Lokalsport

Tückischer Kaltstart

Basketball: Oberligist VfL Kirchheim ohne Spielrhythmus heute in Böblingen

Nach vier Wochen Spielpause greifen die Kirchheimer Oberliga-Basketballer am heutigen Samstag in Böblingen (19 Uhr, Hermann-Raiser-Halle) wieder ins Liga-Geschehen ein. Mit der Sportvereinigung wartet ein schwerer Gegner, der momentan auf Platz sechs steht.

In Böblingen wartet heute eine knifflige Aufgabe für den VfL (am Ball Shabani). Der Mannschaft fehlt nach vierwöchiger Spielpaus
In Böblingen wartet heute eine knifflige Aufgabe für den VfL (am Ball Shabani). Der Mannschaft fehlt nach vierwöchiger Spielpause der Rhythmus in der Oberliga.Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Seit dem 24. Oktober hatte Kirchheims Coach Bekim Kukiqi Zeit, seinem Team das verlorene Selbstvertrauen nach der überraschenden 82:83-Pleite beim TV Konstanz wiederzugeben. Den Rhythmus, den die Mannschaft am Bodensee vermissen ließ, konnte sie in diesen vier Wochen zumindest nicht verlieren – er war nie vorhanden. Kukiqi hat im Training vor allem Wert auf die Defensive gelegt: Da ist, gemessen am individuellen Potenzial der Kirchheimer Truppe, mit Sicherheit am meisten Luft nach oben. Und es passt auch zum Gegner am Samstag: Schließlich kann die SV Böblingen, was offensive Power angeht, fast noch mehr aufbieten als der VfL.

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Topscorer der Liga ist Böblingens Amerikaner Jeremee Davis (25) mit 33 Punkten pro Spiel, Vierter sein Landsmann Jerome Hunter (24), der fast 22 Punkte im Schnitt erzielt. Doch damit nicht genug. Unter dem Korb räumt einer auf, der in Kirchheim bestens bekannt ist: Chuks Neboh gehörte zur Meistermannschaft der Knights, die 2006 den Aufstieg in die zweite Bundesliga schaffte. Der 2,15 Meter große Riese ist zwar inzwischen 37 Jahre alt, für die Oberliga reicht es aber immer noch. Man achte auf den Jahrgang: Auch Dirk Nowitzki wurde 1978 geboren.

Hinter den drei Top-Amerikanern im Team der SV folgen weitere zwei: Steven Sanders (23), inzwischen mit deutschem Pass, macht im Schnitt zehn Punkte, Henry Miller (20) knappe sechs. Dazu kommen Center Alexander Feldberg (23) und Viktor Tschernenko (29), die beide für acht Punkte pro Spiel gut sind.

Man sieht: Coach Leopold Dejworek, der vor dreißig Jahren aus Polen nach Ulm kam, um in Deutschland sein Basketball-Glück zu finden, hat eine starke Truppe beisammen, die sich vor keinem Gegner in der Oberliga fürchten muss. Auch vor keinem Regionalligisten. In den Herbstferien gewann die SVB das BBW-Pokalspiel gegen den TV Marbach mit 79:70. Jerome Hunter machte dabei 38 Punkte. Somit ist klar: Einen echten Favoriten gibt es nicht in diesem Spiel. Das sieht auch VfL-Coach Bekim Kukiqi so: „Das ist ein ganz dicker Brocken. Wir müssen eine besondere Leistung zeigen, um dieses Spiel zu gewinnen. Vor allem, weil für uns nach der langen Pause die Saison praktisch wieder von vorne beginnt.“

Vielleicht helfen ja Shkelzen Bekteshi und Akant Sengül auf besondere Weise – schließlich waren beide bei der Siegesserie der Knights in diesen Wochen dabei. Wenn auch nur im Training und auf der Auswechselbank. Das Sieger-Gen dürften sie trotzdem aufgesogen haben.

VfL Kirchheim: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Pascucci, Scott, A. Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke