Lokalsport

Topwetter zum großen Finale

Der 50. Hahnweidewettbewerb endet mit optimalen Flugbedingungen

Manch einer war nach dem verregneten Auftakt skeptisch. Das Abschluss-Wochenende auf der Hahnweide bot den Segelflugpiloten Topwetter.

Kirchheim. Ob die 50. Auflage des Internationalen Hahnweidewettbewerbs ein Erfolg werden würde, stand lange in den Sternen. Die zweite Wochenhälfte konnte schließlich zu den besten der langen Wettbewerbsgeschichte gerechnet werden. Mit Durchschnittsgeschwindigkeiten bis 139 km/h waren die Toppiloten am Freitag und Samstag über der Schwäbischen Alb und dem Schwarzwald unterwegs. Insgesamt haben die 117 Flugzeuge an den sechs Wertungstagen 208 985 Kilometer im reinen Segelflug zurückgelegt.

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Mit elf ehemaligen oder amtierenden Weltmeistern war der Jubiläumswettbewerb hochklassig besetzt. Keiner dominierte seine Klasse aber so sehr wie Michael Buchthal (FLG Freudenstadt) die Standardklasse. Mit fünf von sechs möglichen Tagessiegen ließ er seinen Konkurrenten keine Chance. Howard Jones (Großbritannien), Sören Nölke (FSV Sindelfingen) und Adam Woolley (Australien) folgten mit deutlichem Abstand. Für den Australier Wooley war der Hahnweidewettbewerb der erste Wettbewerb in Europa. Ähnlich dominant wie Michael Buchthal siegte Freddy Hein (Hannover) in der Rennklasse. Er konnte immerhin drei der sechs möglichen Tagessiege erfliegen.

In der 18-Meter-Klasse ließ der erst 19-jährige Simon Schröder (SFV Bad Wörishofen) an den beiden letzten Wertungstagen nichts mehr anbrennen. Am zweiten Wertungstag hatte er die Führung von Reinhard Schramme (LSV Rinteln) übernommen und souverän gegen den enorm stark fliegenden Matthias Sturm (LSV Schwarzwald) verteidigt. Trotz teils außergewöhnlicher Tagesresultate konnte der Schwarzwälder seinen Ausrutscher vom ersten Tag nicht wettmachen und landete auf Platz zwei im Endklassement. Er konnte dies verschmerzen, da er am fünften Wertungstag die höchste im Wettbewerb geflogene Geschwindigkeit (139  km/h) erzielte.

Wesentlich knapper waren die Entscheidungen in der Doppelsitzerklasse. Zu Beginn des Wettbewerbs übernahm das Team Mayer/Willems vom LSV Schwarzwald die Führung, die sie bis zum Finaltag mit konstanten Leistungen auch hielten. Ein Ausrutscher am letzten Wertungstag und ein enorm starkes Finish des Teams Theisinger/Koster (DJK Landau) brachte den Schwarzwäldern in der Endabrechnung den undankbaren vierten Platz. An den letzten drei Wertungstagen kamen zudem die Teams Pierre und Arnaud de Broqueville (Belgien) und Andreas Lutz/Wolfgang Janowitsch immer besser ins Rennen. Europameister Andreas Lutz (FG Wolf Hirth) gelang in der Endphase noch der Sprung auf Platz drei.

Ebenso spannend war das Rennen in der offenen Klasse. Die ersten beiden Flugtage entschieden Klaus Kalmbach und Conrad Hartter (beide FSV Tübingen) für sich. Mit den leistungsfähigsten Seglern im Feld waren beide auf den langen Strecken – jeweils über 530 Kilometern – erfolgreich. Am dritten Tag übernahm dann aber Vorjahressieger Jim Acketoft/Wilhelm Wendt (Schweden) die Führung in der Klasse der Supersegler. Sie konnten alle Angriffe von Sylvain Gerbaud (Frankreich), der zwei Tagessiege in Folge flog, abwehren und ihren knappen Vorsprung ins Ziel retten. Dabei war Holger Karow (Fliegergruppe Wolf Hirth) über die ganze Wettbewerbswoche knapp dran am Gesamtsieg. Konstant gute Platzierung zwischen Tagesplatz zwei und fünf sicherten dem Airbuspiloten Platz zwei im Gesamtklassement.

Mit insgesamt 618 Wertungsflügen war der Jubiläumswettbewerb für die angereisten Teilnehmer ein voller Erfolg. Für die Piloten der gastgebenden Fliegergruppe Wolf Hirth gilt es in den kommenden Wochen wieder selbst aktiv zu werden und den Rückstand, den man sich mittlerweile in der Segelflug-Bundesliga eingehandelt hat, wieder aufzuholen.