Lokalsport

„Tränen bei der Eröffnungsfeier“

Olympia-Umfrage: Wie viel Fernsehen schauen Sie täglich? Schauen Sie sich das Rennen mit Manuel Fumic an?

Viele sitzen täglich mehrere Stunden, nicht Wenige überhaupt nicht vor dem Fernsehgerät: Das Kurz-Fazit unserer jüngsten Olympia-Umfrage.

Kirchheim. Drei Tage noch: Dann biegen die 31. Olympischen Sommerspiele auf die Schlussgerade ein und der gebürtige Kirchheimer Manuel Fumic (34) ist im Cross-Country-Rennen der weltbesten Mountainbiker (Start um 17.30 Uhr MESZ) mit einer Außenseiterchance am Start. Die Frage allerdings ist: Wie viele Leute wissen, dass einer der Ihren in einer (Rand-)Sportart um eine Medaille kämpft? Unsere Straßenumfrage in der Kirchheimer Fußgängerzone zum persönlichen Fernsehkonsum und zu den Lieblingssportarten während der Spiele haben wir durch eine Zusatzfrage ergänzt. Um jene, ob tatsächlich bekannt ist, dass aus der Teckregion ein aktueller Olympia-Starter stammt.

Christian Schneider, 42: „Ich spiele beim TC Kirchheim Tennis, deshalb verfolge ich diese Sportart bei den Olympischen Spielen auch mit besonderem Interesse. An zweiter Stelle steht bei mir der Pferdesport – familiär bedingt: Sowohl meine Ehefrau als auch meine Tochter reiten. Bis zu drei Stunden schaue ich täglich Olympia. Mountainbiker Manuel Fumic kenne ich zwar vom Namen her, wusste aber bis heute nicht, dass er die Olympia-Qualifikation geschafft hat und in Rio dabei ist.“

Bärbel Rabel, 54: „Ich bin nicht die ausgeprägte Olympia-Zuschauerin. Mein Bezug zum Sport ist das, was ich für meine eigene Fitness tue: Ich bin viel mit dem Fahrrad unterwegs und schwimme regelmäßig – im Sommer im Freibad, im Winter im Dettinger Hallenbad. Wenn Sie mich nach einem Olympiastarter aus der Teckregion fragen, muss ich passen.“

Samuel Burlein, 34: „Wer am meisten dopt, der gewinnt bei Olympia – das ist meine ganz persönliche Meinung. Grundsätzlich bin ich zum Sport sehr kritisch eingestellt. Mein Interesse an Fernsehübertragungen aus Rio ist deshalb eher mäßig. Dass Manuel Fumic im olympischen Mountainbike-Wettbewerb mitfährt, wusste ich allerdings. Schließlich betreibe ich diesen Sport zum Spaß selber. Ich bin ein Schönwetter-Mountainbiker, der zwei Mal die Woche bis zu 25 Kilometer fährt“.

Mabwros Bechir, 66, Kirchheimer mit deutschem und tunesischem Pass: „Bis fünf Stunden sitze ich täglich vor dem Fernseher, wobei ich Handball und Fußball am liebsten und Sportschießen gar nicht schaue. Das Mountainbike-Rennen mit Manuel Fumic werde ich schon deshalb anschauen, weil ich ihn kenne und live miterlebt habe, wie er vor Wochen von Kirchheim aus mit Helfern zur letzten Olympia-Vorbereitung auf die Schwäbische Alb in ein Trainingslager aufgebrochen ist. Ich bin Olympia-Fan. Als ich bei der Eröffnungsfeier am 5. August gesehen habe, wie unterschiedlichste Nationen, Kulturen und Religionen friedlich und gemeinsam ins Stadion einmarschiert sind, sind mir die Tränen gekommen. Ich selber bin Muslim, allerdings ein moderner.“

Daniela Rukatukl, 23, aus Kornwestheim: „Für Olympia-Übertragungen im Fernsehen bleibt mir keine Zeit, weil ich den ganzen Tag über als Fahrradmonteurin arbeite. Und abends habe ich meistens etwas Besseres zu tun, als stundenlang vorm Fernseher zu sitzen – zum Beispiel selber Mountainbike fahren. Früher habe ich mal in Kirchheim gelebt, aber einen Olympia-Teilnehmer aus der Teckregion kenne ich nicht. “

Hans Gläsener, 82: „Zwei bis drei Stunden schaue ich täglich Olympia, und Turnen, Hockey und Handball finde ich am interessantesten. Ich weiß, dass Manuel Fumic im olympischen Mountainbike-Rennen mitfährt, die Übertragung am Sonntag werde ich mir aber trotzdem nicht anschauen. Solche Rennen dauern mir einfach zu lange. Da sitze ich lieber selber auf dem Rad. Alle paar Tage mache ich Touren bis zu 50 Kilometer, um mich fit zu halten.“

Kevin Lang, 18, aus Weilheim: „Ich schaue bis zu drei Stunden täglich, und Fußball, Handball, Hockey und Leichtathletik begeistern mich am meisten. Ob ich das Rennen mit Manuel Fumic – den ich öfters beim Training auf dem Mountainbike sehe – anschauen werde, hängt davon ab, ob ich mit meinen Fußball-Kumpels vom SV Nabern zum Steak-Essen nach Holzmaden fahre oder nicht. Solche Treffen machen wir nur drei bis vier Mal im Jahr.“

Fotos: Carsten Riedl

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