Lokalsport

TTC fährt Achterbahn

Tischtennis-Zweitligist Frickenhausen mit 0:6-Klatsche und 5:5-Remis

Licht und Schatten beim TTC Frickenhausen: Nach einer 0:6-Klatsche in Saarbrücken trotzte der Tischtenniszweitligist Spitzenreiter Passau ein 5:5 ab. Damit steht das Tälesteam auf Platz sechs der Tabelle.

Auswärts pfui, daheim hui: Marton Szita und seine Frickenhausener Kollegen haben am Doppelspieltag der 2. Liga ein Wechselbad de
Auswärts pfui, daheim hui: Marton Szita und seine Frickenhausener Kollegen haben am Doppelspieltag der 2. Liga ein Wechselbad der Gefühle erlebt. Foto: Ralf Just

Frickenhausen. „Mehr Spannung geht nicht“ – Jürgen Veith war völlig heiser, so sehr hatte er sein Team angefeuert. Der Manager des TTC war mit dem 5:5 der Hausherren in der 2. Tischtennis-Bundesliga gegen den bis dahin verlustpunktfreien Spitzenreiter TTC Fortuna Passau naturgemäß äußerst zufrieden.

Am Vortag noch war das Täles-­Team bei der zweiten Mannschaft des 1. FC Saarbrücken mit 0:6 unter die Räder gekommen, „aber da standen wohl alle neben der Kappe“, wie Veith befand. TTC-Trainer Derd Soos, der die Niederlage im Saarland nicht so tragisch nahm („Lieber einmal richtig verlieren als dreimal mit 4:6“), hatte am Sonntagmorgen sein Team in einer extra anberaumten Spielerbesprechung auf das Match gegen den Tabellenführer eingestellt.

Er muss wohl die richtigen Worte gefunden haben, denn es punkteten beide Doppel sowie Filip Zeljko, Alfredas Udra und Marton Szita. Lediglich der Japaner Tadakatsu Ikeda musste sich zweimal mit 1:3 geschlagen geben und ging – bis auf seinen Doppel-Auftritt an der Seite des Kroaten Filip Zeljko – leer aus. Letztendlich war das Unentschieden ein gerechtes Ergebnis, denn die Frickenhäuser hatten mit ihrer kämpferischen Leistung auf jeden Fall einen Punkt verdient, und auch die Gäste aus der Drei-Flüsse-Stadt retteten mit letzter Kraft einen Zähler.

Immerhin sind Frantisek Krcil (41) und Tomas Sadilek (40) schon „Ü40“. Letzterer wurde letztlich zum Zünglein an der Waage, holte er im letzten Match gegen den Litauer Alfredas Udra doch den entscheidenden Punkt zum 5:5-Endstand. „Wenn Udra im ersten Satz seinen Satzball beim 10:8 nutzt, gewinnt er das Spiel“, war TTC-Präsident Rolf Wohlhaupter-Hermann am Ende überzeugt, doch der Tscheche holte sich den ersten Durchgang noch mit 12:10. Das schien Udra so irritiert zu haben, dass er auch den zweiten Satz nach einem 7:10-Rückstand und einem eigenen Satzball beim 11:10 noch mit 11:13 abgab. Das 11:9 im dritten Durchgang gab wieder Hoffnung, aber schließlich setzten sich die Erfahrung von Tomas Sadilek durch, der mit dem 11:7 seine Begegnung gewann und zum 5:5 für seine Mannschaft ausglich.

Nach den beiden Doppeln hatte nämlich der TTC Frickenhausen mit 2:0 in Front gelegen, musste aber im Anschluss nach dem 0:3 von Filip Zeljko gegen den Franzosen Can Akkuzu und der 1:3-Niederlage von Ikeda gegen Frane Tomislav Kojic den 2:2-Gleichstand hinnehmen. Nach der Pause legte Alfredas Udra mit seinem 3:1-Erfolg über Krcil für die Hausherren wieder vor, doch am Nebentisch unterlag Marton Szita gegen Sadilek (2:3), sodass es wieder unentschieden stand.

Im Spitzenspiel der beiden Kroaten setzte sich Filip Zeljko nach zweimaligem Satz-Rückstand gegen Kojic mit 3:2 durch, aber weil Ikeda gleichzeitig Akkuzu 1:3 unterlag, musste das hintere Paarkreuz entscheiden. Hier hielt Marton Szita nach einer spannenden Partie Krcil 3:1 nieder, und am Ende starrte alles gebannt auf Udra und Sadilek.

Manager Veith freute sich über „tolle Ballwechsel“, bedauerte aber, dass „dss Spiel nicht mehr Zuschauer sehen wollten.“ Gerade mal 100 waren da. Die TTC-Verantwortlichen hoffen, dass sich das im nächsten Heimspiel am Sonntag, 8. November, gegen den TTC Herne ändert.

Bereits den Start in den Doppelspieltag hatten sich die Frickenhausener ganz anders vorgestellt. Beim 0:6 in Saarbrücken lief es bereits in den Doppeln nicht rund. Sowohl Zeljko und Ikeda als auch Udra und Szita mussten sich geschlagen geben. In den Einzeln konnte Ikeda die Satzführungen des Ungarn Tomas Lakatos noch ausgleichen und sich in den fünften Durchgang kämpfen. Hier ließ ihm der Saarbrücker jedoch keine Chance mehr und baute durch den 11:5-Sieg die Führung auf 3:0 aus. Vergeblich kämpfte am Nebentisch Zeljko gegen den italienischen Nationalspieler Leonardo Mutti (0:3).

Am hintere Paarkreuz gewann Szita gegen Dennis Klein den ersten Satz deutlich mit 11:4. Danach fand der Saarbrückener besser ins Spiel und ging mit 2:1 in Führung. Mit einer starken Leistung gelang Szita aber der Satzausgleich, sodass der fünfte Durchgang die Entscheidung bringen musste. Hier erhöhte Klein mit einem 11:4-Sieg auf 5:0 für die Gastgeber. Den Schlusspunkt setzte am Nebentisch der erst 17-jährige Andrey Semenov per 3:1 gegen Udra.hps/ds

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