Lokalsport

Trotz Abflug ins Netz herrscht Optimismus

Mountainbike Die deutsche Staffel ist bei der WM in Australien auf Rang sieben gelandet. Manuel Fumic erlebte als Schlussfahrer einen Schreckmoment. Von Erhard Goller

Aua: Trotz seines schmerzhaften Sturzes ins Fangnetz neben der Strecke hat Manuel Fumic ein positives Fazit aus dem Staffelrenne
Aua: Trotz seines schmerzhaften Sturzes ins Fangnetz neben der Strecke hat Manuel Fumic ein positives Fazit aus dem Staffelrennen gezogen. Foto: Thomas Weschta

Die Medaillenhoffnungen des deutschen Teams waren von vorneherein nicht besonders groß, doch bereits nach Startfahrer Max Brandl (U23) war man mit 39 Sekunden im Hintertreffen. Der Freiburger war am Start nicht gut weggekommen. Da das Überholen auf dem 4,3 Kilometer langen Kurs in langen Abschnitten äußerst schwierig ist, wurde Brandl den kompletten Anstieg hinauf, an elfter Stelle liegend, blockiert.

Kein Wunder also, dass Manuel Fumic als Schlussfahrer mit einem zu großen Abstand auf die Medaillenränge ins Rennen ging. Dennoch war der Kirchheimer gut unterwegs, bis er auf die kanadische U23-Fahrerin Anne Julie Tremblay stieß. In einer Felsenpassage vom höchsten Punkt der Strecke hinab, wählte sie die linke Linie, Fumic die rechte. Als er auf gleicher Höhe war, zog Tremblay plötzlich auf seine Seite hinüber und schoss Fumic regelrecht ab.

Der flog wie ein Gummiball in ein Fangnetz, das man dort in weiser Voraussicht aufgespannt hatte - sonst wäre er den Berg hinabgepurzelt und hätte sicher mehr als ein paar Schrammen davongetragen. „Das war einfach blöd, ich weiß nicht, was die da gedacht hat. Zum Glück ist mir nichts passiert“, berichtete Fumic im Ziel. „Ich musste mich halt wieder aufrappeln und mein Bike in Ordnung bringen.“ Mit 1,45 Minuten Rückstand auf Goldmedaillengewinner Schweiz (1.05,08) überquerte Fumic für das deutsche Team als Siebter die Ziellinie.

Für sich selbst zog er ein positives Fazit. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Runde, es ging sehr gut“, nickte er. „Ich bin äußerst zuversichtlich für das Einzelrennen am Samstag.“

Was er zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Seine Rundenzeit bestätigte den subjektiven Eindruck. Er war nur drei Sekunden langsamer als Olympiasieger Nino Schurter, der für die Schweiz als Schlussfahrer unterwegs war und freie Fahrt hatte - ohne den Abflug ins Netz hätte Manuel Fumic sicher die Bestzeit markiert.

„Ich habe nichts zu verlieren“

Am Streckenrand hatte Christian Pfäffle seine deutschen Kollegen angefeuert. Ob der Neuffener am Samstag im Einzelrennen seinen WM-Coup vom vergangenen Jahr, als er überraschend 15. und damit bester Deutscher geworden war, wiederholen kann, ist fraglich. „So was wieder zu machen, wird ziemlich schwer“, weiß Pfäffle.

Im Training in Cairns war er eine Runde lang mit der französischen Bike-Legende Julien Absalon gefahren. „Er hat es im Anstieg nicht geschafft, an mir vorbeizuziehen, wenn er eine andere Linie gewählt hat.“ Damit will Pfäffle verdeutlichen, dass die Überholmöglichkeiten in der einzigen Bergauf-Passage, die sieben bis acht Minuten dauert, rar gesät sind. „Man muss richtig investieren, um vorbeizukommen.“

Die Strecke nach dem Start, ein neuralgischer Punkt bei Pfäffle, verläuft flach, und es geht nur rund 35 Sekunden auf einem breiten Weg dahin. Dann wird es schon deutlich schmaler, und es wird schwierig, noch Positionen gutzumachen. „Das kriege ich normalerweise hin, meine Schwächephase kommt erst danach“, meint der 24-Jährige. „Ich habe nichts zu verlieren.“

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