Lokalsport

Topleistung im Topduell

Basketball-Oberliga: VfL bezwingt Reutlingen vor 300 Zuschauern und klettert auf Platz eins

Kirchheims Basketballer in ­Feierlaune: Aufsteiger VfL hat in der Oberliga die Tabellenführung übernommen. Im Spitzenspiel gegen die TSG Reutlingen gab‘s einen 79:69-Sieg.

Nicht zu stoppen: Devontee Lawson (11) und die VfL-Korbjäger haben Tabellenführer Reutlingen entthront. Foto: Brändli
Nicht zu stoppen: Devontee Lawson (11) und die VfL-Korbjäger haben Tabellenführer Reutlingen entthront. Foto: Brändli

Kirchheim. Gestatten, Jorey Scott, zwei Meter groß, 22 Jahre alt und Center – noch vor Spielbeginn hatte Coach Bekim Kukiqi einen weiteren Neuzugang aus dem Hut gezaubert. Am Nachmittag hatte der Amerikaner für die TG Nürtingen in der Bezirksliga fast 40 Minuten in Möhringen gespielt (26 Punkte), dann vollzog VfL-Geschäftsführer Uli Tangl den Wechsel, und um 17.30 Uhr saß Scott in der Sporthalle Stadtmitte für den VfL auf der Bank – zunächst.

Denn im Topduell Zweiter gegen Erster setzte Kukiqi zunächst auf seine bewährten Kräfte und schickte Shkelzen Bekteshi, Arber Shabani, Desmond Strickland, Akant Sengül und Nate Gibbs als erste fünf aufs Feld. Die zeigten sich dem Anlass angemessen reichlich nervös, doch nach dem 4:6 löste Bekteshis Dreier die Verkrampfung.

Vor allem in der Defensive hat das neu zusammengestellte Team in den vergangenen Wochen viel dazugelernt, freie Würfe oder Korbleger gab es für die Reutlinger Gäste fast über die gesamte Spieldauer so gut wie nie. Auch im Kampf unter den Körben herrschte der VfL.

Nach dem 9:7 (6.) traf Center Gibbs zwei Dreier nacheinander, der eingewechselte Scott machte seine ersten Punkte unter der Teck, und mit 17:12 ging es ins zweite Viertel. Was einigermaßen spektakulär war, auch für die fast 300 Zuschauer im Kirchheimer Basketball-Tempel. Fünf Teckstädter trugen Punkte zum 35:21 (16.) bei, zur Pause stand es 44:35 und der Weg zum Sieg und der Tabellenführung schien gefunden.

In der Kabine erinnerte Kukiqi sein Team ein letztes Mal an die Niederlage beim Testspiel vor vier Wochen. Doch irgendwie führte das eher zur Lähmung statt zur Konzentration. Sechs Minuten lang sprang fast jeder Wurf wieder aus der Reuse, in der Abwehr leistete man sich kleine Nachlässigkeiten, und plötzlich war Reutlingen beim 48:47 wieder dran.

Zwei Szenen entschieden dann das Topduell. Zunächst traf Gibbs seinen dritten Wurf von ganz weit draußen zum 51:47, dann führte Strickland ein ganz besonderes Tänzchen auf: Mit einem sehenswerten Dribbling schlängelte er sich durch drei Reutlinger, legte auf Gibbs ab, der Kugel per Slam-Dunk zum 53:47 durch den Ring rammte.

Die Kirchheimer Fans standen auf den Rängen, TSG-Coach Vassili Tsouknidis nahm sofort eine Auszeit, doch das Momentum war nun aufseiten der Gastgeber. Vor dem letzten Viertel stand es 58:47 – und nach Wiederbeginn hämmerten Devontee Lawson und Shabani mit zwei Dreiern zum 64:47 (33.) den Nagel in den Sarg des Ex-Spitzenreiters – der 16:0-Lauf war damit beendet. Das Spiel zwar noch nicht, Reutlingen verkürzte in der 38. Minute noch einmal vom 72:53 auf 72:59, doch wirklich gefährlich war das nicht mehr.

Gefährlich war da schon eher die Attacke von Reutlingens Adeboyeku auf seinen eigenen Coach. Neun Mitspieler mussten den völlig ausgerasteten Center nach einem sehr derben Wortwechsel zurückhalten, es gab ein technisches Foul und Strickland netzte den neunten seiner neun Freiwürfe zum 73:59 ein.

Am kommenden Samstag folgt für den neuen Tabellenführer aus Kirchheim nun die Fahrt zum zuletzt stark verbesserten Tabellenfünften TV Konstanz, dann gibt es eine Pause bis zum 21. November. Das Saisonziel Aufstieg in die Regionalliga scheint seit diesem Sonntag auf jeden Fall deutlich realistischer.ut

VfL Kirchheim: Auerbach, Bekteshi (3/1), Gibbs (25/3, 6:6 FW), Lawson 10/2), Pas­cucci, Scott (8), A. Sengül (8), Shabani (7/1), Strickland (18/, 9:9 FW)

TSG Reutlingen: Adeboyeku (3), Dronjic (19/2), Eroglu (8), Gförer (13/1), John (3), Kiriakidis (3), Klay (7/1), Schindel, Seretis (9), Sipetic (4)

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