Lokalsport

Trotz Steigerung schwebt der VfL weiter in Abstiegsgefahr

Turnen Kirchheimer Frauenmannschaft verbessert sich am zweiten Wettkampftag auf Platz sechs, bleibt im Gesamtklassement jedoch Tabellenletzter.

Der Kraftakt ist verpufft: Die Kirchheimer Turnerinnen um Noemi Rapp und Oksana Chusovitina (Bild unten) haben den Befreiungssch
Der Kraftakt ist verpufft: Die Kirchheimer Turnerinnen um Noemi Rapp und Oksana Chusovitina (Bild unten) haben den Befreiungsschlag im Kampf um den Zweitligaklassenerhalt verpasst. Fotos: Georg Hrivatakis

Klar verbessert, aber immer noch in Nöten: Die Zweitligaturnerinnen des VfL Kirchheim schweben trotz des sechsten Platzes am zweiten Saisonwettkampftag in Heidenheim weiter in Abstiegsgefahr. Der Tabellenletzte braucht im Saisonfinale am 11. November in Dresden ein kleines Turnwunder für den Klassenerhalt.

Das Ziel für die um Turnlegende Oksana Chusovitina verstärkte VfL-Truppe auf der Ostalb war klar: Einen Platz vor dem Team von Eintracht Frankfurt abschließen, das beim ersten Wettkampf Siebte des Achterfeldes geworden war.

Noemi Rapp eröffnete das Bodenturnen mit 7,60 Punkten. Ein Sturz beim Schraubensalto und viele Unsauberkeiten machten den Unterschied zu ihrer Zehnerwertung vom ersten Wettkampftag. Ungeachtet dessen trat Nele Rüping mit 10,45 Punkten überzeugend auf. Maike Halbisch folgte mit 10,60 Punkten, ein Standfehler beim Doppelsalto verhinderte eine bessere Wertung.

Dann waren alle Augen auf Oksana Chusovitina gerichtet, frisch gebackene Fünfte der WM in Montreal im Sprung. Für das VfL-Team erturnte die 42-Jährige 12,25 Punkte - Kirchheim lag nach dem ersten Gerät mit 0,1 Punkten vor dem direkten Konkurrenten aus Frankfurt.

Am Sprung zeigte die Kirchheimer Mannschaft ihre Klasse. Vier Sprünge in den sicheren Stand bedeuteten 51,75 Punkte und die beste Gerätewertung aller Mannschaften. Maike Halbisch (12,15) begann mit einem Tsukaka gebückt, anschließend zeigten Nele Rüping (12,80) und Joanna Varro (12,85) einen Überschlag mit Salto vorwärts, und als krönenden Abschluss stellte Oksana Chusovitina ihre Klasse mit 13,95 Punkten unter Beweis. Der VfL verschaffte sich so einen komfortablen Vorsprung vor der Eintracht, die am Sprung 48,30 Punkte erturnte.

Diesen Schwung nahm die Mannschaft an den Stufenbarren mit. Maike Brey turnte ihren Abgang, der ihr beim Training viel Kummer bereitet hatte, in den sicheren Stand und erhielt 7,90 Punkte. Noemi Rapp konnte ihre Übung hingegen nicht durchturnen, ein Absteiger und ein Hänger bedeuteten eine 6,60-Wertung. Nele Rüping ließ sich jedoch nicht aus dem Konzept bringen und turnte ihre neue, schwierigere Übung souverän durch. Dadurch sicherte sie der Mannschaft mit 9,60 Punkten eine hohe Barrenwertung. Auch Maike Halbisch turnte auf Angriff. Ihrem hohen Schwierigkeitswert musste sie durch Ausführungsfehler etwas Tribut zollen. Dennoch konnte die Kirchheimer Vierkämpferin mit der 9,70er-Wertung zufrieden sein. Die Frankfurter Turnerinnen erzielten am Barren, auch dank ihrer russischen Gastturnerin, 4,7 Punkte mehr und lagen vor dem letzten Gerät mit 1,15 Punkten vor dem VfL - mit einem guten Ergebnis am Schwebebalken wäre alles wieder offen gewesen.

Joana Varro, die erste Turnerin der VfL-Mannschaft, hatte ihre Nerven jedoch nicht im Griff. Nur 6,80 Punkte bedeuteten eine zu hohe Hypothek für die nachfolgenden Starterinnen. Nele Rüping und Maike Halbisch zeigten Biss, turnten schwieriger, konnten aber ihr Programm auch nicht ohne Absteiger durchbekommen. Dennoch waren ihre Wertungen mit 9,55 und 9,65 Punkten in Ordnung. Oksana Chusovitina zeigte dann, was Routine am Schwebebalken bedeutet. Trotz eines Absteigers beim Angang turnte sie ihre Übung ohne Wackler durch und erhielt 11,95 Punkte.

Für den VfL kamen am Schwebebalken 37,95 Punkte zusammen, Kellerkonkurrent Frankfurt konnte mit 38,60 Punkten dagegenhalten und turnte in der Endabrechnung 1,80 Zähler mehr als der VfL, der damit Sechster hinter den Hessinnen wurde.mp

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