Lokalsport

Turner meistern Mammutaufgabe

Ligafinale Kirchheims Oberligateam behauptet sich in der Walter-Jacob-Halle, in der rund 300 Turner in den STB-Ligen um Meisterschaft, Auf- und Abstieg kämpfen. Von Heiko Paul

Nervenstark vor vollem Hause: Manuel Hofmann und die VfL-Oberligaturner haben die Klasse gehalten. Foto: Heiko Paul
Nervenstark vor vollem Hause: Manuel Hofmann und die VfL-Oberligaturner haben die Klasse gehalten. Foto: Heiko Paul

Zum Abschluss der Saison treffen sich alle Mannschaften des Schwäbischen Turnerbundes (STB) zum Ligafinale. Die Mammutveranstaltung, die sich über den ganzen Tag erstreckt, war für die VfL-Turnabteilung eine Herausforderung: Neben dem Bereitstellen der Geräte samt der 14 mal 14 Meter großen Bodenfläche, die es aus der Raunersporthalle in die Walter-Jacob-Halle zu transportieren galt, hatten die Kirchheimer noch zwei Teams am Start.

Beide hatten klare Ziele: Einmal sollte die Oberligamannschaft, die den Unterbau für das VfL-Bundesligateam bildet, nicht absteigen. Und ein misslungenes Ligafinale hätte das Kirchheimer Team durchaus noch in die Abstiegszone schicken können. Die Kirchheimer Bezirksligamannschaft hingegen schnupperte am Aufstieg in die Landesliga. Aus den drei Bezirksliegen treten die jeweils besten zwei Mannschaften, insgesamt also sechs an der Zahl, im Finale gegeneinander an, um Platz eins und zwei und damit die Aufsteiger in die Landesliga zu ermitteln. Weitere Voraussetzung für den Aufstieg: Mehr Punkte erturnen als die Letzten der Landesliga.

Weil das Nachwuchsteam von Jörg Weigele die Bezirksliga-Mitte ganz klar dominiert hatte, richtete sich der Blick nach oben. Doch die jungen Turner waren offenbar von der lautstarken Kulisse beeindruckt - bis zu 500 Zuschauer feuerten bei den einzelnen Finaldurchgängen ihre Teams an. Immer wieder schlichen sich Fehler ein, die Punkte kosteten. Luca Schall, Micha Weißer, Domenico Digel, Markus Neher, Nikolaj Burjak, Noa Braitsch und Hagen Fellmann schafften es nicht, gegen die Nachwuchsteams MTV Ludwigsburg II und MTV Stuttgart II an der Tabellenspitze zu bestehen. Knapp hinter der TG Wangen-Eisenharz III, die sogar mit ehemaligen Bundesligaturnern ihre dritte Mannschaft stützte, landete Kirchheims Dritte auf dem vierten Tabellenplatz. „Wir haben den schlechtesten Wettkampf der Saison geturnt“, war Jörg Weigele etwas enttäuscht. Dass die jungen VfL-Turner mehr Potenzial haben, zeigt das Sprungergebnis. Diese Einzelwertung ging beim Ligafinale nach Kirchheim.

So richtig ins Rollen kam im Wettkampf am Abend auch die Oberliga-Mannschaft des VfL nicht. An den Ringen gab es zum Auftakt den ein oder anderen Fehler, danach einen Sturz am Sprung. Da halfen die oftmals sehr guten Übungen der Mannschaftskollegen nur noch, um nicht ganz ans Tabellenende durchgereicht zu werden.

Doch gegen Ende berappelte sich das Team von Trainer Jürgen Heine: Ein exzellentes Barrenergebnis beim vorletzten Durchgang und zum Abschluss noch ausgezeichnete Übungen am Pauschenpferd ließen Manuel Hal­bisch, Manuel Hofmann, Waldemar Guil­liard, Eric Bay, Henning Weise, Benjamin Leitner und Thomas Knemeyer gerade noch vor die TSG Backnang II klettern, um den Abstiegsrang zu vermeiden.

Die VTS Vorarlberg hatte aus der Saison und dem Endkampf 16 Punkte gesammelt, lag aufgrund einzelner Wertungen aber vor dem MTV Ludwigsburg I, ebenfalls mit 16 Punkten. Als Dritter folgte die KTV Straubenhardt II mit 15 Tabellenpunkten. Die Wettkampfgemeinschaft Turn-Team Staufen I hatte zehn Punkte gesammelt. Auf neun Zähler kam der TSV Lustnau, auf acht der TV Wetzgau, auf sieben der VfL Kirchheim. Gerade mal einen Punkt hatte die TSG Backnang in der Endabrechnung. Das Team war auch schon vor dem Ligafinale auf dem letzten Rang gelegen.

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