der im Vorfeld zum „Vier-Punkte-Spiel“ erhobenen Partie waren sich alle einig, dass man mit dem erreichten Punkt mehr als zufrieden sein kann.

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Verwunderung stand vielen Zuschauern ins Gesicht geschrieben. Was da als vermeintlicher Abstiegskandidat in der Lenninger Sporthalle auflief, war alles andere als ein angeschlagener Hinterbänkler. Mit flottem Laufspiel und großzügig angelegten Aktionen zeigten die Gäste sehenswerten Handball. Sichere und druckvolle Pässe, kaum technische Fehler und konsequent verwandelte Chancen vor allem über den Kreis. Der Drittletzte bot Handball auf hohem technischem Niveau. Bei der SG lief dagegen vor allem in der ersten Halbzeit wenig nach Plan. Ein nervöser Start, zu früh abgeschlossene Angriffe, kaum echte Chancen.

Trotzdem war die Partie beim Stand von 5:6 nach einer Viertelstunde ausgeglichen. Doch die Gäste waren nun warmgelaufen. Bis zur Pause spielten sie die Lenninger förmlich an die Wand. Mehrere lehrbuchreife Spielzüge über den Kreis oder die Außenspieler ließen den Abstand von Angriff zu Angriff größer werden. So stand es in der 28. Minute bereits 17:9 und den Lenningern drohte eine heftige Niederlage. Doch Marc Bächle, Marc Pisch und Florian Dieterich gestalteten mit ihren Toren das Ergebnis bis zum 12:18-Halbzeitstand besser.

In der Halbzeitpause sorgten die unerwartet stark aufspielenden Gäste für Gesprächsstoff auf den Rängen. Die zweite Halbzeit startete ähnlich wie die erste aufgehört hatte: Der Gegner verwaltete seinen Sechs-Tore-Vorsprung, ohne zu glänzen. SG-Trainer Markus Hornung reagierte und stellte die Abwehr um. Gästespielmacher Tobias Bauer wurde kurz gedeckt, Christoph Reichle löste Matthias Carrle im Tor der SG ab und auch sonst wurde auf Lenninger Seite häufig gewechselt. Die Hausherren kamen Tor um Tor heran. Ein schöner Pass von Rieke auf Pisch, ein verwandelter Strafwurf von Marc Bächle, ein Heber von Rieke auf Linksaußen und plötzlich lag die SG nur noch zwei Tore zurück. SG-Youngster Tobias Baumann fasste sich nun ein Herz und nutzte seine Lücken auf den Halbpositionen. Fünf Minuten vor Schluss brachte sein Treffer die SG sogar auf 31:32 heran. Die Halle tobte, als Christoph Reichle einen Strafwurf abwehrte. Pech hatte dagegen Robin Renz dessen Konter nicht ins Tor fand. Unglücklich die SG auch als der Wurf von Gästespieler Bauer abgeprallt im SG Tor landete.

90 Sekunden waren noch zu spielen und die SG lag nun mit 31:33 zurück. Markus Hornung brachte den siebten Feldspieler anstelle des Torhüters. Robin Renz verwandelte den nächsten Konter sicher im Kasten der Gäste. Es stand 32:33. Matthias Carrle im Tor wehrte einen starken Wurf der Gäste ab. Im folgenden Angriff erhielt Herrenbergs Mößler nach einem groben Foul an Marc Bächle die Rote Karte. Die SG nun mit doppelter Überzahl im Angriff. Der Ball wanderte auf Rechtaußen und kam glücklich wieder zurück auf die Halblinksposition, von wo Marc Bächle die Lederkugel mit einem Gewaltwurf versenkte.

33:33 und noch drei Sekunden Restspielzeit. Robin Renz versuchte den Gästetorhüter am Abwurf zu hindern. Bittere Konsequenz: Auch eine Rote Karte für ihn. Alles in allem ein wichtiger Punkt in einer sehenswerten Partie und moralischer Aufbau vor der Partie gegen Böblingen/Sindelfingen am kommenden Samstag. rs

SG Lenningen: Reichle, Carrle – Dieterich (4), K. Ringelspacher, Rieke (2), Renz (6), Schmid, O. Ringelspacher (1), Schweikert, Baumann (5), Haid (1), Marc Bächle (9/3) Pisch (3), L. Bächle (2)

SG H2Ku Herrenberg 2: Rinderknecht, Wörner – Bauer (6), Freundt (2), Kohler (3), Frank (1), Mößler (9/5), Mosdzien, Mezger (1), Sailer (1), Marquardt (5), Klisch (2), Seeger (2), Waidelich (1)

Zuschauer: 400