Lokalsport

Ungebetene Gäste im Titelduell

Kreisligaszene Aus zwei mach drei: In der A-Staffel 2 und der B-Staffel 6 gibt es im Saisonendspurt Parallelen im Kampf um Meisterschaft und Aufstieg. Von Reimund Elbe

Gestrauchelt, aber nicht gestolpert: Die Unterlenningen (vorne) haben dank eines 3:2-Siegs bei den SF Dettingen ihre Tabellenfüh
Gestrauchelt, aber nicht gestolpert: Die Unterlenningen (vorne) haben dank eines 3:2-Siegs bei den SF Dettingen ihre Tabellenführung in der Kreisliga B6 verteidigt. Foto: Genio Silviani

Der Titel-Zweikampf zwischen den SF Dettingen und dem TV Neidlingen genießt wegen dessen Dramaturgie große Aufmerksamkeit. Doch nach dem vergangenen Kreisliga A-Spieltag stört plötzlich ein ungebetener Gast das traute Beisammensein. „Spätestens nach dem 9:3 der Grafenberger gegen den TSV Jesingen ist klar, dass es sowohl für die Neidlinger wie für uns noch eng werden könnte“, warnt SFD-Abteilungsleiter Christian Renz vor einer womöglich weiteren Aufholjagd des Teams aus dem Landkreis Reutlingen.

Die Sportfreunde leisteten sich gegen den TSV Altdorf den Luxus eines 2:2-Remis und den eines verschossenen Elfmeters in der Nachspielzeit der zweiten Halbzeit. Dass ausgerechnet Dettingens Tormaschine Tim Lämmle den Strafstoß weit über den gegnerischen Kasten schoss, gehört zu den Besonderheiten des Spieltags. Folge: Die Tabellenführung ist futsch.

In Neidlingen wurde das SFD-Remis mit gesteigertem Interesse zur Kenntnis genommen. Das Hauptaugenmerk galt freilich viel mehr der eigenen Leistung. „Der Sieg gegen den Tabellenletzten Neckartenzlingen war einer fürs Selbstvertrauen“, bilanzierte TVN-Pressewart Robert Kuch, zumal die Neidlinger nach einem frühen Rückstand das Spiel „gedreht“ hätten. Das 2:1 als neuer Kick auf dem Weg zum Titel? Kuch bleibt vorsichtig. „Auf jeden Fall war dieser Sieg wichtig, nachdem es bei uns in den vergangenen Wochen nicht optimal lief.“

In Grafenberg herrschte nach dem Torrausch gegen Jesingen eine lockere Atmosphäre. „Wir haben von den drei Mannschaften, die noch für die Meisterschaft infrage kommen, den geringsten Druck“, findet TSVG-Sprecher Tobias Gugel. Das Neun-Tore-Spektakel des Teams gegen Jesingen führt der Grafenberger auf hohe Laufbereitschaft zurück. „Die Jesinger kamen mit unserem frühen Anlaufen und aggressivem Pressing überhaupt nicht zurecht“, betonte Gugel, der für die Jesinger tröstliche Worte fand. „Sie werden meiner Meinung nach nicht absteigen, sie hatten halt einen schlechten Tag.“

Das Thema Abstieg können die Naberner mit zunehmender Distanz beobachten. Mit dem 2:1 in Bempflingen haben sie sich eine exzellente Ausgangsposition in der Hatz um den Ligaverbleib verschafft. „Wir sind allerdings noch nicht durch“, sagt SVN-Trainer Maurizio Mantineo, der das Anwachsen des Punktekontos auf 36 und die Verbesserung seines Teams auf Tabellenplatz acht natürlich mit Wohlwollen betrachtet. „Sieben Punkte Abstand zum Relegationsplatz sind wichtig, aber weil die Liga in diesem Jahr ein Stück weit verrückt spielt, bleiben wir vorsichtig“, so Mantineo.

In der Kreisliga B hat der TV Unterlenningen sein dünnes Zwei-Punkte-Polster im Rennen um den B6-Titel gegen die TG Kirchheim verteidigt. „Auch wenn das 3.2 in Dettingen kein klarer Sieg war, so haben wir dort doch die Partie weitgehend dominiert“, sagte TVU-Trainer Timo Stümpflen im Anschluss ans Match. Die endlos erscheinende Serie ohne Niederlagen (18 Partien seit dem 1:5 gegen den TSV Notzingen am 1. September 2016) geht weiter.

Auch die TG Kirchheim tat sich schwer. Das 1:0 beim TSV Oberlenningen war zweifach wertvoll, weil es zum den Aufstiegsrelegationsplatz festigte, zum anderen den Druck auf Spitzenreiter Unterlenningen hoch hielt. Das weiß auch Unterlenningens Trainer. „Das direkte Duell gegen die TG am 21. Mai auf dem Platz der Turngemeinde wird final Aufschluss über den künftigen Meister der B6 geben“, prophezeit Timo Stümpflen. Die Dramatik im Titelkampf der A2 und B6 schenkt sich nichts, wobei auch in der B-Liga mit dem Tabellendritten TSV Owen noch ein ungebetener Gast bei optimalem Restsaisonverlauf anklopfen könnte.

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