Lokalsport

VfL-Duo spielt im Konzert der Großen mit

Turnen Nele Rüping und Alexander Kirchheimer sammeln bei der DM in Frankfurt wertvolle Erfahrungen.

Nele Rüping überzeugte bei ihrem DM-Debüt.  Foto: Lars Neumann

Frankfurt. Bei den Deutschen Meisterschaften im Turnen standen mit Nele Rüping und Alexander Kirchner zwei VfL-Athleten auf den Gerätepodien der Frankfurter SüWag-Arena. Für die beiden Kirchheimer war die Teilnahme bereits ein großer Erfolg.

Ein beeindruckendes Ambien­te bot sich Nele Rüping in der ausverkauften und 4500 Zuschauer fassenden Arena. Dabei ging es für die Topathleten wie Elisabeth Seitz oder Helen Kevric um nichts Geringeres als das einzige zu vergebende Olympiaticket.

Vor dieser Kulisse spielten der 20-jährigen VfL-Turnerin die Nerven einen Streich. Gleich beim Aufgang am Schwebebalken stürzte sie, weitere große Fehler folgten unweigerlich. Trotz dieses Malheurs ging Nele Rüping mit viel Elan an den Boden und stellte ihre erste akrobatische Bahn, den gebückten Doppelsalto rückwärts in den Stand. In der Abschlussbahn mit der zweieinhalbfachen Schraube fehlte der Schwung und sie konnte, wie auch am Stufenbarren, ihr Programm nicht fehlerfrei zu Ende bringen.

Besser lief es am Sprung. Mit den erforderlichen zwei Sprüngen bewarb sie sich für das Finale. Zu Recht stellte sie sich der Herausforderung um die sechs zu vergebenden Plätze des Finals. In der Qualifikation war sie mit Platz sieben ganz nah dran. Im Mehrkampf belegtRüping Platz 23. Neue Deutsche Meisterin wurde überlegen Helen Kev­ric. Mit einem Vier-Punkte-Vorsprung auf die zweitplatzierte Kölnerin Sarah Voss setzte die junge Stuttgarterin ein Ausrufezeichen und hat nach der zweiten Olympiaqualifikation eine hervorragende Ausgangsposition für die Nominierung.

Für Alexander Kirchner waren es ebenfalls die ersten Titelkämpfe bei den Aktiven – eine große Herausforderung, nachdem er gerade die Abiturprüfungen erfolgreich bestanden hatte und dafür das Training hintanstellen musste. Die fehlende Trainingszeiten und die Nervosität machten sich zwar am einen oder anderen Gerät bemerkbar, dennoch war Kirchner nach sechs Gerätdurchgängen mit Platz 16 zufrieden. Am Boden und am Sprung zeigte er sogar neue Übungen und neue Elemente und erreichte an beiden Geräten Wertungen über der 13-Punkte-Marke. Den Schwung von den „Deutschen“ möchte er jetzt für das zweite Halbjahr mitnehmen, in dem das Training wieder im Vordergrund stehen wird.

Deutscher Meister wurde Lukas Dauser vor Andreas Toba und Alexander Kirchners Trainingskamerad aus dem Kunstturnforum Stuttgart, Timo Eder (MTV Ludwigsburg). mp