Lokalsport

VfL in Frühform: Dynamisch und schon äußerst treffsicher

Fußball-Bezirksliga Nach den Vorsaison-Pleiten rücken die Kirchheimer in Neidlingen die Verhältnisse deutlich zurecht. Die SGEH und Aufsteiger SFD noch unrund. Von Reimund Elbe

Samuel Bosler und der VfL waren in Neidlingen (rechts Dennis Heilemann) nicht zu halten. Foto: Mirko Lehnen
Samuel Bosler und der VfL waren in Neidlingen (rechts Dennis Heilemann) nicht zu halten. Foto: Mirko Lehnen

Die Gute-Laune-Fraktion in Kirchheim bekommt gleich am ersten Spieltag reichlich Nahrung. Bezirksligist VfL hat per klarem 5:1-Auswärtssieg in Neidlingen Tabellenplatz zwei übernommen. Am anderen Ende tummelt sich dagegen Aufsteiger SF Dettingen nach einem 0:5-Saisoneinstieg beim FC Donzdorf. Nicht minder lange Gesichter gab es bei der SGEH, die ihr erstes Rundenspiel beim TV Nellingen 1:2 verlor.

Neidlingens Pressewart Robert Kuch redete nach dem heftigen 1:5 (1:2) gegen den Rivalen aus der Teckstadt nicht um den heißen Brei herum. Das Spiel sei eine „eindeutige Sache“ zugunsten des VfL gewesen. Dabei waren die TVN-Kicker geradezu mustergültig ins Match eingestiegen. Heiko Kölle schlug den Ball nach 150 Sekunden Spielzeit über fast 60 Meter an den gegnerischen Strafraum, das Spielgerät sprang über den herauslaufenden VfL-Torwart Ben Brenken hinweg, Neidlingens Spielertrainer Patrick Kölle vollendete.

Die Co-Produktion der beiden Kölle-Brüder half den Gastgebern allerdings nicht sonderlich weiter. Was neben eigenen Unzulänglichkeiten auch wesentlich am Gegner lag. „Der Kern des Kaders hat die komplette Vorbereitung mitgemacht“, sagte VfL-Coach Michel Forzano, „davon haben wir eindeutig profitiert.“ In der Tat. Während die Automatismen im Kirchheimer Spiel funktionierten, quälten sich die Neidlinger in Sachen Spielorganisation und Zweikampfgestaltung über weite Strecken der Partie. „Irgendwie kam kein klarer Ball bei uns an“, haderte folglich Robert Kuch.

Ins Strahlen kam dagegen VfL-Abteilungsleiter Oliver Klingler, per Fahrrad von Dettingen aus nach Neidlingen getourt, nach dem Schlusspfiff. „Es hat heute einfach Spaß gemacht“, konstatierte der ehemalige Oberligakicker. Stärkster Akteur beim VfL: der einstige Weilheimer Juniorenspieler Samuel Bosler. Die Offensivkraft, Sohn des ehemaligen Notzinger Landesligasturmwirbelwinds Uli Bosler, markierte nicht nur drei Tore, sondern brachte mit seiner Schnelligkeit und Wendigkeit den Neidlinger Defensivverbund ein ums andere Mal in die Bredouille. Die weiteren Kirchheimer Treffer erzielten Dominik Cseri und Andreas Hiller. Während die Kirchheimer hinter dem FC Donzdorf nach dem ersten Spieltag auf dem zweiten Tabellenplatz liegen, ist der TVN Vorletzter.

Dettingens Waterloo in Donzdorf

Dabei ergeht es dem TVN noch besser als den Dettinger Sportfreunden. Die erlebten bei ihrem ersten Bezirksligaaufstritt seit knapp sechs Jahren in Donzdorf beim 0:5 ihr Waterloo. Bereits ersatzgeschwächt ins Eybacher Tal gefahren, verletzte sich in der Partie zu allem Überfluss noch Alexander Hummel. „Er bekam vor der Pause einen Schlag aufs Ohr und klagte danach über Schwindel“, erklärte SFD-Spielleiter Thomas Beller, „deshalb wurde er vorsorglich, auch angesichts der Hitze, ausgewechselt.“ Die Sportfreunde trafen auf einen Gegner der über die Personalnöte bestens informiert war. „Wir wussten von den Dettinger Problemen und waren uns deshalb der Favoritenrolle bewusst“, sagte Donzdorfs Sprecher Ralf Helmer.

Der FC ging das Match hoch konzentriert an, arbeitete die Schwächen im Dettinger System säuberlich heraus. Timo Leicht (drei Tore), Alexander Simperl und Tim Schraml sorgten letztendlich für klare Verhältnisse. Der Einstieg für den neuen Chefcoach Michael Schöffel, einst Keeper des VfL Kirchheim, gelang rundum. „Ich war schon mit der kompletten Vorbereitung sehr zufrieden“, betonte der Donzdorfer Trainer. Bei den Dettingern ordnete Thomas Beller die Niederlage ein. „Wir waren quasi mit dem letzten Aufgebot unterwegs“, unterstrich der Spielleiter, „letztendlich hat sich die Mannschaft trotzdem ordentlich geschlagen.“

Zu seinem ersten Spiel für die SFD kam Youngster und Neuzugang Jannik Luca Schnizler (TSV Oberlenningen), der erst zwei Tage zuvor die Spielberechtigung erhalten hatte. „Wir müssen durch diesen Personalengpass jetzt einfach durch“, sagte Beller, „es kommen wieder bessere Tage.“ Kommenden Sonntag bekommen es die Dettinger bei der Heimpremiere mit dem TSV Deizisau zu tun.

SGEH: Null Punkte statt einem

Etwas mehr hatten sich auch die Verantwortlichen der SGEH bezüglich des ersten Spieltages versprochen. Statt das von Trainer Dieter Hiller ausgegebenen Minimalziel („ein Punkt“) zu erreichen, blieb am Ende das Konto blank. Die Option zum Ausgleich vergab die Sportgemeinschaft in der 87. Minute beim Stand von 1:2. Markus Kronewitter scheiterte mit einem Elfmeter an Nellingens Keeper Panagiotis Karagiannis. Der SGEH-Akteur zielte aus seiner Sicht in die rechte Ecke, just dorthin tauchte der Grieche ab, wehrte die Kugel ab. Im zweiten Teil des SGEH-Dramas parierte der Torwart zudem den Nachschuss von Marco Lude. SGEH-Sprecher Florian Lenuzza trauerte der vergebenen Möglichkeit zum 2:2 nach. „Es wäre ein verdientes Remis gewesen, weil wir zumindest in der Defensive ganz gut agiert haben.“

Begonnen hatte das Match für das Hardtwald-Team viel versprechend. Eine Co-Produktion der Neuzugänge Kevin Rieke (TV Unterlenningen) und Tim Sternemann (SV Nabern) schloss Letztgenannter humorlos ab. Den Rieke-Querpass beförderte Sternemann aus kurzer Distanz ins Tor. Doch das war es weitgehend in Sachen Torgefährlichkeit. „Ich habe die SGEH im Angriff schon gefährlicher gesehen“, kommentierte Nellingens Pressebeauftragter Peter Hirma das vergebliche Mühen des Gastes um weitere Treffer.

Fazit von Florian Lenuzza: „Wir dachten alle, dass wir schon weiter sind in puncto Form, denn die Vorbereitung lief eigentlich recht gut.“

Kommenden Sonntag rückt im Hardtwaldstadion der TV Neidlingen an - zwei Verlierer des ersten Spieltages sind dann unter sich.

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