Lokalsport

Üppiger Vertrauensvorschuss für Günther Friess

Fußball Der 62-Jährige aus Weilheim wird ohne Gegenstimme zum neuen Staffelleiter der Bezirksliga gewählt.

So kennt man Günther Friess: Als Strippenzieher des TSV Weilheim, wie hier bei der Teckbotenpokal-Auslosung vor einer Woche. Jet
So kennt man Günther Friess: Als Strippenzieher des TSV Weilheim, wie hier bei der Teckbotenpokal-Auslosung vor einer Woche. Jetzt übernimmt der 62-Jährige von Rainer Veit das Amt des Staffelleiters in der Bezirksliga Neckar/Fils.Foto: Markus Brändli

Deizisau. Jetzt ist es amtlich: Günther Friess ist neuer Bezirksliga-Staffelleiter. Das Votum für den Weilheimer fiel beim Staffeltag in Deizisau einstimmig aus. „Wir hatten insgesamt sechs Kandidaten“, berichtete der Bezirksvorsitzende Rainer Veit am Samstag vor den Klubvertretern. Am Ende habe der Bezirk dann seinen „Wunschkandidaten“ bekommen. Dabei höhlte offenbar steter Tropfen den Stein. Der frisch Gewählte war nämlich in den vergangenen Jahren immer wieder für einen ehrenamtlichen Job im Fußball-Bezirk ins Spiel gebracht worden. Johannes Veit (Bezirksspielleiter) und Rainer Veit (Bezirksvorsitzender) führten mit Friess letztlich ein abschließendes Gespräch, das den Durchbruch brachte.

Über die glatte Wahl inklusive Vertrauensbonus zeigte sich Friess erfreut. „Die Aufgabe ist für mich eine neue Herausforderung, ich nehme sie gerne an“, betonte der ehemalige sportliche Leiter des TSV Weilheim am Rande des Staffeltags. Zur Aufgabe des 62-Jährigen gehört es künftig, den Bezirksliga-Spielbetrieb zu überwachen, die Koordination der jeweiligen Spieltage zu übernehmen und Kontakte zu den Klubs zu pflegen. In seiner Premierensaison möchte er nach eigener Aussage möglichst viele Vereine besuchen. „Ob ich alle schaffe, wird sich zeigen“. Der bisherige Staffelleiter Rainer Veit ist seit März 2018 Bezirksvorsitzender, eine Doppelfunktion, die der Verband ausschließt.

Die kommende Bezirksliga-Saison beginnt in der Teckregion mit einem Knaller: Der TV Neidlingen duelliert sich am ersten Spieltag mit dem Lokalrivalen VfL Kirchheim. Neuling SF Dettingen (in Donzdorf) darf ebenso auswärts ran wie die Sportgemeinschaft Erkenbrechtsweiler-Hochwang (in Nellingen). Die neue Runde, die am 19. August startet, wird dabei keine wie jede andere. Dafür sorgt zum einen der überproportional starke Zuwachs aus der Landesliga mit dem TSV Köngen, dem FC Frickenhausen und dem FV 09 Nürtingen.

Außerdem greifen ab Sommer Neuerungen im Spielbetrieb. Regelrecht bahnbrechend könnte dabei das Votum der Bezirksligisten bezüglich einer Relegationsreform sein. Nach einem intensiven Meinungsaustausch beauftragte die Vereinsvertreterrunde mit knapper Mehrheit den Bezirksvorstand, dieses Thema intern weiter zu verfolgen - eine mögliche Signalwirkung für die Staffeltage der A- und B-Ligisten inbegriffen. Künftig sollen demnach in der Relegation zwei Halbfinalspiele ausgelost werden. Damit käme der Bezirksligavertreter in einen Lostopf mit den drei Kreisliga A-Vizemeistern. „Das Thema Freilos für einen A-Ligisten in der ersten Runde wäre damit vom Tisch“, betonte Bezirksspielleiter Johannes Veit. Dass ein Bezirksligist in der Relegation nur einen Sieg für den Ligaverbleib benötigt, der A-Ligist um aufzusteigen jedoch deren drei, wurde in der Vergangenheit häufig kritisiert.

Auch seitens des WFV werden in der Saison 2018/2019 Reformen umgesetzt. Demnach müssen die Ligen am Saisonende immer die Sollzahl erreichen. Dadurch können künftig aus einer Liga im ungünstigsten Fall sechs oder gar sieben Mannschaften direkt absteigen. Es hänge, so erklärte Veit, davon ab, wie viele Teams aus der jeweils höheren Liga kommen.

Die Runde aus 16 Klubvertretern (nur Aufsteiger FC Rechberghausen fehlte) stimmte außerdem mit knapper Mehrheit dafür, den Eintritt bei Bezirksligaspielen von 3,50 Euro auf 4 Euro zu erhöhen, wobei Frauen - außer bei Relegationsspielen - weiterhin freien Eintritt haben.Reimund Elbe

Rückkehr zu früherer Spesenabrechnung

Auch die Bezirksligisten haben sich am Samstag beim Staffeltag mit klarer Mehrheit von der umstrittenen Schiedsrichter-Poolung verabschiedet. „Ein Riesenaufwand und viel zu bürokratisch“, kritisierte der Bezirksvorsitzende Rainer Veit das unter seinem Amtsvorgänger Karl Stradinger eingeführte Abrechnungsmodell für Schiedsrichterspesen, in dem die Vereine vor der Saison eine Pauschale entrichteten, die Unparteiischen anschließend aus diesem Fonds nach schriftlichem Antrag ihre Spesen erhielten. „Bis zu fünf Arbeitsschritte für einen einfachen Vorgang, jede Firma wäre mit solch einer Arbeitsweise nach kurzer Zeit bankrott“, meinte Veit. Künftig sollen sich auch die Bezirksliga-Referees, wie früher, ihre Spesen im Sportheim direkt nach dem Spiel ausbezahlen lassen.

Veit wies zudem darauf hin, dass vor vier Wochen der letzte gedruckte Spielerpass die Maschine verließ. Ab sofort gibt es Spielerpässe nur noch in digitaler Form. Eröffnet wird die Saison am 19. August, letzter Spieltag ist der 8. Juni 2019 (Pfingstsamstag). Die erste Bezirkspokalrunde geht am 28. und 30. August über die Bühne.rei

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