Lokalsport

VfL-Mädels Nummer zwölf in Deutschland

Turnen Kirchheimer Zweitligamannschaft beendet die Saison dank Platz sechs am dritten Wettkampftag in Heidenheim als Gesamtvierte.

Die Vorzeichen zum Saisonabschluss-Wettkampf waren keinesfalls gut, die Teambesetzung äußerst schwierig. „Eigentlich hatte jede unserer Turnerinnen ein Päckchen zu tragen“, so Trainerin Michaela Pohl.

Umso beachtlicher sind die Leistungen an der Brenz einzuordnen. Bis zum Vortag war nicht abzusehen, ob Joana Varro (Knieverletzung) an die Geräte gehen könnte. Zudem lag Kim Ruoff seit Tagen krank im Bett. Die 14-jährige deutsche Vizemeisterin ihrer Altersklasse wollte nach nahezu auskurierter Fußverletzung beim letzten Wettkampftag am Barren und Schwebebalken wieder angreifen.

So lag unweigerlich wieder mehr Verantwortung bei den Kirchheimer Stammturnerinnen Pia Pohl, Lea Voith und Sarina Maier – und Hanna Grosch. Viele Jahre stand die österreichische Barrenspezialistin im VfL-Team und war auf Anfrage spontan bereit, ihr Ex-Team zu unterstützen. Nesthäkchen Nele Rüping, in Stuttgart schon an Barren und Balken im Dienste der Mannschaft, legte zum Saisonende einen Vierkampf ohne große Fehler vor. Dem Team gab die dreizehnjährige Nachwuchsturnerin Maike Brey Rückhalt, die bei Bedarf jederzeit hätte einspringen können.

Als Tabellenvierter hatte das Sextett das Los, am Stufenbarren beginnen zu müssen. Da gibt es erfahrungsgemäß weniger Punkte als an Sprung, Boden und Schwebebalken. Dennoch galt es, um jedes Zehntel zu kämpfen. Dies tat Joana Varro als Startturnerin genauso wie Nele Rüping. Auch wenn die Wettkampfvorbereitung für Sarina Maier gesundheitsbedingt nicht optimal war, ihre Übung brachte die frisch gekürte deutsche Hochschulmeisterin an jenem Gerät bestens durch. Als Letztes besserte Hanna Grosch, Dritte im Finale der österreichischen Staatsmeisterschaften am Stufenbarren, das Geräteergebnis nochmals auf.

Vom achten und letzten Platz nach dem ersten Gerät ließen sich die VfL-Mädels wenig beirren. Sie wussten, wie eng es zugehen kann, denn der Schwebebalken stand bevor. Den Auftakt machte Pia Pohl mit einer besonders sicheren Übung. Trotz fünfjähriger Erfahrung im Bundesliga-Team war auch bei ihr die Aufregung groß, dies ließ sie sich jedoch nicht anmerken und kam ohne Übungsunterbrechung durch. Daumendrücken hieß es dann für die zwölfjährige Nele Rüping. Ein Sturz von ihr war zu verkraften, da auch Sarina Maier am Balken ohne große Probleme durchkam. Nur am Boden hatte sich Kirchheims Vierkämpferin einmal hingesetzt.

Äußerst ansprechende VfL-Übungen von Lea Voith und Nele Rüping folgten. Pia Pohl, in der vergangenen Woche Dritte im Bodenfinale der deutschen Hochschulmeisterschaften, war mit der dritten Elfer-Wertung in diesem Durchgang für den VfL weiter auf Erfolgskurs.

Nun hieß es am Sprung, kräftig Punkte zu sammeln. Es legte Joana Varro mit dem Überschlag-Salto in den Stand vor, Nele Rüping, Pia Pohl und Sarina Maier folgten erfolgreich ihrem Beispiel.

Nun hatte der VfL vorgelegt und musste abwarten, wie sich die anderen Teams schlugen. Die TG Breisgau haderte mit dem Stufenbarren, Kirchheim lag vor Dortmund und Breisgau. Die Auflösung und die Freude kamen mit der Siegerehrung: vierter Platz und kein weiterer mit Personalsorgen behafteter Relegationswettkampf, denn der Tabellenvierte und -fünfte haben im nächsten Jahr einen sicheren Platz in der Zweiten Bundesliga. Die acht Erstligavereine mitgerechnet, stellen die Kirchheimerinnen damit das achtbeste Turnteam Deutschlands.

Die KTG Hannover ließ mit dem dritten Sieg keine Zweifel am Aufstieg, die KTV Dortmund steigt ohne Punktgewinn ab. Gegen den Abstieg werden in zwei Wochen in Singen der SSV Ulm und die TG Breisgau turnen. Ob es der Heidenheimer SB oder der Dresdner SC in die 1. Liga schaffen werden, entscheidet sich gegen die Erstligisten TG Mannheim und TSV Tittmoning.mp

Anzeige