Lokalsport

Unruhige Zeiten in der Landesliga

Fußball-Szene Selbst der TSV Weilheim muss nach dem Bargauer Coup plötzlich wieder bangen.

Weilheim. Ein Ergebnis des Wochenendes lässt eine Menge Fußballer und Funktionäre in der Landesliga-Staffel 2 nervös werden: Der Tabellenviertletzte FC Germania Bargau hat mit dem überraschenden 4:0 beim TSV Weilimdorf den Anschluss zu den Nichtabstiegsplätzen hergestellt und damit die Brisanz im Kampf um den Ligaverbleib für etliche Teams massiv erhöht. Besonders in Nürtingen, Köngen und Bettringen, dem Trio am Tabellenende, wirkte der gestrige 4:0-Sieg der Bargauer wie ein Keulenschlag.

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Der alte VfL-Rivale und neue Tabellenletzte FV 09 Nürtingen, seit dem 11. November des vergangenen Jahres sieglos, ist nach der 0:4-Klatsche am Freitag gegen den SV Ebersbach sogar kaum noch zu retten. „Es ist ganz bitter“, so der Kommentar von Nürtingens Spielertrainer Manuel Rothweiler, dessen Team gegen Ebersbach zu Beginn eine Topchance liegen ließ und nach der Roten Karte für Loris Bauer ab der 26. Minute nur noch mit zehn Akteuren auf dem Platz stand.

An der Fils sorgt der Sieg dagegen für reichlich Selbstbewusstsein. „So lange Tabellenplatz zwei rechnerisch möglich ist, werden wir alles dafür tun“, kündigt SVE-Trainer Dinko Radojevic an, dessen Mannschaft als Tabellendritter den Rückstand auf Waldstetten auf acht Zähler verkürzte. In den Abstiegskampf könnte selbst der TSV Weilheim als Tabellenfünfter mit 32 Punkten noch verwickelt werden. Das 2:2 gegen Blaustein brachte nur wenig Entspannung, zumal andere Gefährdete fleißiger punkteten.

Geiger bleibt Optimist

Der TSV Bad Boll, mit dem künftigen Weilheimer Coach Benjamin Geiger, gewann 2:1 beim TV Echterdingen. „Es ist eine verrückte Liga“, meint der Boller Chefcoach, „es kommen auf viele Teams noch heiße Wochen zu.“ Dass sein künftiger Klub noch ernsthaft in den Überlebenskampf verwickelt wird, glaubt Geiger nicht. „Die Qualität ist da, um die nötigen Punkte zu holen“, betont er. Ebenso wertvoll war der Sieg, den Aufsteiger FC Frickenhausen per 3:2, nach 0:2-Rückstand, gegen Nafi Stuttgart einfuhr. Matchwinner war der wiedergenesene Yannik Kögler mit zwei Toren.

An der Ligaspitze ist dagegen die Rückkehr des FC Heiningen in die Verbandsliga ein gutes Stück wahrscheinlicher geworden. Vor rund 400 Zuschauern besiegte das Team von Denis Egger am Freitagabend den Liga-Zweiten TSGV Waldstetten mit 4:1. „Wir waren brutal effektiv“, bilanzierte der FCH-Chefcoach. Nur in der Anfangsphase hatten die Heininger Probleme. „Die haben die richtigen Entscheidungen getroffen und wir die falschen“, musste dagegen Waldstettens Trainer Mirko Doll feststellen.

Dass der SC Geislingen in der kommenden Saison wieder Landesligist ist, wird ebenfalls immer wahrscheinlicher. Der Bezirksliga-Spitzenreiter nahm gestern den TSV Neckartaiflingen locker mit 5:0 auseinander. Acht Zähler Vorsprung und vier Spiele weniger ausgetragen als die TSV Oberensingen auf Tabellenplatz zwei - eine Hausnummer. Die Sportgemeinschaft Erkenbrechtsweiler/Hochwang sorgte drei Tage nach dem 3:0-Zauber gegen den FC Donzdorf beim 3:3 in Deizisau erneut für hohen Unterhaltungswert, büßte jedoch zwei Punkte auf Oberensingen ein. Nach längst gesichertem Klassenerhalt folgen laut SGEH-Trainer Dieter Hiller nun „viele Bonusspiele“. Das nächste ist dabei bereits ein ganz Besonderes: Tabellenführer SC Geislingen rückt kommenden Sonntag an. „Wir werden mutig nach vorne spielen“, kündigt Hiller schon mal an, „ein Ballgeschiebe wird es auch gegen diesen Gegner nicht geben.“

Die Ausgangslage beim VfL Kirchheim in Sachen Relegationsplatz hat sich dagegen weiter verschlechtert. Das 2:2 in Donzdorf war zwar respektabel, brachte jedoch keinen Fortschritt. „Ärgerlich, dass wir nach unserem Ausgleichstor noch drei Topgelegenheiten hatten, um die Partie zu gewinnen“, haderte VfL-Trainer Markus Schweizer nach dem Schlusspfiff. Der nächste Tiefschlag folgt wohl morgen: Dann steht beim Württembergischen Fußballverband die Verhandlung in Sachen Waldemar Hechler an. Der hatte durch den Fauxpas eines ehrenamtlichen Mitarbeiters beim 4:2 gegen den FV Faurndau am 15. März auf dem Online-Spielberichtsbogen gefehlt. Ein Drei-Punkte-Abzug droht. Falls es so kommt, wäre das gleichbedeutend mit dem Aus im Relegationsrennen.Reimund Elbe