Lokalsport

Titel zum Comeback macht nicht nur Opa „Lui“ froh

Leichtathletik Ricko Meckes gewinnt völlig überraschend Speerwurf-Gold bei Winterwurf-Landesmeisterschaften.

Waiblingen. Sensationelles Comeback für Ricko Meckes von der LG Teck. Bei den Baden-Württembergischen Winterwurf-Meisterschaften in Waiblingen gewann der Weilheimer völlig überraschend den Titel im Speerwerfen.

Eigentlich war das Kapitel Leistungssport für Meckes nach drei Knieoperationen abgeschlossen, das Thema Speerwurf fast abgehakt. Zumal Ärzte ihm von der Gelenke belastenden Disziplin abrieten. Das war vor vier Jahren, als der heute 25-Jährige seine Karriere beendete, nachdem er süddeutscher Vizemeister der Männer und Fünfter der Junioren-DM geworden war.

Während seines Psychologiestudiums befasste sich Meckes verstärkt mit präventiver Gesundheitsvorsorge. Weniger trainieren, dafür intensiver und mit mehr Augenmerk auf Spaß und Gesundheit, das hatte sich der Intuitivsportler zum Ziel gesetzt. Mit neu gewonnener Lockerheit setzte Meckes 2015 mit 68,02 Meter beim Bühlbergfest ein erstes Ausrufezeichen, bevor eine schwere Schulterverletzung beim Skifahren fast ein Jahr kein Speerwurftraining zuließ. Mit Würfen mit dem schwächeren linken Arm und mit Alternativ-Disziplinen (Weitsprung: 6,86 Meter, Hochsprung: 1,85 Meter) hielt er sich in der vergangenen Saison aber im Wettkampfmodus.

Am Sonntag ging Ricko Meckes dennoch mit gemischten Gefühlen in den Wettkampf. Niemand sollte dabei sein - weder sein Trainer Ralf Mutschler noch sein größter und treuester Fan, Opa Louis Ehrhardt (86 Jahre). „Ich wollte ihn nicht enttäuschen, falls ich den Wettkampf hätte abbrechen müssen.“ Nach dem überraschenden Erfolg nun ärgert sich Meckes über sich selbst, dass er diese Glücksgefühle nach dem Wettkampf nicht mit Opa „Lui“ teilen konnte.

Ricko Meckes war gut in den Wettkampf reingekommen, gleich im ersten Versuch flog der 800 Gramm schwere Speer auf 63,89 Meter. Weiter warf nur Patrick Hess (LG Staufen) mit 67,50 Meter. Nach einem ungültigen zweiten Versuch zwackte es leicht in der Schulter, sodass sich Meckes ein weicheres Wurfgerät auslieh. Dadurch wurde der Wurfarm etwas entlastet. Nach zwei Umgewöhnungswürfen (61,29 und 64,33) lief es für den Weilheimer dann immer besser. Im vorletzten Durchgang kam Meckes mit 67,11 Metern an den bis dahin immer noch führenden Hess bis auf 39 Zentimeter heran. Der Goldwurf kam dann im letzten Versuch. Mit 68,00 Metern zog Meckes an Hess vorbei, der auch im sechsten Versuch, nach zwei ungültigen zuvor, patzte. Gleichzeitig blieb er nur knapp unter seiner Bestleistung von 68,67 Metern.

Im Diskuswerfen der Männer zeigte der ehemalige LG Teck-Athlet Mario Scheufele (VfL Sindelfingen) mit 45,66 Metern als Vierter hinter Sieger Michael Salzer (Sindelfingen/55,65) eine starke Vorstellung. Auch Jonas Reineke von der LG Teck präsentierte sich in seinem ersten Jahr bei der U20 im Diskuswerfen als Sechster mit 35,88 Metern in guter Form. Sowohl Scheufele als auch Reineke müssen sich seit diesem Jahr mit neuen Wurfgewichten (2,00/1,75 Kilogramm) auseinandersetzen.Martin Moll

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