Lokalsport

Trotz erster Pleite darf der VfL weiter von Liga zwei träumen

Turnen Nach der 25:53-Niederlage beim TV Schiltach geht es für Kirchheims Drittligaturner am kommenden Samstag um das Ticket zum Aufstiegsfinale. Von Heiko Paul

Simon Paul im Anflug auf den Sprungtisch. Aller Einsatz half nichts, der TV Schiltach war das bessere Team. Foto: Heiko Paul
Simon Paul im Anflug auf den Sprungtisch. Aller Einsatz half nichts, der TV Schiltach war das bessere Team. Foto: Heiko Paul

Die VfL-Turner blieben trotz der 25:53-Niederlage beim TV Schiltach auf Rang zwei der Tabelle vor dem TV Hanauerland. Wie schon zu Beginn der Saison prophezeit, wird das Duell der Badener gegen die Schwaben am kommenden Samstag um 18 Uhr in der Raunersporthalle in Kirchheim die Entscheidung bringen, welches Team zum Aufstiegswettkampf am 26. November nach Singen fahren darf. Beide sind punktgleich, haben jeweils nur eine Niederlage gegen den TV Schiltach hinnehmen müssen.

Kirchheim liegt aber nach den Gerätewertungen knapp vorne. Da Unentschieden im Turnsport nach dem Score-Punkte-Modus sehr selten sind, heißt es: Wer gewinnt, darf in Singen um den Aufstieg in die zweite Bundesliga turnen. Ganz entscheidender Unterschied: Die VfL-Turner treten mit ihrem Stammteam an, allesamt VfL-Eigengewächse. Der TV Hanauerland lebt diese Saison vom belgischen Nationalturner Ma­xime Gentges, den es in Schach zu halten gilt.

Barren und Reck entscheiden

Dass die Aufgabe gegen den Ligafavoriten TV Schiltach für die Kirchheimer Turncracks schon von vorneherein als nur bedingt lösbar erschien, sollte sich bewahrheiten. Trotz ansprechender Leistungen waren die Schiltacher vor allem an den letzten beiden Geräten des Wettkampfes, am Barren und am Reck, deutlich überlegen.

Der Auftakt am Boden war von beiden Teams stark. Julian Hausch begann sehr sicher, die Übung seines Gegners hatte aber einen deutlich höheren Schwierigkeitsgrad. Marcus Bay stürzte in seiner Abschlussbahn, so blieb auch er ohne Score-Punkte. Manuel Halbisch und Simon Paul zeigten zwei schöne Übungen. Weil aber gegen die Boden-Cracks aus Schiltach die entscheidenden Zehntel fehlten, stand der VfL nach dem ersten Gerät unerwartet ohne Punkte da.

Dass die Kirchheimer Turner nicht nur mithalten konnten, zeigte das Ergebnis am Pauschenpferd. Manuel Hofmann war dem besten Pferd-Turner der Schiltacher deutlich überlegen. Julian Hausch blieb zwar am Gerät hängen, aber Henning Weise und Marcus Bay machten den Sack zu – die Gerätewertung ging mit 12:4 Punkten an die Kirchheimer, die nur noch mit drei Punkten in Rückstand lagen.

An den Ringen dann wieder klare Dominanz der Gastgeber. Julian Hausch holte für Kirchheim zwei Punkte, Marcus Bay schaffte ein Unentschieden. Aber für die beiden Youngsters Hennig Weise und Waldemar Guillard waren ihre Gegner zu stark.

Die VfL-Turner drehten den Spieß noch einmal mit einer beeindruckenden Performance am Sprung um: Viermal Tsukahara gestreckt mit Schraube in den Stand, wobei nur Simon Paul ohne Punkte blieb: Dessen Gegner zeigte zwar ebenfalls einen Tsukahara, aber mit Doppelschraube, was diesem vier Score-Punkte einbrachte. Aber die VfL-Turner hatten auf 23:27 Punkte aufgeholt, das Gerät gewonnen und lagen in Schlagdistanz zum großen Favoriten.

Am Barren gab die Heimmannschaft dann richtig Gas: Nur Marcus Bay rang seinem Gegner zwei Score-Punkte ab. Moritz Pohl, Simon Paul und Julian Hausch hatten trotz fehlerfreier Übungen das Nachsehen. Nicht anders dann am Reck, das Schiltach gegen das Kirchheimer Quartett Julian Hausch, Marcus Bay, Moritz Pohl und Simon Paul überzeugend dominierte. Damit war der Schiltacher Vorsprung auf 53:25 Punkte angewachsen, das Ergebnis letztendlich eine klare Sache.

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